Wirtschaft
Was bringen die letzten Woche des Jahres 2014 noch?
Was bringen die letzten Woche des Jahres 2014 noch?(Foto: dpa)

Erste Wetten auf Jahresendrally: Börsen streben nach oben

Die schnurrende US-Konjunktur und erfreuliche Bilanzen sollten in der kommenden Woche für Pluszeichen an den Märkten sorgen. Erste Händler schielen bereits in Richtung Jahresendrally, Analysten warnen jedoch vor zu hohen Wetten.

Die Hoffnung auf ein anhaltendes US-Wirtschaftswachstum und ermutigende Firmenbilanzen werden den Aktienbörsen in der neuen Woche Auftrieb geben. Der positive Grundtenor der Berichtssaison vor allem in den USA deute auf ein "gut geöltes Triebwerk der Wirtschaft" hin, schreibt Analystin Ann-Katrin Petersen von Allianz Global Investors in einem Kommentar.

Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research warnt aber vor überzogenen Erwartungen an den deutschen Aktienmarkt. Er rechne nur mit einer Mini-Jahresendrally. Der große Durchbruch komme frühestens mit Beginn der Bilanzsaison für das vierte Quartal - also Anfang 2015, betont er. In der alten Woche legte der Dax magere 0,2 Prozent zu.

Sein Kollege Jens Herdack von der Weberbank rät zudem dazu, verstärkt auf US-Aktien zu setzen. "Denn neben den positiven Volkswirtschaftsdaten entwickeln sich auch die dortigen Unternehmensgewinne sehr erfreulich", betont er. "Zusätzlich spricht einiges dafür, dass der US-Dollar zinsseitig unterstützt weiter aufwertet." Am Freitag stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen wie Euro oder Yen  widerspiegelt, zeitweise auf ein Vier-Jahres-Hoch.

Deutsche Bilanzsaison noch auf Hochtouren

In den USA legen nur noch einige Nachzügler wie Wal-Mart (Donnerstag) ihre Geschäftszahlen vor. Von den Unternehmen im S&P-500-Index hatten bis zum Wochenende fast 90 Prozent ihre Bilanzen veröffentlicht. Bislang haben 66 Prozent der Unternehmen die Erwartungen übertroffen, wie aus Daten des Forschungsinstituts Evercore hervorgeht.

Die deutsche Bilanzsaison steht dagegen vor einem weiteren Höhepunkt. Allein aus dem Dax öffnen mehr als ein halbes Dutzend Firmen ihre Bücher. Dazu gehören die Versorger Eon (Mittwoch) und RWE (Donnerstag) sowie die Deutsche Post (Mittwoch). Bei Letzterer richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auch auf die Frage, ob der Brief- und Paketzusteller zusätzliches Geld an seine Aktionäre ausschüttet. Unabhängig davon wagt Hella am Dienstag den Sprung auf das Börsenparkett. Der Hersteller von Auto-Scheinwerfern verkaufte seine Papiere aus der letzten Angebotstranche zu je 26,50 Euro.

Steigende US-Einzelhandelsumsätze erwartet

Bei den Konjunkturdaten setzen Börsianer darauf, dass diese sich in das Bild einer anziehenden US-Wirtschaft einfügen. Vom Wachstum hängt ab, wann die US-Notenbank die Leitzinsen wieder anhebt. Bislang rechnen Börsianer mehrheitlich für Mitte 2015 mit einem solchen Schritt. Als Risiko für US-Unternehmen gilt die Schwäche der Wirtschaft in anderen Staaten. "Der Rest der Welt entwickelt sich nicht ansatzweise so stark", erklärte Uri Landesman von Platinum Partners.

Analysten gehen davon aus, dass die Einzelhandelsumsätze im Oktober um 0,2 Prozent gestiegen sind nach dem Minus von 0,3 Prozent im Vormonat. Der von Reuters und der Uni Michigan ermittelte Index des Verbrauchervertrauens hat voraussichtlich auf 87,5 Punkte von 86,9 Zählern zugelegt. Beide Zahlen stehen am Freitag auf der Agenda.

In Deutschland sei das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal erneut zurückgegangen, schreibt Commerzbank-Analyst Ralph Solveen in einem Kommentar. "Damit wird Deutschland voraussichtlich unter den großen Euro-Ländern zusammen mit dem Dauer-Sorgenkind Italien das Schlusslicht bilden." Die Zahlen werden ebenfalls am Freitag veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de

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