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"Pause auf niedrigem Niveau": Dax dürfte sich hochrappeln

Die deutschen Standardwerte könnten sich etwas erholen. Insgesamt dürften die Anleger aber vorsichtig bleiben. Sie befürchten, dass es US-Präsident Obama nicht gelingen wird, den Haushaltsstreit mit den oppositionellen Republikanern beizulegen. Außerdem wirken negative Aussagen von EZB-Chef Draghi nach. Dazu werden eine Reihe von Dax-Zahlen erwartet.

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Nach dem Ausverkauf an der Wall Street dürften Europas Börsen zum Handelsauftakt "eine Pause auf niedrigem Niveau einlegen", wie ein Händler formuliert. Eine kleine Erholung der Aktienkurse sei möglich. Nach dem größten Rücksetzer des DJIA in diesem Jahr gelte es, "die Wunden zu lecken. Eine durchgreifende Erholung auf den gestrigen Sell-off ist aber unwahrscheinlich", sagt der Händler.

Vor allem Quartalsberichte dürften den Ton an den Börsen angeben. Unter anderem legten bereits die Telekom und die Commerzbank am Morgen Zahlen vor.

Die Asien-Börsen verzeichneten am Morgen Verluste. Der Nikkei-Index fiel 1,5 Prozent, der Index in Shanghai verlor gut ein Prozent. 

Der Dax hatte am Vortag zwei Prozent niedriger bei 7232 Punkten geschlossen. Nach Aussage eines Händlers von Lang & Schwarz verlief der nachbörsliche Handel am Mittwoch insgesamt sehr ruhig. Dementsprechend niedrige seien auch die Umsätze gewesen. Die Aktie der Commerzbank wurde 1 Prozent höher getaxt, nach einem Schlussstand von 1,50 Euro. Wie das Institut am Abend bekanntgab, sollen bis 2016 insgesamt 2 Mrd. Euro in Wachstum investiert werden. Heute wird die Commerzbank zudem die Ergebnisse für das dritte Quartal bekanntgeben.

Auch an der Wall Street ging es abwärts. Der Dow Jones und der S&P 500 beendeten den Handel mit einem Abschlag von 2,4 Prozent, der Nasdaq-Composite verlor 2,5 Prozent. Vor allem die Angst vor automatischen Steuererhöhungen und Einsparungen für den Fall, dass sich der US-Präsident und der Kongress bis Januar nicht auf einen neuen Haushaltsplan einigen können, belastete die Kurse.   

Die Freude über den klaren Wahlsieg Barack Obamas war am Vortag an den internationalen Finanzmärkten schnell verpufft. Negative Aussagen von Mario Draghi machten den Anlegern einen Strich durch die Rechnung. Nach Einschätzung des EZB-Präsidenten haben Ausläufer der Schuldenkrise nun auch Deutschland erreicht. Auf der Aktienseite sorgte der Obama-Sieg zunächst für gute Stimmung. Positiv wurde vor allem das eindeutige Ergebnis der Präsidentschaftswahlen gewertet - wenn auch nur kurz.

Nach anfänglichen Kursgewinnen schlossen die Märkte deutlich im Minus. Auch die Wall Street verbuchte Kursverluste. "Der kleine Obama-Bonus ist aufgebraucht, jetzt geht es weiter wie vorher", sagte ein Händler. "Im Fokus stehen noch immer die Euro-Krise und das drohende Schuldendrama in den USA", ergänzte Michael Hewson, Analyst bei CMC Markets. 

US-Präsident Barack Obama hat zwar eindeutig gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney gewonnen. Im Kongress dürfte der Demokrat jedoch auch in seiner zweiten Amtszeit auf Widerstand stoßen, da das Repräsentantenhaus in der Hand der Republikaner bleibt.

Der weiterhin gespaltene Kongress werde es schwermachen, vor Jahresende die notwendigen Kompromisse im Haushaltsstreit zu finden, sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. "Sollten beide Seiten sich nicht einigen, würden unmittelbar zum Jahresbeginn 2013 automatisch die US-Staatsausgaben gekürzt und die Steuern erhöht in einem Umfang, der 5,1 Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung entspricht. Dies könnte die US Wirtschaft in eine erneute Rezession stürzen."

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Quelle: n-tv.de

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