Wirtschaft
Zufällig ins Bild gelaufen: In Peking wirbt der staatliche Ölkonzern China National Offshore Oil Corp (CNOOC) vor seiner Zentrale mit großformatigen Bildern für die verstärkte Ölförderung.
Zufällig ins Bild gelaufen: In Peking wirbt der staatliche Ölkonzern China National Offshore Oil Corp (CNOOC) vor seiner Zentrale mit großformatigen Bildern für die verstärkte Ölförderung.(Foto: REUTERS)

Spekulationen im Markt: China-Wette treibt Ölpreise

An den Rohstoffmärkten sorgen positiv aufgenommene Konjunkturdaten für steigende Preise bei Rohöl. Gold steigt mit Aussichten auf einen schnellen Fed-Entscheid. Die Preise für Erdgas geben nach. Industriemetalle und Kurkuma ziehen an.

Spekulationen auf eine rasche Erholung der chinesischen Konjunktur haben die Preise der Industriemetalle zuletzt in die Höhe getrieben. Kupfer verteuerte sich in der Spitze um 1,4 Prozent auf 8148 Dollar je Tonne und notierte damit so hoch wie zuletzt Mitte Oktober. Auch die Preise für Zink, Aluminium und Nickel zogen an.

"Wir sehen, dass sich die Lage in China stabilisiert und sich im nächsten Jahr sogar verbessern kann", erklärte Alexandra Knight, Ökonomin der National Australia Bank in Melbourne. China braucht für den Aufbau seiner Infrastruktur derzeit so viel Kupfer wie kaum ein anderes Land.

Den am Wochenende in Peking veröffentlichten Daten zufolge legte die Industrieproduktion in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft im November mit einem überraschend kräftigen Plus von 10,1 Prozent zum Vorjahr so stark wie seit acht Monaten nicht mehr zu. Experten hatten lediglich mit einem Zuwachs von 9,8 Prozent gerechnet.

Auch die Ölpreise zogen ungeachtet der Schuldenkrise in Europa, die nach der überraschenden Rücktrittsankündigung von Italiens Ministerpräsident Mario Monti wieder in den Vordergrund gerückt ist, zu Wochenbeginn deutlich an. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 109,02 Dollar, US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete mit 86,41 Dollar 0,4 Prozent mehr als vor dem Wochenende.

In der vergangenen Woche waren die Preise gefallen. Als Grund für den Preisanstieg machten Händler die unerwartet kräftige Nachfrage aus China verantwortlich. "Die Ölnachfrage aus China beschleunigt sich, und es gibt gute Gründe davon auszugehen, dass sie auch im nächsten Jahr zulegen wird", erklärte ein Commerzbank-Analyst.

Vor der erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed hat sich der Preis für Gold stabilisiert. Eine Feinunze kostete zeitweise 1712,31 Dollar, ein halbes Prozent mehr als am Freitagabend. Die Notenbanker dürften bei ihrer turnusmäßigen Sitzung Mitte der Woche die Weichen für eine weitere quantitative Lockerung der US-Geldpolitik mit dem Aufkaufen von Anleihen stellen. "Das stützt den Goldpreis", erklärte ein Börsianer.

Viele Anleger fürchten, dass die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken weltweit zu einer hohen Inflation führt. Gold sei inzwischen eine beliebte Alternative zu Papiergeld, erklärten Analysten. Daher steige der Preis, sobald die Notenbanken die Gelddruckmaschinen wieder anwürfen.

Ein kurzer Seitenblick auf die übrigen Energierohstoffe lenkte die Aufmerksamkeit auf den Preis für Erdgas: Die Aussicht auf vergleichsweise mildes Winterwetter in den USA hat die dortigen Erdgas-Futures zu Wochenbeginn ins Minus gedrückt. Der Januar-Kontrakt fiel um bis zu 3,3 Prozent auf 3,43 Dollar je Million BTU (British Thermal Unit) und war damit so billig wie zuletzt Ende Oktober. Ohne eine längere Kältewelle sei ein rascher Abbau der rekordhohen Erdgas-Bestände in den USA nicht in Sicht, sagten Börsianer.

Ein weiterer Seitenblick in den Bereich der Agrarrohstoffe förderte interessante Entwicklungen in der Nische des traditionsreichen und doch eher exotischen Gewürzhandels ans Tageslicht: Ein verknapptes Angebot ließ den Preis für Kurkuma - auch bekannt als Gelbwurz - zu Wochenanfang in die Höhe schnellen. Der in Indien gehandelte Terminkontrakt stieg um bis zu 4 Prozent auf 6196 Rupien (88 Euro) je 100 Kilogramm.

Wegen heftiger Regenfälle während der Saatzeit ist die Anbaufläche für Gelbwurz in Indien zurückgegangen. Außerdem pflanzten einige Bauern auf ihren Feldern nun andere Pflanzen an, von denen sie sich höhere Erträge erhoffen.

Quelle: n-tv.de

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