Wirtschaft
Der Dax hat den Weg nach oben heute nicht gefunden.
Der Dax hat den Weg nach oben heute nicht gefunden.(Foto: picture alliance / dpa)

EADS mit dickem Plus: Dax bleibt unten

Die gescheiterten Fusionsgespräche zwischen EADS und BAE Systems sind das Top-Thema auf dem Parkett. "Unüberbrückbare politische Differenzen" verhindern die Hochzeit der Rüstungsriesen. Im MDax ziehen EADS nach dem geplatzten Deal an die Spitze. Da kann der Dax nicht mithalten.

Related contentSpekulationen auf eine enttäuschende Berichtssaison haben einige Anleger zum Rückzug aus dem deutschen Aktienmarkt bewogen. Der Dax pendelte um den Vortagesschluss bei 7.235 Zählern und schloss schließlich 0,4 Prozent tiefer bei 7.205 Zählern. Seit Wochenbeginn hat er gut 2,5 Prozent an Wert verloren. Bei den Einzelwerten stand die geplatzte Fusion zwischen EADS und BAE Systems im Mittelpunkt.

Nach Angaben von BAE scheiterte die Fusion mit EADS an den unterschiedlichen Interessen der beteiligten Regierungen in London, Paris und Berlin. "Dass die Gespräche geplatzt sind, kam jetzt sehr überraschend", sagte ein Börsianer in Frankfurt. "Es sah doch eher danach aus, als ob es auf eine Fristverlängerung hinausläuft". Für die EADS-Aktie seien das gute Nachrichten. "Sie hat durchaus noch Potenzial, um in Richtung ihrer alten Jahreshochs zu laufen."

Die EADS-Titel legten in Frankfurt um fünf Prozent auf 27,38 Euro zu. Den Jahreshöchststand hatten die Anteilsscheine im April mit 31,65 Euro erreicht. Seit Bekanntwerden der Fusionspläne am 12. September haben die Papiere zwölf Prozent eingebüßt. Die Anteilsscheine von BAE verloren bis zu 2,9 Prozent, reduzierten ihr Minus im Handelsverlauf aber auf 0,98 Prozent.

Am Gesamtmarkt hielten sich die Anleger derweil zurück. "Wenn man sich die Daten anschaut, überwiegen die negativen Perspektiven", fasste ICF-Analyst Klaus Stabel die Stimmung an den Börsen zusammen. Die jüngsten Prognosesenkungen für die Weltkonjunktur durch den IWF und die zurückhaltendere Einschätzung der Weltbank zur wirtschaftlichen Entwicklung in China hatten die Anleger in dieser Woche von den Märkten ferngehalten. Auch der Start der US-Berichtssaison gebe wenig Anlass zur Freude, sagte Stabel.

Der Aluminiumkonzern Alcoa, der traditionell die US-Berichtssaison einläutet, rutschte in die roten Zahlen. Sonderaufwendungen herausgerechnet, verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von drei US-Cent je Aktie. Dies liegt ein Cent über den - zuvor allerdings reduzierten - Prognosen der Analysten. Im nachbörslichen US-Geschäft gaben Alcoa-Aktien nach, die in Frankfurt gelisteten Titel verloren ein Prozent.

Im Dax gehörten Bankentitel neben defensiven Werten zu den Favoriten. Dabei waren die Papiere der Deutschen Bank mit plus 0,9 Prozent besonders gefragt. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times", wonach die britische Finanzaufsicht FSA aus Sorge vor einer Rezession die Regeln für ihre Banken aufweicht.

Nach einer Herabstufung trennten sich Anleger von SAP. Die Aktien des Software-Riesen verbilligten sich um zwei Prozent. Die Analysten von Barclays setzten SAP herunter auf "Equal Weight" von "Overweight" und begründeten dies mit dem starken Lauf der Aktien. Seit Jahresbeginn haben die Papiere gut 33 Prozent zugelegt.

Ermuntert von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank griffen Anleger bei MAN zu, die Aktie gewann 3,4 Prozent. Die Aussichten für das Europa-Geschäft seien zwar weiterhin trübe, schrieb Analyst Jochen Gehrke in einem Kommentar. Allerdings gebe es Anzeichen für eine Belebung des wichtigen brasilianischen Marktes. Darüber hinaus dürften die Einsparungen bald Früchte tragen. Gehrke stufte MAN auf "Buy" von "Hold" herauf und hob das Kursziel auf 94 von 72 Euro an.

Quelle: n-tv.de

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