Wirtschaft
Die wieder gefüllte Agenda dürfte einiges geraderücken und für neue Impulse sorgen.
Die wieder gefüllte Agenda dürfte einiges geraderücken und für neue Impulse sorgen.(Foto: picture alliance / dpa)

Gute Stimmung hält an: Dax erwartet Signale

So langsam kommt der Börsenhandel in Schwung. Die Terminlisten füllen sich. Im Zentrum des Interesses stehen dabei die Notenbanken. So wird die Fed ihr Sitzungsprotokoll veröffentlichen. Daneben rückt die EZB-Ratssitzung näher.

Am deutschen Aktienmarkt dürfte nach den jüngsten Kursgewinnen am Mittwoch Zurückhaltung herrschen. Am Vortag war der deutsche Leitindex über die psychologisch wichtige Marke von 9500 Punkten gesprungen und 0,8 Prozent fester bei 9506 Zählern aus dem Handel gegangen. Die Experten von Lang & Schwarz sehen einen unveränderten Stand. Insgesamt ist die Stimmung laut Händlern weiterhin gut. Der schwache Jahresauftakt an den europäischen Börsen ist überwunden. Haussierende Bankenaktien zogen am Vortag die Gesamtmärkte in die Höhe.

Agenda füllt sich

Für viele Marktteilnehmer ist es nur ein Frage der Zeit, wann der Dax ein neues Rekordhoch markiert. Angesichts der gut gefüllten Agenda in der zweiten Wochenhälfte dürfte das Handelsvolumen an den Börsen steigen. Erster wichtiger Termin ist die Veröffentlichung von Arbeitsmarktdaten des Abrechnungsdienstleisters ADP. Gute Subkomponenten der Einkaufsmanagerindizes für den Sektor des Verarbeitenden Gewerbes sowie für den Dienstleistungsbereich hatten bereits daraufhin gedeutet, dass sich der US-Arbeitsmarkt im Dezember gut entwickelt hat. Damit könnte auch der offizielle Arbeitsmarktbericht am Freitag positiv überraschen.

Nach Börsenschluss in Europa wird am Mittwoch das Protokoll der US-Notenbanksitzung vom 17./18. Dezember veröffentlicht. Zu diesem Termin kündigten die Notenbanker an, das Anleihekaufprogramm in einem ersten Schritt um zehn Milliarden Dollar monatlich ab Januar zu senken. Die US-Notenbank nutzt diesen Bericht als ein Instrument der Kommunikation mit dem Finanzmarkt, daher wird an der Börse dem genauen Wortlaut gelauscht. Besonders dürfte darauf geachtet werden, ob Andeutungen zu weiteren Reduzierungen des Anleihekaufprogramms in dem Protokoll zu finden sind. Die Volkswirte der Credit Agricole gehen davon aus, dass die Fed bereits Ende des Monats eine weiter Senkung um 10 Milliarden Dollar auf dann 65 Milliarden Dollar monatlich bekannt geben wird.

Am Donnerstag folgen dann die Notenbanksitzungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank. Am Abend des selben Tages eröffnet der Aluminiumkonzern Alcoa, wenn auch nicht mehr im Dow-Jones-Index vertreten, die Berichtssaison in den USA. In dieser Woche legen zudem noch die Einzelhändler Bed Bath & Beyond und Family Dollar ihre Quartalszahlen vor.

Kion im Blick

Chart

Bei den Einzeltiteln richten sich die Blicke auf Kion. Händler sehen die Platzierung eines Aktienpakets von Goldman Sachs und KKR als möglichen Startschuss für weitere Kursgewinne. Die Nachfrage in dem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren sei sehr hoch gewesen. Die Papiere werden wohl bei 29,50 Euro platziert.

Langfristiger stütze der Streubesitz: "Der Freefloat geht damit weiter hoch und führt zur Höhergewichtung in den Indizes", sagt der Händler. Verstärkt werde dies durch die günstige Marktumgebung, die Platzierungen sehr schnell aufnehme. Daher sei damit zu rechnen, dass KKR und Goldman Sachs ihren Ausstieg nach Ablauf der Stillhalteperiode von drei Monaten weiter fortsetzen und kein Interesse an bis dahin fallenden Notierungen haben. "Zudem hat Kion eine starke Underperformance gegenüber Jungheinrich, so dass es auch hier noch Aufholbedarf gibt."

Eine große Kursbelastung sollte die Platzierung am Mittwoch nicht bringen oder zumindest schnell wieder aufgeholt werden. Untergebracht werden 10,7 Millionen Aktien, das Volumen liegt damit bei rund 330 Millionen Euro und entspricht etwas mehr als 10 Prozent der Marktkapitalisierung. Die Beteiligung der gemeinsamen Holding Superlift von Goldman Sachs und KKR sinkt danach auf 38 Prozent.

Klöckner & Co empfohlen

Eine Kaufempfehlung der DZ Bank hat Klöckner & Co vorbörslich an die MDax-Spitze getrieben. Die Aktien des Stahlhändlers rückten bei Lang & Schwarz um 2,3 Prozent vor. Im Frankfurter Frühhandel legten sie 1,9 Prozent zu. "Wir rechnen damit, dass die Klöckner-Aktie in den kommenden Wochen von der erwarteten Frühjahresbelebung profitieren kann", prognostiziert DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp. Zudem blieben die Perspektiven für das Amerika-Geschäft günstig. Der Experte stufte die Titel hoch auf "Buy" von "Hold".

An der Wall Street hatten sich die Anleger am Vortag angesichts eines deutlichen Rückgangs des US-Handelsdefizits in Kauflaune gezeigt. Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 rückten jeweils um 0,6 Prozent vor. Der Nasdaq-Composite legte knapp ein Prozent zu.

In Tokio ging es nach zwei Tagen mit Kursverlusten nach oben: Der Nikkei-Index gewann am Mittwoch 1,9 Prozent. Der Shanghai-Composite in China notierte dagegen nahezu unverändert.

Quelle: n-tv.de

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