Archiv

EADS mit dickem PlusDax bleibt unten

10.10.2012, 17:39 Uhr
imageHier kommt der Autor hin
27001040
Der Dax hat den Weg nach oben heute nicht gefunden. (Foto: picture alliance / dpa)

Die gescheiterten Fusionsgespräche zwischen EADS und BAE Systems sind das Top-Thema auf dem Parkett. "Unüberbrückbare politische Differenzen" verhindern die Hochzeit der Rüstungsriesen. Im MDax ziehen EADS nach dem geplatzten Deal an die Spitze. Da kann der Dax nicht mithalten.

DAXSpekulationen auf eine enttäuschende Berichtssaison haben einige Anleger zum Rückzug aus dem deutschen Aktienmarkt bewogen. Der Dax pendelte um den Vortagesschluss bei 7.235 Zählern und schloss schließlich 0,4 Prozent tiefer bei 7.205 Zählern. Seit Wochenbeginn hat er gut 2,5 Prozent an Wert verloren. Bei den Einzelwerten stand die geplatzte Fusion zwischen EADS und BAE Systems im Mittelpunkt.

Nach Angaben von BAE scheiterte

die Fusion mit EADS an den unterschiedlichen Interessen der beteiligten Regierungen

in London, Paris und Berlin. "Dass die Gespräche geplatzt sind, kam jetzt sehr

überraschend", sagte ein Börsianer in Frankfurt. "Es sah doch eher danach

aus, als ob es auf eine Fristverlängerung hinausläuft". Für die EADS-Aktie

seien das gute Nachrichten. "Sie hat durchaus noch Potenzial, um in Richtung

ihrer alten Jahreshochs zu laufen."

Die EADS-Titel legten in Frankfurt um fünf Prozent auf 27,38 Euro zu. Den Jahreshöchststand

hatten die Anteilsscheine im April mit 31,65 Euro erreicht. Seit Bekanntwerden der

Fusionspläne am 12. September haben die Papiere zwölf Prozent eingebüßt. Die Anteilsscheine

von BAE verloren bis zu 2,9 Prozent, reduzierten ihr Minus im Handelsverlauf

aber auf 0,98 Prozent.

Am Gesamtmarkt hielten sich

die Anleger derweil zurück. "Wenn man sich die Daten anschaut, überwiegen die

negativen Perspektiven", fasste ICF-Analyst Klaus Stabel die Stimmung an den

Börsen zusammen. Die jüngsten Prognosesenkungen für die Weltkonjunktur durch den

IWF und die zurückhaltendere Einschätzung der Weltbank zur wirtschaftlichen Entwicklung

in China hatten die Anleger in dieser Woche von den Märkten ferngehalten. Auch der

Start der US-Berichtssaison gebe wenig Anlass zur Freude, sagte Stabel.

Der Aluminiumkonzern Alcoa, der traditionell die US-Berichtssaison einläutet, rutschte

in die roten Zahlen. Sonderaufwendungen herausgerechnet, verbuchte das Unternehmen

einen Gewinn von drei US-Cent je Aktie. Dies liegt ein Cent über den - zuvor allerdings

reduzierten - Prognosen der Analysten. Im nachbörslichen US-Geschäft gaben Alcoa-Aktien

nach, die in Frankfurt gelisteten Titel verloren ein Prozent.

Im Dax gehörten Bankentitel neben defensiven Werten

zu den Favoriten. Dabei waren die Papiere der Deutschen Bank mit plus 0,9 Prozent

besonders gefragt. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Financial Times",

wonach die britische Finanzaufsicht FSA aus Sorge vor einer Rezession die Regeln

für ihre Banken aufweicht.

Nach einer Herabstufung trennten sich Anleger von SAP. Die Aktien des Software-Riesen verbilligten sich um zwei Prozent. Die Analysten von Barclays setzten SAP herunter auf "Equal Weight" von "Overweight" und begründeten dies mit dem starken Lauf der Aktien. Seit Jahresbeginn haben die Papiere gut 33 Prozent zugelegt.

Ermuntert von einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank griffen Anleger bei MAN zu, die Aktie gewann 3,4 Prozent. Die Aussichten für das Europa-Geschäft seien zwar weiterhin trübe, schrieb Analyst Jochen Gehrke in einem Kommentar. Allerdings gebe es Anzeichen für eine Belebung des wichtigen brasilianischen Marktes. Darüber hinaus dürften die Einsparungen bald Früchte tragen. Gehrke stufte MAN auf "Buy" von "Hold" herauf und hob das Kursziel auf 94 von 72 Euro an.

Quelle: ntv.de, sla/dpa/rts