Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Börsen-Ausblick: Athen macht Anleger nervös

Die kommende Woche könnte an den Börsen unruhig werden. Denn das griechische Parlament unternimmt den letzten Versuch, einen Präsidenten zu wählen. Misslingt das, stehen Neuwahlen an.

In der verkürzten letzten Handelswoche des Jahres könnten die Sorgen um Griechenland den Anlegern die Partystimmung zu Silvester verderben. Börsianer warten auf den Montag nach Weihnachten, dann findet in Athen die letzte von drei Wahlen zum Staatspräsidenten statt.

Am Dienstag hatten den Dax noch frische US-Konjunkturdaten sowie ein Rekordhoch des Dow-Jones-Index am letzten Handelstag vor Weihnachten beflügelt. Der deutsche Leitindex gewann 0,5 Prozent auf 9922 Punkte. Händler begründeten das mit dem Anstieg des wichtigsten US-Börsenbarometers auf mehr als 18.000 Punkte sowie mit dem unerwartet deutlichen Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten im dritten Quartal. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von knapp 1,4 Prozent zu Buche.

In Griechenland wird es am Montag spannend. Falls der Kandidat der Regierung auch dann im Parlament durchfallen sollte, sind vorgezogene Parlamentswahlen vorgeschrieben. Bei diesem Urnengang könnte die europakritische Opposition Umfragen zufolge als Sieger hervorgehen. Das Linksbündnis Syriza von Alexis Tsipras lehnt die Sparpolitik der Regierung und der Troika der internationalen Geldgeber ab. Damit droht dem angeschlagenen Euroland wieder ein Rückfall in alte Krisenzeiten - mit entsprechenden Konsequenzen auch für den deutschen Aktienmarkt.

Sollten bei den Neuwahlen dann tatsächlich die als Reformgegner auftretenden Linken an die Macht kommen, drohten ein Ende der notwendigen strukturellen Anpassungen und damit ein erneuter Schuldenschnitt, schrieben die Experten der HSH Nordbank. Bereits im Jahr 2012 hatte Athen seine privaten Gläubiger aus dem Ausland zur Kasse gebeten.

Insofern gehen die möglichen Konsequenzen eines Triumphs des Linksbündnis über die Grenzen des Eurolandes hinaus: "Ein Wahlsieg von Syriza dürfte nicht nur in Griechenland für Turbulenzen sorgen", kommentierten die Experten der Privatbank MM Warburg & Co. Vielmehr wäre ein Regierungswechsel auch in anderen Ländern eine Motivation für radikale Oppositionsparteien, sich zu profilieren und als Eurogegner zu positionieren.

Das Billiggeld der Notenbanken könnte die Laune der Anleger wieder etwas aufhellen. Erst am vergangenen Mittwoch hatte die US-Notenbank Fed ihr Niedrigzins-Versprechen bekräftigt und damit die zuletzt nervösen Märkte beruhigt. Für Bewegung in der neuen Woche könnten noch einige Konjunkturdaten aus den USA sorgen. In Deutschland dürfte die neue Woche ruhig verlaufen. Der letzte Handelstag des Jahres an der Börse in Frankfurt ist Dienstag, der 30. Dezember. Dann endet der Xetra-Handel bereits um 15.00 Uhr. An Silvester sowie an Neujahr bleibt die Börse geschlossen und öffnet erst wieder am Freitag, den 2. Januar.

Quelle: n-tv.de

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