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Rally war gesternDax bleibt stehen

02.09.2010, 17:50 Uhr
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Die meisten Anleger mochten nach dem gestrigen Lauf nicht ins Rennen einsteigen. (Foto: dpa)

Nach der Kursrally am Mittwoch herrschte am Donnerstag Ruhe auf dem deutschen Börsenparkett. Nachdem sie so vorgeprescht seien, würden sich die Anleger nun vor dem am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht wieder zurücknehmen, meinen Börsianer.

Der Dax schloss unverändert auf dem Vortagesstand von 6.083 Zählern. Am Tag zuvor hatte ein überraschender Anstieg des Einkaufsmanagerindex für die US-Wirtschaft den Leitindex um 2,7 Prozent über die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten katapultiert. "Bis zu den Zahlen hatten die meisten noch auf Rezessionsängste gesetzt", sagte ein Händler. "Jetzt hat das ein bisschen nachgelassen, aber ganz sicher ist das alles noch nicht." Im Blick hätten die Anleger vor allem den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. "Vorher werden sich die Anleger kaum aus der Deckung trauen", hieß es. Auch die leicht gesunkenen US-Anträge auf Arbeitslosenhilfe perlten am Markt ab: "Die Zahlen waren besser als erwartet, aber kein großer Wurf", sagte ein Analyst. Insgesamt stellten in den USA 472.000 Menschen erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe und damit weniger als von den Experten prognostiziert.

Spitzenreiter im Dax waren erneut HeidelbergCement. Die Papiere des Baustoffkonzerns verteuerten sich um 2,3 Prozent auf 34,34 Euro, nachdem sie am Mittwoch bereits um gut sechs Prozent zugelegt hatten. Wenn die Konjunktursorgen etwas nachließen, seien zyklische Werte immer stärker gefragt, sagte ein Händler. Börsianer verwiesen zudem auf eine Hochstufung des Zementsektors durch die Analysten von Cheuvreux.

Das steigende Interesse der US-Verbraucher an deutschen Oberklassewagen half den Aktien von Daimler und BMW. Mit einem Aufschlag von 1,3 beziehungsweise 1,6 Prozent zählten sie zu den Zugpferden im Dax. "In der Summe konnte die Absatzentwicklung im August, insbesondere im Vergleich zu den asiatischen und US-Herstellern, überzeugen", sagte DZ-Bank-Analyst Michael Punzet. VW-Aktien konnten 1,0 Prozent zulegen, obwohl die Wolfsburger im August in den USA knapp acht Prozent weniger Autos verkauft hatten. Immerhin war da die Tochter Porsche mit einem Plus von 33 Prozent erfolgreicher. Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz USA setzte 15 Prozent mehr um als vor Jahresfrist. BMW verzeichnete mit seiner Marke ein Plus von 1,6 Prozent.

Die Aktien der Deutschen Post profitierten von einem Erfolg im Rechtsstreit mit der EU-Kommission um staatliche Beihilfen und stiegen um 1,3 Prozent. Die Post kann dem Urteil zufolge 902 Mio. Euro an angeblichen Beihilfen behalten.

Nicht gefragt waren die Aktien der Deutschen Bank, die mit einem Minus von 3,2 Prozent das Schlusslicht im Dax bilden. Händlern zufolge hatten die Analysten von Merrill Lynch die Aktien auf die "Least Preferred List" genommen. Zudem gebe es Gerüchte, dass sich bei dem Finanzinstitut eine Kapitalerhöhung anbahne. Die Deutsche Bank wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Zu den Verlierern zählten auch die Aktien von RWE, obwohl Börsianer einen Zeitungsbericht über einen Umbau des Energiekonzerns positiv aufnahmen. "Solange die künftige Steuerbelastung nicht geklärt ist, bleiben die Versorgerwerte einfach unpopulär bei den Anlegern", erklärte ein Händler. Sollte RWE-Chef Jürgen Großmann wie vom "Handelsblatt" berichtet die Geschäftsaktivitäten von RWE auf dem Heimatmarkt in eine Deutschland AG zusammenfassen, könnte dies Börsianern zufolge den Einfluss der Kommunen auf RWE schwächen. Vor allem ausländische Investoren würden eine solche Entwicklung begrüßen, hieß es. RWE-Papiere notierten 0,5 Prozent schwächer,

Im TecDax machten Conergy auf sich aufmerksam: Nach einem Großauftrag aus Griechenland drehten die Papiere ins Plus und setzen sich mit einem Kursgewinn von 6,9 Prozent zeitweise an die Spitze des Index. Zu guter Letzt blieb ein Plus von 4,2 Prozent übrig. Das Unternehmen schloss nach eigenen Angaben einen Rahmenvertrag mit einem griechischen Investor zur Lieferung von 20 Solarkraftwerken.

Quelle: sla/rts/DJ