Wirtschaft
Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben vorsichtig: Das Wachstum in Deutschland wackelt.
Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben vorsichtig: Das Wachstum in Deutschland wackelt.(Foto: picture alliance / dpa)

Schwaches Wachstum in Europa: Dax fährt Zickzack-Kurs

Zum Wochenschluss setzt der Dax seine nervöse Achterbahnfahrt fort. Erst bewegt sich der deutsche Leitindex seitwärts, dann brechen die Kurse ein und erholen sich wieder. Denn in Deutschland schwächelt die Konjunktur. Und auch in Europa sieht es nur wenig besser aus.

Zum Wochenschluss werden die Dax-Anleger nervös. Den ganzen Handelstag pendelte der deutsche Leitindex nervös hin und her, wechselte immer wieder das Vorzeichen. Am Ende ging er bei 9.252,94 Punkten exakt auf der Nulllinie aus dem Handel. Der MDax gewann 0,4 Prozent auf 16.290,12 Zähler. Der TecDax gab 0,6 Prozent auf 1.263,64 Stellen nach. Am Donnerstag hatte der Dax 0,4 Prozent auf 9248 Punkte gewonnen.

Nachdenklich stimmte die Märkte, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal dank eines Mini-Wachstums nur hauchdünn an einer Rezession vorbeigeschrammt ist. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Juli bis September um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft um revidiert 0,1 (bisher 0,2) Prozent und damit erstmals seit mehr als einem Jahr geschrumpft. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Experten von Rezession.

Auch Konjunkturdaten aus Europa sorgten für Verdruss: Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist im dritten Quartal dank der Erholung von Krisenstaaten wie Spanien zwar etwas kräftiger als erwartet gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September allerdings nur um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet.

Die Konjunkturaussichten bleiben für die Euro-Zone wegen der hohen Arbeitslosigkeit und dem Sparzwang in vielen Ländern mau. Die EU-Kommission senkte erst vor wenigen Tagen ihre Wachstumsprognose für 2014 von 1,2 auf 0,8 Prozent und für 2015 von 1,7 auf 1,1 Prozent. 2016 erwartet die Behörde dann ein Plus von 1,7 Prozent.

"Die etwas besseren BIP-Zahlen aus Europa haben nicht ausgereicht, die Wachstumssorgen der Anleger zu vertreiben", hieß es weiter. Die Zahlen seien zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Jedenfalls seien die Daten nicht schlecht genug, um ein entschiedeneres Eingreifen der EZB zu erzwingen.

RWE wird weiter gebeutelt

Die Aktien von Merck zählten lange zu den Dax-Gewinnern, schlossen aber mit einem Minus von 0,5 Prozent. Bofa/Merrill Lynch hatte die Aktien auf "Neutral" von "Underperform" hochgenommen. Auch RWE standen auf der Verliererseite und verbilligten sich um 1,7 Prozent. Die Aktionäre sollten sich einem Zeitungsbericht zufolge auf eine Kürzung der Dividende gefasst machen. Laut "Rheinischer Post" könnte der Energiekonzern die Dividende mittelfristig um 20 Prozent auf dann 0,80 Euro senken. Ein mittelfristiger Rückgang der Dividende um 20 Prozent sei noch nicht vollständig im RWE-Kurs enthalten, hieß es aus dem Handel.

Im TecDax legten Drillisch erst deutlich zu, notierten am Ende aber rund 6,2 Prozent schwächer. Der Mobilfunkanbieter hat dank eines Kundenzuwachses mehr verdient. Zudem kündigte Telefonica Deutschland an, seine Tochter yourfone an Drillisch verkaufen. Als "überzeugend" wertete ein Händler die Geschäftszahlen der Mobilfunkanbieters. Vor allem die Ergebnisseite überzeuge, die Bestätigung des Ausblicks wie auch der Dividendenaussage wurde im Vorfeld bereits erwartet.

Quelle: n-tv.de

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