Wirtschaft
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Frisches Geld für Sorgenstaaten: Auktionen treiben Euro hoch

Sinkende Zinskosten für Spanien sorgen am Devisenmarkt für Rückenwind für den Euro: Weil die Auktion frischer Staatsanleihen mühelos frisches Geld für das angeschlagene Euro-Land bringt, kann sich die Gemeinschaftswährung nach oben von der 1,33-Dollar-Marke absetzen.

Große Anleihenauktionen in Europa bringen am Donnerstag Schwung in den bis dahin müden Devisenhandel. Der Euro zieht nach einer längeren Seitwärtsbewegung kräftig an und notiert am Mittag bei 1,3355 US-Dollar. Im frühen Handel war die Gemeinschaftswährung in einem engen Band um die Marke von 1,33 US-Dollar gependelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,3277 US-Dollar festgesetzt.

Positiv wird insbesondere die Bond-Auktion in Spanien aufgenommen. Insbesondere die starke Nachfrage und sinkende Durchschnittsrendite der besonders langlaufenden Titel bis 2041 stößt auf Wohlwollen bei Marktakteuren. Die Anleihen wurden zu einer Rendite von 5,705 Prozent gezeichnet und damit deutlich unter der letzten Auktion dieser Laufzeit, als die Rendite noch 6,011 Prozent betragen hatte. Die Nachfrage war doppelt so hoch wie das Angebot. Zusammen mit der Versteigerung zweier kürzer laufender Staatsschuldtitel konnte sich Spanien insgesamt rund 4,5 Mrd. Euro am Kapitalmarkt leihen.

Irland gewinnt mit seinen Reformanstrengungen Schritt für Schritt das Vertrauen der Anleger zurück. Das Land, das noch unter dem Euro-Rettungsschirm steht, brachte dreimonatige Schatzwechsel zu den günstigsten Bedingungen seit Mitte vergangenen Jahres am Markt unter. Für dir Kurzläufer im Volumen von 500 Mio. Euro erzielt das Land am Markt eine Rendite von 0,2 Prozent. Im Laufe des Jahres will sich Irland wieder selbstständig am Kapitalmarkt refinanzieren.

Frische Impulse werden im weiteren Handelsverlauf vor allem aus den USA erwartet. Dort geben Dezember-Zahlen zu den Baugenehmigungen und Baubeginnen, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie der Philadelphia-Fed-Index für Januar wichtige Hinweise auf die konjunkturelle Entwicklung des Landes.

Yen rauscht weiter runter

Der Yen nimmt dagegen seine Talfahrt zum Euro wieder auf und fällt um mehr als ein Prozent auf 118,84 Yen. Der Dollar machte seine jüngsten Verluste zum Teil ebenfalls wieder wett und kletterte in der Spitze auf 89,04 Yen nach 88,38 Yen im Vortagesgeschäft.

Händler führten das auf Aussagen des japanischen Wirtschaftsministers Akira Amari zurück, der seine jüngste Warnung vor einer zu starken Schwächung der Landeswährung nun relativierte. Amari hatte am Dienstag gesagt, dass sich ein zu schwacher Yen wegen der damit verbundenen hohen Importpreise negativ auf den Lebensunterhalt der Bevölkerung auswirken könnte. Dies hatte den seit Wochen dauernden Abwertungstrend beim Yen etwas gebremst. Viele Anleger rechneten bislang fest mit einer deutlichen Ausweitung der lockeren Geldpolitik unter dem neuen Ministerpräsidenten Shinzo Abe.

Der Schweizer Franken steht bei 1,2436 Euro und 0,9304 Dollar. Trotz der jüngsten Abwertung hält die Schweizer Bank Sarasin den Franken weiter für überbewertet. Es werde noch eine Weile dauern, bis sich das Währungspaar Euro/Franken wieder normalisiert habe. Nach Berechnung der Analysten ist der Franken derzeit um gut 8 Prozent zu hoch bewertet.

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Quelle: n-tv.de

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