Nach der rasanten RallyDax kuriert Kurskater

Börsianer müssen weiter auf das ersehnte neue Allzeithoch im Dax warten. Zwar nähert sich der Leitindex am Morgen der Rekordmarke bis auf wenige Punkte an, doch für den Sprung über 8151 Zähler fehlt dem Markt der Mumm. Positive Impulse bleiben angesichts einer dünnen Agenda die Ausnahme.
Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich zum Auftakt der neuen Handelswoche in vornehmer Zurückhaltung geübt. Zwar pirschte sich der Dax im frühen Handel bis auf 8148 Punkte an das bisherige Allzeithoch heran, doch die alles entscheidenden knapp vier Zähler fehlten am Ende bis zum Gipfelglück. Im weiteren Handelsverlauf war dann die Luft ganz raus.
Der Dax beendete den Handelstag mit einem Mini-Minus von 0,1 Prozent bei 8112,08 Punkten. Der MDax stieg dagegen um 0,4 Prozent auf 13.695,51 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,3 Prozent nach oben auf 932,65 Punkte.
Von heimischen Konjunkturdaten ging kaum Schwung aus. Zwar fiel der Einkaufsmanagerindex der gewerblichen Dienstleister für April etwas besser aus als von Volkswirten erwartet, allerdings sinkt der Wert unter die Expansionsschwelle von 49,6 Punkte. Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sanken zudem im März überraschend um 0,1 Prozent. Positiv wirkten dagegen noch die US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag nach.
"Nach den guten Tagen in der vergangenen Woche und der nachrichtenarmen Marktlage heute wird erst einmal wieder Luft geholt", sagte Marktanalyst Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke & Co. In den nächsten Tagen rechnet er allerdings fest damit, dass der Dax sein absolutes Rekordhoch von Mitte Juli 2007 brechen wird. "Vor allem, wenn die Quartalsberichte weiter gut sind", fügte er hinzu.
Linde macht Laune
Die Musik auf dem Parkett spielte vor allem bei der Aktie von Linde. Die Aktien des Industriegasekonzerns stiegen um 2,8 Prozent, zeitweise markieren die Papiere sogar ein neues Allzeithoch bei 149 Euro. Das Unternehmen profitierte von starken Unternehmenszahlen. DZ-Bank-Analyst Peter Spengler lobte in einem Kommentar den operativen Gewinn des Unternehmens, der mit 953 Mio. Euro etwas besser als erwartet ausgefallen war.
Auf den ersten Blick deutlich schwächer notieren die Papiere von Eon mit einem Kursminus von 7,8 Prozent. Das lag jedoch an einer kräftigen Dividendenausschüttung des Versorgers, die am Montag an die Aktionäre ausgezahlt wurde. Anleger erhielten je Aktie eine Gewinnbeteiligung für 2012 von 1,10 Euro, zu Handelsschluss verloren die Papiere 1,115 Euro. Unterm Strich fiel das Minus also nur minimal aus.
Papiere von Adidas verloren 0,8 Prozent. Die Papiere ließen nach dem kräftigen Kursplus vom vergangenen Freitag etwas Luft ab. Eine positive Analystenstudie der WGZ konnte daran nichts ändern. Die Analysten sprachen von überzeugenden Erstquartalszahlen. Sie stuften die Papiere zwar weiterhin lediglich auf "Halten" ein, erhöhten jedoch das Kursziel von 82 auf 90 Euro.
Im MDax waren Papiere von Leoni stark gefragt, die Aktie schloss 2,4 Prozent im Plus. "Vermutlich Käufe von Hedgefonds", kommentierte ein Analyst die Marktbewegung. Die Schwankung der Aktie habe im Vergleich zum Gesamtmarkt zuletzt noch einmal zugenommen und sei deutlich höher als bei Autoherstellern. Damit sei die Aktie für Hedgefonds interessant, die auf eine Erholung der Autokonjunktur setzten.
Kräftig nach oben ging es auch für die Aktie von Celesio, sie schloss 7,1 Prozent fester. In einer Analyse aus dem Hause Warburg Research hieß es, dass auf eine erneute Konsolidierung in dem Sektor gesetzt werde. So profitierte die Celesio-Aktie von der neuerlichen Übernahmespekulation, derzufolge der Mehrheitsaktionär Haniel am Verkauf eines Pakets von 25 Prozent an den US-Pharmaeinzelhändler CVS Caremark interessiert sein soll. "In der Vergangenheit liefen solche Spekulationen schnell ins Leere", sagte ein Händler.