Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

US-Arbeitsmarkt verunsichert: Dax beendet Höhenflug

Der starke US-Arbeitsmarkt hat die deutschen Aktien zum Wochenschluss in ihrem jüngsten Höhenflug gestoppt. Anleger fürchten, dass die Zahlen das Ende des billigen Fed-Geldes einläuten.

Überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten haben viele Anleger zum Wochenschluss ratlos gemacht. Ab wann und wie stark wird die US-Notenbank Fed ihre Wertpapierkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich drosseln?

"Das Problem ist, dass die Zahlen nicht nur gut, sondern großartig waren", sagte Finanzmarkt-Experte Marcus Bullus vom Vermögensberater MB Capital. Kombiniert mit der deutlichen Anhebung der Ergebnisse für August und September erhöhten sie die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Straffung der US-Geldpolitik. Bislang hatten Börsianer einen solchen Schritt frühestens für März 2014 erwartet.

Die US-Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft schufen im Oktober 204.000 neue Stellen, nach einem revidierten Plus von 163.000 (zuvor: 148.000) im Vormonat. Analysten hatten mit 125.000 neuen Jobs gerechnet. Die Zahl für August wurde auf 238.000 von 193.000 korrigiert.

Der Dax, der in einer ersten Reaktion nachgegeben hatte, machte seine Verluste fast vollständig wett und schloss kaum verändert bei 9078,28 Punkten. Im Vergleich zur Vorwoche legte er 0,8 Prozent zu.

Der MDax sackte um 0,3 Prozent auf 16.069 Zähler ab. Der TecDax verzeichnete ein Minus von 0,7 Prozent und wies 1134 Punkte auf.

Im Dax waren Allianz-Aktien gefragt, die sich um 1,0 Prozent verteuerten. Europas größter Versicherer rechnet für das Gesamtjahr mit einem operativen Gewinn von leicht über 9,7 Milliarden Euro, dem oberen Ende seiner Prognosespanne. "Die schrittweise Anhebung des Ziels für das operative Ergebnis ist eine gute Nachricht, aus unserer Sicht aber keine Überraschung", kommentierte Analyst Thorsten Wenzel von der DZ Bank. Die LBBW bezeichnete die Mittelabflüsse in der Vermögensverwaltung als "einzige größere Schwachstelle" im Quartalsbericht.

Eine Hochstufung von JP Morgan trieb K+S ins Plus. Die Aktien verteuern sich um bis zu 2,5 Prozent, zum Xetra-Schluss waren davon noch 1,5 Prozent übrig. Die Analysten hatten die Titel auf "Neutral" von "Underweight" hochgenommen.

Im MDax sackten Rheinmetall um 5,7 Prozent ab. Der Rüstungskonzern und Automobilzulieferer hat sich im dritten Quartal wieder ein kleines Stück weit in die Gewinnzone gekämpft. Belastet hat aber erneut das schwache Verteidigungsgeschäft. Unter dem Strich erzielte der Konzern in den drei Monaten einen Gewinn von lediglich 1 Million Euro nach 28 Millionen im Vorjahr. Damit schnitt Rheinmetall etwas besser als erwartet ab, Analysten hatten mit einem kleinen Verlust gerechnet. Fraport litten mit einem Kursverlust von 3,7 Prozent unter einer Abstufung durch Nomura.

Im SDax verloren Puma, nachdem der Sportartikelhersteller wegen Einmalaufwendungen seine Gewinnprognose gesenkt hat. Die Titel gaben 1,2 Prozent nach.

Quelle: n-tv.de

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