Wirtschaft
Unternehmen öffnen bald ihre Bücher. Die Wirtschaft im Euroraum kommt zusehends in Tritt. Wer profitiert hat, wird sich dann zeigen.
Unternehmen öffnen bald ihre Bücher. Die Wirtschaft im Euroraum kommt zusehends in Tritt. Wer profitiert hat, wird sich dann zeigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Allzeithoch kurz vor der Berichtssaison: Dax-Anleger tasten sich vor

Konjunkturdaten aus China sorgen für eine gute Grundstimmung an den Börsen. Richtig aus der Reserve können sie die Investoren zwar nicht locken. Am Ende markiert der Dax aber doch ein weiteres Rekordhoch.

Die anhaltend gute Stimmung an den weltweiten Börsen und robuste Konjunkturdaten aus China haben den deutschen Aktienmarkt am letzten Handelstag der Woche auf ein neues Allzeithoch getrieben. Neben den Wirtschaftsdaten stützte auch der kleine Verfall an der Eurex etwas.

Der deutsche Leitindex Dax schloss 0,2 Prozent höher bei 8865 Zählern. Er machte damit einen Großteil der Vortagesverluste wieder wett.

Der MDax zog um 1,4 Prozent auf 15.700 Punkte an. Der TecDax stieg um 0,6 Prozent auf 1104 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,7 Prozent auf 3033 Punkte vor.

"Der Dax hat in den letzten Tagen eine nennenswerte Rally hingelegt", sagte Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Der wochenlang schwelende Streit um den US-Haushalt habe letztlich nicht nachhaltig auf die Stimmung gedrückt. Nun verschnauften die Anleger erst einmal ein wenig, bevor in den kommenden Wochen die Berichtssaison in Deutschland und auch in den USA auf vollen Touren laufe.

Gebremst wurde die Kauflaune dadurch, dass in ein paar Wochen die Finanzmärkte erneut mit der Möglichkeit eines Zahlungsausfalls in den USA konfrontiert werden könnten. Zudem fürchten Investoren, dass der wochenlange Haushaltsnotstand in den USA deutliche Spuren in der Wirtschaft des Landes hinterlassen hat. [kein Linktext vorhanden]

Ein konjunktureller Lichtblick kam am Morgen aus China: Die Wirtschaft der Volksrepublik ist zwischen Juli und September schneller als im Vorquartal gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 7,8 Prozent zu nach einem Plus von 7,5 Prozent in den drei Monaten zuvor. Der noch vor einigen Wochen vielerorts angenommene Wachstumseinbruch in China falle vorerst aus, schreibt Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe, in einem Kommentar. "Einerseits wirken die staatlichen Stimulierungsmaßnahmen. Andererseits gewinnt die Weltwirtschaft derzeit neuen Schwung." Skeptiker gaben allerdings zu bedenken, dass die eigentliche Herausforderung für Peking in einer stärkeren Ausrichtung der Wirtschaft auf den Binnenmarkt liege.

Am Kupfermarkt verbreiteten die Daten Optimismus, schließlich ist China größter Verbraucher des Industriemetalls. Der Preis für Kupfer kletterte um bis zu 0,7 Prozent auf 7280 Dollar je Tonne.

Kursbewegende Neuigkeiten gab es bei der Lufthansa. Die Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo bereitet sich auf ein Bündnis mit anderen Gesellschaften vor. Die Kooperation soll ähnliche Vorteile liefern wie die Star Alliance im Passagiergeschäft. Ein Händler äußerte sich optimistisch. Die Muttergesellschaft Lufthansa könnte einige Synergien heben. Die Papiere der Fluglinie stiegen um 2,3 Prozent.

SAP machten ihre Tagesverluste wieder wett und schlossen 0,3 Prozent höher. Verhaltene Analystenkommentare zu den bevorstehenden Quartalszahlen hatten die Titel von Europas größtem Softwarehersteller zunächst unter Druck gesetzt.

Ohne Nachrichten lagen Aktien von Konsumgüterherstellern auffallend fest im Markt: Henkel und Beiersdorf stiegen um 2,3 bzw. 1,1 Prozent.

Auf der Verliererseite standen die Versorger RWE und Eon, die sich jeweils um mehr als ein Prozent verbilligten.

An der MDax-Spitze kletterten die Titel von Kuka um 4,4 Prozent in die Höhe. Die britische Investmentbank Barclays hatte sich positiv zu den Papieren des Roboterherstellers geäußert. Das Unternehmen verfüge in einer strategischen Wachstumsbranche über einen hohen Marktanteil, schrieb Analyst Chris Stevens in einer Erststudie.

Hochtief erholten sich mit 3,9 Prozent von ihren Vortagsverlusten von über 4 Prozent.

Daneben bewegten Umstufungen einzelne Kurse. So hat die Deutsche Bank MTU heruntergestuft auf "Halten". Die Aktie verlor daraufhin 0,5 Prozent.

Berichtssaison beginnt

In der kommenden Woche dürfte die Berichtssaison in Europa verstärkt in den Fokus der Investoren rücken. "An der Börse wird ganz genau darauf geschaut, wie stark die Wechselkurse die Ergebnisse belasten", sagte ein Händler. Angesichts der erneuten Stärke des Euro sei davon auszugehen, dass diese Entwicklung auch im vierten Quartal anhalten dürfte. Nachdem die Wirtschaft im Euroraum zusehends in Tritt komme, dürften Unternehmen mit einem starken Geschäft in Europa ihr Nachholpotenzial ausschöpfen.

Quelle: n-tv.de

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