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Wann fällt die 11.000er Marke?: Dax erklimmt neue Höhen

Mit einem Börsenbeben haben Anleger nach dem Regierungswechsel in Griechenland gerechnet. Doch sie liegen meilenweit daneben: Am deutschen Aktienmarkt geht es weiter bergauf - und zwar unbeirrt.

Die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank flutet weiter den deutschen Aktienmarkt. Der Machtwechsel in Athen wird anders als noch vor Wochen zur Randnotiz. Von einer Belastung des Regierungswechsels für den Handel kann keine Rede sein. "Die Stimmung ist angesichts der jüngsten Konjunkturspritze der EZB einfach zu gut, um den Dax nachhaltig ins Minus zu drücken", sagte ein Börsianer. Gut für die Stimmung ist zudem ein gestiegener Ifo-Index. Und so dauert die Rekordjagd an - und Allzeithochs haben weiter nur kurze Zeit Bestand. Die Anleger seien immer noch euphorisiert von der billionenschweren Geldspritze, die die Europäische Zentralbank (EZB) den Börsen in der Vorwoche verabreicht habe, sagte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets.

Am Ende kletterte der Dax um 1,4 Prozent auf 10.798 Punkte. Mit seinem siebten Schlussrekord in Folge. Der Höchststand notiert inzwischen bei 10.809 Stellen. Der MDax gewann 1,2 Prozent auf 18.877 Zähler. Der TecDax erhöhte sich um 1,5 Prozent auf 1502 Stellen, womit der Technologie-Index immerhin das Niveau von 2001 erreichte. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 stieg um 1,0 Prozent auf 3416 Punkte.

Nach seinem klaren Sieg bei der Parlamentswahl in Griechenland hat das Linksbündnis Syriza Verhandlungen über die Reformauflagen seiner internationalen Geldgeber angekündigt. Inzwischen haben mehrere Vertreter der Euro-Zone einen Schuldenschnitt oder Austritt Athens aus der Währungsunion abgelehnt. Verhandelbar scheinen indes die Kreditraten.

Griechische Banken brechen weg

An den europäischen Märkten ging es in Athen am stärksten hinab. Der Sieg des Linksbündnisses Syriza drückte den Leitindex anfangs um über fünf Prozent ins Minus. Zum Handelsende notierte er 3,2 Prozent niedriger bei 813,55 Punkten. Im Bankensektor verbilligten sich National Bank of Greece um 13 Prozent. Eurobank Ergasias büßten 10,4 Prozent ein. Piraeus brachen um 17,6 Prozent ein und Alpha Bank um 11,6 Prozent.

Die Furcht vor einer Verschärfung der westlichen Sanktionen gegen Russland setzte derweil Rubel und russischen Aktienmarkt unter Druck. In der ukrainischen Großstadt Mariupol sollen nach Berichten der Zentralregierung in Kiew bei einem Raketenbeschuss der prorussischen Separatisten mindestens 30 Menschen getötet worden sein.

Mit einem kräftigen Plus hat die Börse in Zürich geschlossen. Der Wahlausgang in Griechenland belastete das Sentiment lediglich in der ersten Handelsstunde. Der SMI gewann 1,7 Prozent auf 8.296 Punkte und schloss damit nur knapp unter seinem Tageshoch.

Rheinmetall auf Tal-und-Berg-Fahrt

Im Dax schoben sich HeidelCement mit einem Plus von 4,3 Prozent an die Spitze. Offenbar setzten viele Anleger auf ein Anziehen der Konjunktur - auch im Bau - durch die Geldschwemme. Deutsche Post erhöhten sich um 4,1 Prozent. Lufthansa stiegen im Sog einer positiven Studie von Goldman Sachs um 3,0 Prozent. BMW verteuerten sich nach einer Kurszielerhöhung durch die DZ-Bank um 2,4 Prozent. Fresenius legten um 2,1 Prozent zu. Grund ist die Kunde einer höheren Fresenius-Dividende. "Das hat in letzter Zeit immer als Kurstreiber gewirkt", sagt ein Händler. Der Markt sei bislang von einer unveränderten Dividende von 1,25 Euro ausgegangen und reagiere daher positiv. Unter Druck standen am anderen Ende einzig Commerzbank, die 1,4 Prozent nachgaben.

In der zweiten Reihe verteuerten sich allen voran Krones und legten 4,2 Prozent zu. Gea verbuchten einen Aufschlag von 3,3 Prozent. Klöckner + Co zogen 3,0 Prozent an.

Auf den Verkaufslisten standen nach der Schlussglocke Bilfinger ganz oben und sanken um 1,6 Prozent. Salzgitter büßten 1,5 Prozent ein. Einen abenteuerlichen Tag erlebten die Rheinmetall-Papiere. Am Ende waren sie 0,3 Prozent leichter, nachdem im frühen Handel noch ein Minus von neun Prozent zu Buche gestanden hatte. Grund war der deutsche Exportstopp nach Saudi-Arabien. Das Land sei schließlich ein wichtiger Kunde der deutschen Rüstungsindustrie, sagt ein Börsianer. Tatsächlich aber, mutmaßten Marktteilnehmer, geriet manchen Anlegern Aufträge und Regionen etwas durcheinander. Die zwischenzeitliche Abstrafung des Papiers sei nicht im Ansatz gerechtfertigt.

Im TecDax zog es Compugroup um 7,6 Prozent in die Höhe. Xing legten 6,6 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de

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