Wirtschaft
Einkaufen, Geld ausgeben, Wirtschaft ankurbeln: So einfach kann es in den USA sein.
Einkaufen, Geld ausgeben, Wirtschaft ankurbeln: So einfach kann es in den USA sein.(Foto: REUTERS)

Verbraucher vertrauen und kaufen: "Schöne kleine Rally" an der Wall Street

"Gute Nachrichten sind tatsächlich gute Nachrichten", sagt ein Analyst zum Handel an der New Yorker Börse. Vorerst vergessen sind die Störfeuer aus China und Washington. Stattdessen rücken US-Konjunkturdaten in den Vordergrund.

Nach dem jüngsten Ausverkauf haben die US-Börsen am Dienstag einen Teil ihrer Verluste wieder wettgemacht. Die chinesische Zentralbank konnte Ängste über eine Finanzkrise in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt etwas dämpfen. Zudem waren zwei US-Notenbanker schon am Vortag Sorgen vor einem kurz bevorstehenden Ende der lockeren Fed-Geldpolitik entgegengetreten. "Die Bemühungen der Fed und der chinesischen Zentralbank, die Märkte zu beruhigen, scheinen zumindest vorerst zu funktionieren", sagte Analyst Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. Auch positive Konjunkturdaten verliehen den Kursen Auftrieb.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,7 Prozent fester mit 14.760 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 14.669 und 14.812 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 gewann ein Prozent auf 1588 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,8 Prozent auf 3347 Stellen. Der Dax hatte 1,5 Prozent fester bei 7811 Punkten geschlossen.

Noten- und Zentralbanken beschwichtigen

Die Anleger stimmte zuversichtlich, dass Chinas Zentralbank signalisierte, im Kampf gegen eine zu starke Kreditvergabe die Daumenschrauben nicht zu kräftig anzuziehen. Zudem will sie Banken mit Barmitteln über Liquiditätsengpässe hinweghelfen.

Auch die Fed bemüht sich Experten zufolge um eine Entspannung an den Börsen. Fed-Vertreter hätten damit begonnen, dem von Äußerungen ihres Chefs Ben Bernanke ausgelösten Abwärtstrend an den Märkten entgegenzutreten, sagte Analyst Cardillo. Sie deuteten grundsätzlich an, das sie keine Verwerfungen zulassen wollten, weil dies die Wirtschaft schwächen könnte.

Die Anleger seien zuletzt etwas panisch gewesen wegen der Fed, sagte Mark Foster von Marbach & Co. "Aber die Furcht legt sich langsam. Den Investoren wird langsam klar, dass es noch lange dauern wird, bevor die Fed die Zinsen wieder anhebt." Bernanke hatte vergangenen Mittwoch angekündigt, er könne die Anleihenkäufe möglicherweise noch 2013 zurückfahren und sie bis Mitte 2014 auslaufen lassen.

US-Verbraucher melden sich zurück

"Gute Nachrichten sind heute tatsächlich gute Nachrichten", sagte Joe Saluzzi, Partner bei Themis Trading mit Blick auf die überraschend positiven US-Konjunkturdaten. "Wir sehen heute eine schöne, kleine Rally. Das heißt allerdings nicht, dass die jüngsten Turbulenzen jetzt vorbei sind", fügte er hinzu.

So wuchs der Auftragseingang für langlebige Güter im Mai um 3,6 Prozent. Erwartet worden waren 3,0 Prozent. Das US-Verbrauchervertrauen kletterte überraschend deutlich auf 81,4 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Zudem stieg auch der Eigenheim-Absatz stieg im Mai stärker als erwartet - um 2,1 Prozent auf eine Jahresrate von 476.000. Das ist der höchste Wert seit Juli 2008.

Zu den Gewinnern gehörten deshalb auch die Aktien des Eigenheimbauers Lennar, die 0,7 Prozent zulegten. Der Branchendritte in den USA konnte Quartalsumsatz und Auftragsplus deutlich steigern. Papiere des Rivalen PulteGroup stiegen um 3,9 Prozent zu.

Satte Gewinne und Abgaben

Bei den Einzelwerten standen desweiteren die Aktien von Sprint Nextel im Fokus der Anleger. Nachdem eine deutliche Mehrheit der Anteilseigner des drittgrößten US-Mobilfunkanbieters für das Übernahmeangebot des japanischen Telekomkonzerns Softbank votiert hatte, zogen die Papiere um 0,3 Prozent an.

First Solar profitierten von einer Kaufempfehlung durch JP Morgan und legten um 7,9 Prozent zu. Die Analysten haben die Papiere mit  Overweight" auf ihre Beobachtungsliste genommen.

Aufwärts ging es zudem für Pandora mit einem Plus von 8,5 Prozent. Der Internetradioanbieter hatte berichtet, dass seine Programme bereits in mehr als 100 Auto-Modellen empfangbar sind. Unter Abgabedruck standen dagegen die Anteilsscheine von Barnes & Noble mit einem Minus von 17,1x Prozent. Der Bücherkonzern hatte im vierten Quartal seine Verluste ausgedehnt.

Um 5 Prozent nach oben ging es mit den Papieren von Carnival. Der weltgrößte Kreuzfahrt-Anbieter hatte seinen Ausblick bekräftigt und zudem mitgeteilt, dass Firmenchef Micky Arison nach 34 Jahren im Amt abtreten werde.

Die Aktien von Barnes & Noble gaben dagegen 17 Prozent nach. Der größte US-Buchhändler verdoppelte seinen Verlust im abgelaufenen Quartal, und auch das Geschäft mit dem elektronischen Lesegerät Nook schwächelte.

Und auch Netflix gehörten zu den Verlierern. Nachdem Bernstein die Aktie auf  Underperform" von  Market Perform" runtergestuft hatte, verloren die Papiere 1,2 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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