Dienstag, 09. Februar 2010
Erholung in Hongkong, Minus in Japan: Asiens Börsen uneinheitlich
von von Rainer Hahn, Emfis
Die Unsicherheit auch in Asien ist noch nicht überwunden. Zwar konnten die Börsen in Hongkong und Südkorea am Dienstag fester schließen, die Zuwächse sind jedoch eher technischer Natur, eine Nachhaltigkeit darf zumindest vorerst bezweifelt werden. Nachdem der Blick monatelang in die USA ging, ist es nun Europa, das den Marktteilnehmern Kopfschmerzen bereitet.
Der japanische Leitindex Nikkei 225 verlor den vierten Tag infolge. Die Aktien der 225 größten japanischen Unternehmen verloren durchschnittlich um 0,19 Prozent. Der Nikkei schloss bei 9.932 Punkten und somit auf dem tiefsten Stand seit zwei Monaten. Ausschlaggebend für die Abschläge ist die Sorge um das europäische Wachstum. Unter Druck standen somit vor allem Unternehmen, deren Hauptumsätze in Europa erzielt werden. Nintendo beispielsweise erzielt rund 34 Prozent seiner Umsätze in Europa. Die Aktie büßte 1,1 Prozent an Wert ein. Ebenfalls deutlich im Minus schlossen die Titel Pioneer (-8,6 Prozent), Marui Group (-5,9 Prozent) und Mazda Motor (-2,2 Prozent). Fester schlossen die Aktien des japanischen Autobauers Toyota Motor die um 3,05 Prozent zulegten. Obwohl Toyota Motor hohen Belastungen durch die Rückrufaktion des Hybridmodells Prius ausgesetzt ist, nutzten Anleger nun die Chance zum Einstieg. Seit Ende Januar hat die Toyota Motor Aktie rund 20 Prozent an Wert verloren. Auch die Sumitomo Mitsui Financial Group schossen mit 2,1 Prozent satt im Plus. Hier war das überraschend gute Ergebnis für die Kursentwicklung verantwortlich. Es wurde der höchste Gewinn seit sieben Quartalen erzielt.
An der Börse in Hongkong zeigte sich erstmals seit drei Handelstagen wieder eine etwas bessere Stimmung. Dabei haben sind die Investoren vor allem auf Schnäppchenjagd gewesen und haben chinesische Banken und Hongkonger Immobilienentwickler eingesammelt. Der Hang Seng Index konnte um 1,2 Prozent auf 19.790,28 Punkte zulegen, der Hang Seng China Enterprises Index legte um 1,9 Prozent auf 11.200,33 Punkte zu. Analysten sehen den Hang Seng Index in dieser Woche zwischen 19.400 und 20.00 Zählern, bei reduzierten Handelsvolumina, da der Markt vorm chinesischen Neujahrsfest ruhiger werde. Der Handelstag wird als technischer Rebound gesehen, da der Markt überverkauft gewesen sei, die Risikobereitschaft sei wieder etwas größer, wie der COO der KGI Asia sagte. Zu den Gewinnern gehörten Papiere der chinesischen Banken, die nun wieder attraktiv bewertet sind. Die Bank of China legte um 2,8 Prozent, Bank of Communications verteuerte sich um 2,2 Prozent, ICBC stiegen um 2,0 Prozent. Bei den Immobilienentwicklern setzt sich das Gefühl einer starken physikalischen Nachfrage durch. Sino Land kletterten um 5,0 Prozent, Hang Lung Properties konnten um 4,2 Prozent zulegen und Kerry Properties stiegen 2,7 Prozent. Unter den Schwergewichten waren Esprit Holdings gefragt. Die Papiere stiegen um 5,1 Prozent, nachdem Goldman Sachs sagte, dass Esprit in der Lage sei, die geplanten fundamentalen Verbesserungen durchzuführen.
Der südkoreanische Aktienmarkt konnte sich entgegen den meisten asiatischen Börsen positiv entwickeln. Der Leitindex Kospi legte um 1,1 Prozent auf 1.570 Zähler zu. Vor allem die Hightechwerte haben für die positive Stimmung im Handel in Seoul gesorgt. Die Aktien der Samsung Electronics legten um 1,7 Prozent zu und LG Electronics um 0,5 Prozent. Fundamentale Gründe gibt es für den Kursanstieg nicht. Es ist eher technischer Natur, da die Technologietitel jüngst stark korrigierten. Auch Hyundai Motor schloss mit 0,5 Prozent im Plus. Nach oben es vor allem bei den zuvor stark unter Druck geratenen Finanzwerten. Die KB Financial Group legte um satte 5,3 Prozent zu und Shinsei Financial Group schloss 4,2 Prozent höher. Ebenfalls mit 2,2 Prozent im Plus schloss die Aktie der Einzelhandelskette Lotte Shopping. Das Unternehmen hat die Übernahme der GS Retail Discount Gruppe für 1,15 Milliarden US Dollar abgeschlossen.
Der chinesische CSI 300 Index konnte um 0,6 Prozent auf 3.169,2 Punkte zulegen, der Shanghai A-Share Index stieg um 0,5 Prozent auf 3.092 Zähler und der Shenzhen A-Share Index verbesserte sich um 0,1 Prozent.
In Taiwan ging es mit einem Plus von 2,0 Prozent auf 7.361 Zähler nach oben. Der thailändische SET Index verlor 0,3 Prozent, der indonesische JCI stieg um 0,6 Prozent. In Indien kletterte der Sensex Index um 0,7 Prozent.
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