Wirtschaft
Der Börsentag beginnt zurückhaltend.
Der Börsentag beginnt zurückhaltend.(Foto: picture alliance / dpa)

Anleger halten sich zurück: Dax atmet durch

Der Aktienmarkt erlebt einen ruhigen Handelstag. Neben der Herabstufung Frankreichs durch eine Ratingagentur sorgen auch Griechenland und die USA für Gesprächsstoff.

Der Frankfurter Aktienmarkt ist fester aus dem Handel gegangen. Der Dax legte 0,6 Prozent auf 7172 Punkte zu, während der MDax 0,6 Prozent auf 11.242 Zähler gewann. Der TecDax stieg 0,6 Prozent auf 809 Punkte.

"Nach der Rally gestern ist erst einmal Luftholen angesagt", sagte ein Händler. Die Abstufung Frankreichs durch die Rating-Agentur Moody's sei ein willkommener Anlass zum Innehalten. Analysten betonten, der Schritt sei lange erwartet worden und solle nicht überbewertet werden. "Frankreich hat eine solide Industriestruktur, aber ein politisches Problem", sagte Andreas Utermann, der die Anlagestrategie für Allianz Global Investors verantwortet. Das Steuer- und Sozialsystem sei zu komplex, es müsse dringend modernisiert werden, um das Vertrauen der Märkte wiederherzustellen.

Als wirklich belastend wurde der Entzug der Bestnote nicht empfunden. Der Euro reagierte darauf mit einem kurzen Rücksetzer, holte die Verluste aber schnell wieder auf. Die Ratingagentur war zu der Schlussfolgerung gelangt, dass Frankreich langfristig mit strukturellen Wachstumshindernissen zu kämpfen hat. "Die Grundlage für Moody's Entscheidung enthält keine zusätzlichen oder neuen Erkenntnisse, sondern lang Bekanntes", schrieb Tristan Cooper, Analyst für Staatsanleihen bei Fidelity Worldwide Investment. Die Beratungen zu Griechenland sind für den späten Nachmittag angesetzt, ganz oben auf der Agenda steht die Frage, wie Finanzierungslücken bis zum Jahr 2014 geschlossen werden sollen.

Nachrichtlich sei es auf Unternehmensseite extrem dünn, die Makro-Risiken würden wieder klar im Fokus stehen, hieß es. Vor allem das Treffen der Eurogruppe in Brüssel zum ewigen Thema Griechenland werde genau beäugt. Allerdings rechne kaum jemand mit konkreten Aussagen zur nächsten Hilfstranche. "Das Problem ist weiter ganz klar, dass Deutschland vor der Wahl nächstes Jahr nicht zugeben will, dass das Geld in Griechenland versenkt wurde", so ein Händler. Daher dürfte es weiter nur um Kosmetik und Verschiebung von Zahlungsfristen gehen.

Im Fokus stand daneben auch eine Rede von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke am Abend. Bei den Konjunkturdaten sind alle Augen auf den US-Häusermarkt gerichtet.

Commerzbank und Deutsche Bank führten die Verliererliste im Dax an, die Papiere verbilligten sich jeweils um  1,4 Prozent. Einige Händler führen das auf die Herabstufung Frankreichs durch Moody's zurück.

Im MDax gewannen Metro 0,2 Prozent. Im "Handelsblatt" hatte Unternehmenschef Olaf Koch eine weiter üppige Dividende angedeutet. Hochtief bauten die Vortagsgewinne aus und rückten 2,1 Prozent vor. Der Baukonzern will nach Informationen der "Wirtschaftswoche" in der Sparte Hochtief Solutions 700 Stellen streichen.

Quelle: n-tv.de

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