Wirtschaft
Die Anleger werden derzeit ordentlich angelockt.
Die Anleger werden derzeit ordentlich angelockt.(Foto: REUTERS)

Dax-Vorschau: Billiges Geld macht Rekordlaune

Die rotierenden Notenpressen in den USA und Europa werden auch in der kommenden Woche die Anleger an die Märkte locken. Das billige Geld und die freundlichen Konjunkturdaten könnten für neue Rekordstände an der Wall Street und in Frankfurt sorgen.

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Bestärkt durch die Aussicht auf weiteres billiges Zentralbank-Geld könnten sich die Aktienmärkte in der neuen Woche zu neuen Höhen aufschwingen. Börsianer zeigten sich erleichtert, dass die Notenbanken in den USA und in Europa ihre ultralockere Geldpolitik fortsetzen wollen. "Gleichzeitig festigten die Daten die Überzeugung, dass sich die lange Konjunkturflaute langsam aber sicher ihrem Ende nähert", konstatiert Alexander Dietzer vom Wertpapierhandelshaus Steubing. Die Zinsen in der Euro-Zone sollen auf dem aktuellen Niveau oder darunter liegen, hatte der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, jüngst bekräftigt. Auch US-Notenbankchef Ben Bernanke will den Geldhahn vorerst nicht zudrehen, auch wenn die Konjunktur anzieht und die Arbeitslosigkeit sinkt. Wann die Fed ihre milliardenschweren monatlichen Anleihenkäufe reduzieren wird, ist weiter offen.

"Der Hauptantriebsmotor der letzten zwölf Monate, die Liquiditätsflutung der Notenbanken, steht den Kapitalmärkte somit vorerst weiter zur Verfügung und dürfte auch den Weg in die Aktienbörsen finden", heißt es im Wochenausblick der Landesbank Berlin. Das könnte die Börsen auf Rekordkurs bringen. An der Wall Street hatten die Leitindizes am Donnerstag bereits neue Bestmarken durchbrochen: Der breiter gefasste S&P 500 schloss erstmals über 1700 Punkten. Der Dow Jones endete mit 15.628 Zählern auf Rekordniveau, ein Wochenplus von bislang 0,4 Prozent. Auch der europäische EuroStoxx50 befindet sich seit Ende Juni auf Höhenflug und dürfte sein Jahreshoch von 2851 Punkten in Angriff nehmen, erwartet Thorsten Grisse, technischer Analyst bei der Commerzbank. Am Freitagmittag notierte er bei 2812 Zählern.

Hierzulande hat der Dax nach Meinung von Marktstrategen sein Allzeit-Hoch von 8558 Punkten fest im Blick. Auf Wochenbasis legte der Leitindex rund zwei Prozent auf 8420 Punkte zu.

Im Blick behalten die Investoren auch die weiter laufende Berichtssaison, wenngleich diese bislang keine größeren Impulse für den Gesamtmarkt lieferte. "Die Investoren achten vor allem auf die Notenbanken", fasst Postbank-Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein zusammen. Das sieht auch die Landesbank Berlin so: Zwar mussten Einzelwerte zum Teil kräftige Abschläge hinnehmen, allerdings zog das den Aktienmarkt insgesamt nicht nach unten. "Der holprige Verlauf der Berichtssaison dürfte sich fortsetzen, aber nicht zu einer Stimmungseintrübung führen", hieß es bei den Berlinern.

Am Dienstag legen die Dax-Konzerne Münchener Rück, Merck, Lanxess und Deutsche Post ihre Zahlen vor. Auch am Donnerstag sind mit Commerzbank, Deutsche Telekom, Henkel und Adidas gleich mehrere Werte aus der ersten Börsenliga an der Reihe. Bei der Münchener Rück wird vor allem interessant, wie teuer sie die Hochwasserkatastrophe zu stehen kommen wird. Bislang haben die Münchener den versicherten Schaden branchenweit auf insgesamt rund drei Milliarden Euro geschätzt. Allerdings schraubte die Allianz ihre Prognosen für die Belastungen unlängst nach oben. Bei der Commerzbank dürften die Anleger genau beäugen, in welchem Umfang die Altlasten aus den Schiffsfinanzierung an der Kapitaldecke knabbern könnten. Aus dem Ausland stehen unter anderem noch Bilanzen von ING, Time Warner, Swiss Re und Nestle an.

In Japan kommt am Mittwoch und Donnerstag zudem der geldpolitische Ausschuss der Zentralbank zusammen. In Tokio öffnen Regierung und Notenbank seit längerem alle Schleusen, um die Märkte mit Liquidität zu fluten und das Land wieder auf einen Wachstumskurs zu zwingen.

Quelle: n-tv.de

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