Wirtschaft
Auch die überraschend gut ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes geben dem Handel keinen Schwung.
Auch die überraschend gut ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes geben dem Handel keinen Schwung.(Foto: REUTERS)

Indizes überraschen: Dax-Anleger nehmen Gewinne mit

Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Tage verließ die Anleger der Mut: Der Dax kam nicht vom Fleck. Daran ändern selbst überraschend gute Konjunkturdaten nichts.

Nach dem Anstieg der vergangenen Tage blieb der Frankfurter Aktienmarkt trotz starker Konjunkturdaten verhalten. Der Dax ging 0,6 Prozent schwächer bei 9544,19 Punkten aus dem Handel. Der MDax verlor 0,5 Prozent auf 16.295,90 Zähler. Der TexDax ging 0,3 Prozent zurück auf 1224,04 Punkte. Am Dienstag hatte der Dax zwei Prozent höher bei 9600 Punkten geschlossen.

Der deutsche Leitindex sei zwar nur noch etwa 200 Zähler von seinem bisherigen Rekordhoch entfernt, sagte ein Aktienstratege. "Aktien sind aber nicht mehr günstig." Fundamental werde die gute Stimmung gestützt durch die überwiegend starke Berichtssaison in Europa und den USA, sagte ein anderer Händler. Belastungsfaktoren wie die Ukraine treten dagegen in den Hintergrund. Solange es dort zu keiner weiteren Eskalation komme, werde sich der Markt wieder verstärkt auf die Wirtschaftsdaten konzentrieren.

Aber obwohl die positiv waren, machten die Anleger einen Bogen um Aktien: Ziemlich überrascht äußerten sich Marktteilnehmer über den erneuten Anstieg des deutschen Einkaufsmanager-Index. "Wir waren von einer Belastung durch die Ukraine ausgegangen, und trotzdem steigt der sogar noch über Erwartung", so ein Händler. Auch die Erholung der Eurozone hat im April an Schwung gewonnen. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg auf 53,3 Punkte von 53,0 im Vormonat. Im Dienstleistungssektor erhöhte sich die Aktivität ebenfalls. Analysten hatten dagegen mit schwächeren Daten gerechnet.

Pharma-Rally schon vorbei?

"Ausgesprochen ermutigend ist auch der neuerliche Beschäftigungsaufbau in der Eurozone, zeigt dies doch, dass die Unternehmen davon ausgehen, dass der Aufschwung tatsächlich Fuß gefasst hat und sich weiter festigen könnte", kommentierte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Auch in den Peripherieländern kam es zu einem moderaten Stellenaufbau.

Die Werte aus anderen Ländern dämpften allerdings die Euphorie: Der chinesische Einkaufsmanager-Index blieb mit 48,3 Punkten erneut unter der Schwelle von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. Sein französisches Pendant ging auf 50,5 Stellen von 51,8 Punkten zurück. Diese Zahlen böten keine Nahrung für die Spekulationen auf eine Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB), betonte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Die Abwärtsbewegung des Gesamtmarktes beendete auch die Rally bei den Pharma-Werten: Bayer-Aktien verloren 0,5 Prozent. Merck-Papiere gewannen noch 0,2 Prozent. "Es gibt anständige Quartalszahlen, M&A-Aktivität und relativ ordentliche Wirtschaftsdaten", sagt Mark Lehmann von JMP Securities: "Das ist die Kombination, die der Markt mag". Am Dienstag hatte ein angebliches Übernahmeangebot des US-Pharmariesen Pfizer für den britischen Konkurrenten AstraZeneca im Wert von 100 Milliarden Dollar Pharma-Werten in ganz Europa Flügel verliehen und den Dax mit 2,0 Prozent ins Plus gehievt.

Quelle: n-tv.de

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