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Gerade so das Plus zum Wochenstart gerettet: Wie geht es weiter beim Dax?
Gerade so das Plus zum Wochenstart gerettet: Wie geht es weiter beim Dax?(Foto: picture alliance / dpa)

"Zwischen Hoffen und Bangen": Das Dax-Plus steht

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt hellt sich zum Wochenstart auf: Der Leitindex schiebt sich in die Gewinnzone vor. Marktbeobachter begründen die Zuversicht unter anderem mit den Aussichten auf Fortschritte bei der Griechenland-Rettung. Allerdings bleiben am Nachmittag neue Impulse aus den USA aus.

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit einem dünnen Plus in die neue Woche gestartet. Eine klare Erholung von den kräftigen Verlusten aus der Vorwoche blieb ihm dabei aber wegen der Unsicherheiten um Griechenland verwehrt. Anleger blickten "zwischen Hoffen und Bangen" nach Brüssel, wo die Euro-Finanzminister über das weitere Vorgehen bei dem Krisenland beraten.

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Der Dax schloss nach wechselhaftem Verlauf mit 0,1 Prozent im Plus bei 7169 Punkten. Belastet von schwachen EADS-Aktien verlor der MDax 0,2 Prozent auf 11 318 Punkte, während sich der TecDax mit 0,5 Prozent im Plus behauptete bei 807 Zählern.

"Die Berichtssaison geht, die Schuldenprobleme bleiben", beschrieb ein Händler die Grundstimmung am Markt. Für Investoren stehe die Frage im Mittelpunkt, wann die nächste Hilfstranche an Griechenland überwiesen wird. Immerhin muss das Land Mitte des Monats milliardenschwere Anleihen refinanzieren. Die Abgeordneten in Athen hatten am Sonntag eine wichtige Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Hilfen erfüllt und den um ein Sparpaket erweiterten Haushalt für 2013 verabschiedet.

Insgesamt blieb die Trendentwicklung vage: Vorherrschend blieb das Thema Schuldenkrise. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker bezeichnete den Troika-Bericht als "im Grundton positiv". Marktstratege Stan Shamu von IG erinnerte daran, dass Griechenland auch nach seinem Haushaltsbeschluss im Fokus bleibe. Immerhin sei ein Belastungsfaktor zunächst weggefallen, ergänzte ein weiterer Marktbeobachter mit Blick auf die Verabschiedung des griechischen Etatentwurfs für 2013.

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Größter Dax-Gewinner waren mit einem Plus von 2 Prozent K+S, gefolgt von der Commerzbank mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent. "Das ist eine rein technische Gegenreaktion auf die hohen Verluste der vergangenen Tage", meinte ein Börsianer. Die Bank hatte vergangene Woche , Anleger damit allerdings nicht überzeugen können. Seit Mittwoch haben die Titel rund 13 Prozent an Wert verloren. Die Aktien der Deutschen Bank folgten zu Wochenbeginn dem europäischen Trend und gaben 0,3 Prozent nach.

Die Aktien der Lufthansa legten vor monatlichen Verkehrszahlen und nach einem positiv aufgenommenen Sparplan des Konkurrenten SAS läuft die Zeit davon um 1,1 Prozent zu.

Ansonsten machten sich noch die Ausläufer der Berichtssaison mit ein paar Unternehmenszahlen aus der zweiten Reihe bemerkbar: Im MDax reagierten die Aktien von Deutsche Wohnen mit Gewinnen von 1,2 Prozent auf die Signale des Immobilienunternehmens. Deutsche Wohnen hatte nach einem starken Quartal seine Gesamtjahresziele angehoben. Die Zahlen seien zwar positiv, aber keine Überraschung, schrieb DZ Bank-Analyst Ulrich Geis in einem Kommentar. "Hier spiegelt sich, Mieterbund fürchtet Katastrophe ", sagte ein Händler.

Notlandung bremst EADS

Das Index-Schwergewicht EADS schloss 1,0 Prozent tiefer, nachdem die Papiere im Tagesverlauf aber bereits schon mehr als 2 Prozent abgegeben hatten. Grund war die Notlandung eines Airbus A380. Eine Maschine der Fluggesellschaft Emirates musste kurz nach dem Start wegen Problemen mit einem der Triebwerke nach Sydney umkehren. Hergestellt wurde die Turbine vom Typ GP7200 vom Konsortium Engine Alliance, zu dem die Hersteller General Electric, Pratt & Whitney sowie die Münchener MTU Aero Engines gehören. MTU verloren 1,9 Prozent.

Fraport-Titel gaben nach Verkehrszahlen des Frankfurter Flughafenbetreibers 1 Prozent ab. Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr sanken die Aktien von Wincor Nixdorf um 3 Prozent.

Nach einer Heraufstufung durch Analysten von Exane BNP griffen Anleger bei Klöckner & Co. (KlöCo) zu. Die Aktien des Stahlhändlers kletterten um 2,3 Prozent. KlöCo sei für Investoren, die auf eine Erholung der Stahlpreise setzten, die Anlage der Wahl, schrieb Analystin Romy Kruger in einem Kommentar. Sie rechne für das erste Quartal 2013 mit einer Verdreifachung des operativen Gewinns. Vor diesem Hintergrund sei die Aktie unterbewertet. Kurger stufte KlöCo auf "Outperform" hoch und hob das Kursziel an.

Auch die Haushaltsprobleme der USA beschäftigten die Gemüter. "Nach der Wahl ist vor der Klippe", sagte Investment-Analyst Wolfgang Albrecht von der LBBW. Angesichts der Grabenkämpfe zwischen Demokraten und Republikanern sei unklar, wie die gravierenden Haushaltsprobleme gelöst werden sollen. Sollten sich die Parteien nicht auf einen Kompromiss bei Einnahmen und Ausgaben einigen, drohen zum Jahreswechsel automatisch hohe Belastungen für die US-Wirtschaft. Die weltgrößte Volkswirtschaft könnte über diese sogenannte "Fiskalklippe" in die Rezession stürzen, warnen Experten.

An der Wall Street hatten sich die US-Indizes im frühen Handel am "Veterans Day" kaum bewegt. Der Dow Jones notierte fast unverändert, während die Nasdaq 0,2 Prozent abgab.

Quelle: n-tv.de

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