Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Verfall lässt Kurse erzittern: Dax-Bescherung fällt aus

Die Adventsrally am deutschen Aktienmarkt findet am letzten Handelstag vor Weihnachten ihr vorläufiges Ende: Weil in den USA eine Einigung im Haushaltsstreit in weitere Ferne rückt, sorgen sich Anleger um die Folgen eines möglichen Scheiterns der Verhandlungen für die Märkte. Obendrein hinterlässt auch noch der "große Verfall" am Terminmarkt seine Spuren.

Der deutsche Aktienmarkt hat den vorweihnachtlichen Handel am Freitag mit einem kleinen Kursminus beendet. Im Handelsverlauf sah es zwischenzeitlich noch nach dickeren Minuszeichen aus, die Dax-Marke von 7600 Punkten erwies sich jedoch als ausreichend robust. Für hausgemachte Nervosität am Markt sorgte der große Verfallstermin an der Terminbörse Eurex. Kurz bevor am Mittag zahlreiche Optionsgeschäfte auf den Dax-Index endeten, versuchten Marktteilnehmer, den Index in den für ihre Finanzwetten günstige Richtung zu treiben. Das sorgte für kräftige Kursbewegungen.

Zum Handelsschluss fing sich der Dax wieder und ging mit einem Tagesminus von 0,5 Prozent bei 7636,23 Punkten aus dem Handel. Während der drei Advents-Handelswochen hat der Dax damit rund 3 Prozent zugelegt. Auch der MDax musste Federn lassen. Mit einem Tagesverlust von 0,6 Prozent rutschte der Nebenwerteindex auf 11.994,32 Zähler und damit unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten. Der TecDax verlor 0,4 Prozent auf 835,99 Punkte.

Fundamental drückte an den Börsen das Tauziehen im US-Haushaltsstreit auf die Stimmung. Mit dem Scheitern des sogenannten "Plan B" des Sprechers der Republikaner John Boehner, haben sich die Aussichten auf eine Einigung bis zum Jahresende deutlich eingetrübt. Die anhaltende Hängepartie gab den Bären unter den Marktteilnehmer das Argument in die Hand, den Dax in Richtung des wichtigen Abrechnungspreises bei 7600 Punkten zu schicken. Republikaner-Sprecher Boehner fehlt offenbar in der eigenen Partei die Unterstützung. Sein sogenannter "Plan B" sah Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen zumindest für Jahreseinkommen von mehr als 1 Mio. US-Dollar vor.

Das stärkste Plus verbuchte der Autozulieferer Continental, der 2,1 Prozent fester aus dem Handel ging. Das Unternehmen machte sich seine inzwischen wieder besser Bonität zunutze und schuldete einen im April 2014 fälligen Bankenkredit frühzeitig um. Bei der geplanten Refinanzierung soll das Kreditvolumen leicht auf insgesamt 4,5 Mrd. Euro gesenkt werden.

Als wenig nachhaltig erwiesen sich zwischenzeitliche Kursgewinne bei Infineon. Nach einem positiven Analystenkommentar von JP Morgan notierten die Papiere des Chipherstellers zeitweilig an der Gewinnerspitze, gaben ihre Kurszuwächse bis Handelsschluss jedoch wieder vollständig ab.

Auch bei Adidas hielt das anfängliche Kursplus nicht lange, die Aktie ging mit 0,2 Prozent Plus aus dem Handel. US-Konkurrent Nike hatte im zweiten Quartal gute Geschäfte gemacht und mit seinem Gewinn die Erwartungen von Analysten übertroffen. Das hatte bei manchen Börsianern die Hoffnung geweckt, die positive Stimmung könnte auf den deutschen Branchenwert abfärben.

Besonders stark verloren dagegen Bankenaktien. Für die Deutsche Bank, die seit Wochen nicht aus den Negativschlagzeilen kommt, ging es um 1,6 Prozent abwärts. Die Commerzbank schloss 3,4 Prozent im Minus. Beim Branchenvize sehen Händler durch die Aussage, dass das Institut vorerst keine Pläne zur Rückzahlung der Staatshilfe hat, keine positiven Impulse. Zudem bleiben die Titel ihrer Einschätzung nach besonders schwankungsanfällig.

Im MDax hat sich der Stahl- und Metallhändler Klöckner & Co von seinem kompletten Osteuropa-Geschäft getrennt. Die Aktie, die im MDax zu den großen Verlierern des Jahres 2012 gehört, schloss 1,1 Prozent leichter.

Im TecDax kletterten die Aktien von SMA Solar um 3,7 Prozent. Das Solarunternehmen kauft einen Anteil an einer chinesischen Firma, die ebenfalls Wechselrichter für Solaranlagen herstellt.

Quelle: n-tv.de

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