Wirtschaft
Allein, es fehlt die Bodenhaftung.
Allein, es fehlt die Bodenhaftung.(Foto: picture alliance / dpa)

US-Banken teils besser als erwartet: Dax drückt die Beine durch

Der deutsche Aktienmarkt rettet sich im späten Handel ins Plus. Rückenwind kommt aus den USA: Die großen Banken JP Morgan und Goldman Sachs haben ihre Gewinne deutlich gesteigert. Händlern zufolge nutzen Investoren die günstigen Einstiegsmöglichkeiten.

Der deutsche Aktienmarkt hat seine Verluste im späten Handel wettgemacht. Auftrieb gaben positive Zahlen aus den USA. Trotzdem bleibt ein Hauch von Skepsis bestehen.

Bei niedrigen Umsätzen legte der Dax 0,2 Prozent auf 7691 Punkte zu. Der MDax drehte 0,4 Prozent ins Plus auf 12.315 Zähler. Der TecDax kletterte 0,4 Prozent auf 862 Punkte.

Händler verwiesen darauf, dass viele Fondsmanager jede Schwächephase des Marktes ausnutzten, um zu günstigeren Preisen wieder einzusteigen. "Das sieht wie ein Markt mit mehrjährigen Kurssteigerungen aus und die Angst, das zu verpassen, ist größer als die vor einer möglichen Kurskorrektur", sagte ein Händler in Paris.

Die Unsicherheit vor den Quartalszahlen der US-Banken JP Morgan und Goldman Sachs verflog nicht ganz, wurde aber zumindest etwas beschwichtigt. Beide Institute haben die Erwartungen mit ihren Zahlen für das vierte Quartal immerhin nicht enttäuscht. Die US-Börsen konnten davon allerdings nicht profitierten.

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Am Devisenmarkt klebte der Euro nahe der Marke von 1,33 zum Dollar. Für Druck hatten Aussagen von Eurogruppenleiter Jean-Claude Juncker. Nach seiner Auffassung hat die Einheitswährung ein "gefährlich hohes" Niveau erreicht. In der Tat sei ein starker Euro nicht hilfreich für eine wirtschaftlich schwache Eurozone, merkte die Credit Agricole dazu an. Äußerungen aus der Politik und der EZB nahmen den kritischen Aussagen von Luxemburgs Premier Juncker später den Biss.

Bilderserie

Die schwelenden Unsicherheiten an den Aktienmärkten trieben die Anleger wieder verstärkt in deutsche Bundesanleihen. Hier ging es den zweiten Tag in Folge mit den Notierungen nach oben. Die Rendite gab im frühen Geschäft um 1 Basispunkt auf 1,57 Prozent nach. In Italien bzw. Spanien ging es dagegen mit den Marktzinsen nach oben; die italienische Rendite stieg um 3 Basispunkte auf 4,24 Prozent, für die spanische ging es 4 Basispunkte auf 5,02 Prozent nach oben.

Bankentitel drehen ins Plus

Die deutschen Bankaktien profitierten von den Zahlen von JP Morgan und Goldman Sachs. Sie konnten ihre anfänglichen Verluste deutlich reduzieren. Commerzbank notierten am Ende noch 0,8 Prozent schwächer, Deutsche Bank schlossen 0,2 Prozent niedriger. Im frühen Geschäft wurden beide Titel noch weit oben auf den Verkaufslisten der Anleger geführt. Händler führten die Verluste vor allem auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem die Banken zuletzt gut gelaufen waren.

Zu den Dax-Gewinnern zählten die Aktien von Fresenius mit einem Plus von knapp 3,0 Prozent. UBS hatte die Aktien auf ihre Empfehlungslisten gesetzt und die Kursverluste der vergangenen Wochen als überzogen beschrieben.

Auf Talfahrt gingen dagegen die Titel von Infineon mit einem Abschlag von 0,8 Prozent. Händler sagten, UBS habe die Titel von ihrer Tech-Favoriten-Listen gestrichen.

Erholen konnten sich die Aktien von SAP, die sich aus dem Keller von minus ein Prozent auf plus 0,5 Prozent hochrobbten. Die Softwareschmiede hatte am Vortag die Anleger mit ihren Quartalszahlen enttäuscht.

Metro-Aktie taucht ab

Metro gaben ihre Tagesgewinne komplett wieder ab und notierte 0,4 Prozent leichter. Im vierten Quartal waren die Umsätze um 0,5 Prozent auf 19,4 Mrd. Euro gestiegen, was den Erwartungen der Analysten entsprach. Mit den Zahlen hat der Handelskonzern zugleich erklärt, das Engagement von Media Saturn in China einzustellen.

In der zweiten Reihe folgten Anleger einer Verkaufsempfehlung von Equinet und trennten sich von Wacker Chemie. Die Aktien fielen 1,4 Prozent und waren damit schwächster MDax-Wert. Die Analysten von Equinet gehen nicht davon aus, dass sich die Polysilizium-Preise auf absehbare Zeit deutlich erholen werden. Im Solarmarkt gebe es weiterhin zu hohe Überkapazitäten, hieß es in dem Kommentar. Ein weiterer Belastungsfaktor ist aus Sicht der Analysten der anhaltende Streit zwischen China und den USA beziehungsweise Europa über Strafzölle auf Solarimporte. Sie stuften die Aktien herunter auf "Sell" von "Hold".

Eine Kapitalerhöhung setzte der Aktie der Deutschen Wohnen etwas zu. Die Titel erholten sich nach einer Stippvisite im roten Bereich und schafften ein Plus 0,3 Prozent. "Das Unternehmen hat schon Anfang Dezember angekündigt, das Kapital um 50 Prozent aufstocken zu wollen", sagte ein Händler. Angesichts des anstehenden Börsengangs der nordrhein-westfälischen LEG Immobilien GmbH schließe sich das "Zeitfenster" für die Kapitalmaßnahmen der Deutsche Wohnen immer mehr und setze die Deutsche Wohnen unter Handlungszwang. Zumal mit Deutsche Annington ein weiterer großer Börsengang auf der Agenda 2013 stehe.

Quelle: n-tv.de

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