Wirtschaft
Am Montag ging es mit dem Dax genauso kräftig bergab wie am Freitag.
Am Montag ging es mit dem Dax genauso kräftig bergab wie am Freitag.(Foto: REUTERS)

Der große Rutsch geht weiter: Dax bricht wieder heftig ein

Die neue Börsenwoche beginnt für den Dax so dramatisch wie die alte geendet hat: Die Kurse rutschen auf breiter Front gewaltig ab. Dabei sah alles nach Erholung aus. Händler sehen technische Faktoren am Werk.

Auch am ersten Handelstag der neuen Woche setzt der Dax seine Verlustserie fort. Nach anfänglichen Gewinnen drehte der deutsche Leitindex am Nachmittag ins Minus und ging am Ende 2,7 Prozent schwächer bei 9.334,01 Punkten aus dem Handel. Schon am Freitag war der deutsche Leitindex 2,7 Prozent eingebrochen und hatte bei 9594,73 Punkten geschlossen. Er beendete die Woche mit der schlechtesten Wochenbilanz seit mehr als drei Jahren. Der MDax rutschte ebenfalls 1,3 Prozent auf 16.158,43 Zähler ab. Der TecDax verlor 2,1 Prozent auf 1.304,12 Punkte.

"Der DAX macht alles nach, was der S&P500 macht, und der ist an der 2.020er-Marke gescheitert", sagt ein Händler mit Verweis auf den Widerstand. Ein anderer Händler bestätigt dies: "Der Markt ist derzeit sehr technisch getrieben". Hinzu kamen negative Vorgaben: An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland ihre Verluste am Freitag ausgebaut. In Tokio gab der Nikkei-Index am Montag um 1,6 Prozent auf 17.099 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite fiel um 0,1 Prozent auf 2936 Punkte.

Sorgen bereitete den Börsianern auch China. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt könnte sich im kommenden Jahr auf 7,1 Prozent von voraussichtlich 7,4 Prozent in diesem Jahr abschwächen. Auslöser werde die Flaute am Immobilienmarkt sein, heißt es in einer Analyse der Prognostiker der chinesischen Zentralbank People Bank of China (PBoC). Die Entwicklung werde das widerspiegeln, was die chinesische Parteiführung als "neue Normalität" apostrophiert habe: Ein langsameres, aber dafür qualitativ höherwertiges Wirtschaftswachstum.

Analysten bewegen Einzelwerte

Ansonsten sorgten Analysten-Kommentare für Kursbewegungen bei den Einzelwerten. RWE verloren 4,7 Prozent, nachdem die Analysten von BoA-ML nach Aussage aus dem Handel den Versorger auf "Neutral" von "Buy" gesenkt haben. Lanxess verloren 1,3 Prozent, nachdem die Analysten von Baader den Wert laut Händlern auf "Kaufen" nach "Neutral" hochgestuft hatten.

Ein Vorstoß des Billigfliegers Ryanair warf einen Schatten auf die Lufthansa-Aktien - sie sanken um 3,0 Prozent. Die irische Fluggesellschaft will mehr Geschäftsreisende anziehen und deshalb künftig am Drehkreuz München starten und landen. "Wir kommen in alle eure größeren Flughäfen außer Frankfurt", kündigte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs in der "Wirtschaftswoche" an. Allerdings sei noch nichts unterschrieben.

Selbst für Adidas ging es 1,6 Prozent nach unten, obwohl der Sportartikelhersteller mit guten Zahlen überraschte. "Wir werden in diesem Jahr mit einem Rekordumsatz in unserem Heimatmarkt Deutschland abschließen", hatte der Vorstandschef des Sportartikelherstellers, Herbert Hainer, am Freitag gesagt. Die erfolgreiche Fußball-WM und der Rekordabsatz an DFB-Trikots hätten dazu beigetragen.

Ein Plus von immerhin noch 0,3 Prozent verzeichnete Nordex im TecDAX. Der Windkraftanlagenbauer will seinen Marktanteil von 10 Prozent in Deutschland ausbauen. Zugleich will das Unternehmen verstärkt außerhalb Europas wachsen. Ob für 2014 eine Dividende gezahlt wird, ist laut Nordex offen. Es sei überraschend, dass das Unternehmen überhaupt eine Dividende in Erwägung ziehe, sagt ein Händler.

Quelle: n-tv.de

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