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Zum Ende hin besser: Je näher der Feierabend rückt, desto leichter tut sich der Dax.
Zum Ende hin besser: Je näher der Feierabend rückt, desto leichter tut sich der Dax.(Foto: REUTERS)

"Die Angst ist wieder da": Dax gibt 16 Punkte ab

Die neue Woche beginnt am deutschen Aktienmarkt mit großen Bedenken und kleinen Abschlägen: Im Dax sorgen sich Anlagestrategen um politische Unsicherheitsfaktoren, die aus mehreren Richtungen drohen. Die Marke bei 7700 Punkten bleibt trotz allem in Reichweite.

Politische Risiken aus verschiedenen Weltregionen haben den deutschen Aktienmarkt zu Beginn der neuen Woche unter Druck gehalten: Nach einem unterkühlten Auftakt und einem über weite Strecken lustlosen Marktgeschehen konnte der deutsche Leitindex seine Verluste allerdings bis zum Abend deutlich verringern: Am Ende ging der Dax schließlich 16,48 Zähler oder 0,21 Prozent schwächer bei 7691,68 Punkten aus dem Handel. Das Tagestief aus dem Verlauf liegt bei 7637,32 Zählern. Das Tageshoch markierte der Dax am Nachmittag bei 7708,88 Punkten. Der MDax beendete den Tag 0,45 Prozent im Minus bei 13.202,26 Zählern. Der TecDax schloss 0,74 Prozent tiefer bei 909,20 Punkten.

Vier große Themen beherrschten die Parkettgespräche: Das Wachstum in China, der Haushaltsstreit in den USA, die schwierige Regierungsbildung in Italien und die Verhandlungen rund um die Zypern-Rettung. Ein Händler beschrieb die Stimmung mit Blick auf die vergangenen Krisenjahre: "Die Angst ist wieder da."

In China komme der Dienstleistungssektor nicht in Gang und zudem drückten staatliche Ausgabenkürzungen in den USA auf die Stimmung, ergänzte Händlerin Sarah Brylewski von Gekko Markets. Auch Italien bleibe angesichts möglicher Neuwahlen ein Thema. Zudem äußerte sich ESM-Chef Klaus Regling skeptisch, ob Pläne für direkte Hilfszahlungen an Banken aus dem Eurorettungsfonds umgesetzt werden.

Wegen der schwierigen politischen Verhältnisse in Italien geht Händlern zufolge die Sorge um, dass die hart errungenen Reformen wieder über den Haufen geworfen werden. Auch der Euro werde schon wieder auf dem Prüfstand gesehen. "Es gibt wenig Fantasie, wie die Probleme gelöst werden könnten", sagte Robert Halver, der die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank leitet. Vor diesem Hintergrund ließen Anleger die Aktien und Anleihen des Landes links liegen. Der Leitindex der Mailänder Börse fiel um 0,9 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihen stieg auf 4,88 Prozent. Vor der Wahl hatte sie bei etwa 4,5 Prozent gelegen.

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Im Dax bewegten unter anderem Analystenkommentare: Die Papiere des Medizinkonzerns Fresenius stiegen nach positiven Äußerungen zur Geschäftsentwicklung der Tochter Kabi an der Index-Spitze um 1,68 Prozent. Die Titel des Düngerproduzenten K+S büßten dagegen nach einer Abstufung 1,38 Prozent ein.

Schlusslicht waren allerdings Aktien von ThyssenKrupp mit minus 2,36 Prozent. Hier zeigten sich Anleger nicht nur angesichts der Ermittlungen des Kartellamts wegen angeblicher Preisabsprachen weiter verunsichert. Hinzu kamen am Montag die Aussichten auf allgemein sinkende Stahlpreise. Seit der Durchsuchung von Geschäftsräumen am Donnerstag haben die ThyssenKrupp-Aktien bereits fünf Prozent abgegeben - mehr als jeder andere Dax-Wert.

Peking löst Stahl-Spekulationen aus

Für Gesprächsstoff an den Finanzmärkten sorgte am Markt das strengere Vorgehen Chinas gegen steigende Immobilienpreise: Die Regierung in Peking kündigte verschärfte Auflagen bei der Immobilienfinanzierung an. Der Shanghai-Composite war daraufhin zu Wochenbeginn um 3,7 Prozent in den Keller gerauscht. "Der Immobilienmarkt ist zu heißgelaufen und die Regierung betrachtet dies als Gefahr", sagte Henry Liu, Chef-Rohstoffanalyst von Mirae Asset Securities. Allerdings müsse sie vorsichtig agieren. "Denn die lokalen Behörden sind auf den Immobilien-Boom angewiesen, um ihre Infrastruktur-Projekte zu finanzieren."

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An den europäischen Aktienmärkten reagierten besonders die Minen- und Stahlwerte mit Kursverlusten, da China als weltweit größter Abnehmer von Industriemetallen gilt. Der europäische Branchenindex verlor 2,2 Prozent und zählte damit zu den schwächsten Indizes in Europa. In London gaben die Aktien von Anglo American 2,7 Prozent nach, in Amsterdam verloren Arcelor Mittal 3,6 Prozent an Wert.

China plant unter anderem eine Zinserhöhung für Immobilienkredite. Darüber hinaus sollen Käufer eine höhere Anzahlung leisten und Verkäufer eine 20-prozentige Steuer bezahlen. Vor diesem Hintergrund wetteten einige Investoren mit Termin-Geschäften auf weiter fallende Preise für Eisen und Stahl.

Um Bankenwerte machten Investoren zu Wochenbeginn einen weiten Bogen. Ein unerwartet stark gesunkener Vorsteuergewinn der HSBC enttäuschte Anleger und sorgte dafür, dass sie sich auch aus anderen Finanzinstituten vorsorglich zurückzogen. Die Titel der größten europäischen Bank fielen um 2,4 Prozent. Der europäische Branchenindex gab 0,8 Prozent nach. In Frankfurt verloren Deutsche Bank 1,2 Prozent, Commerzbank 0,5 Prozent.

EADS steigt in den Eurostoxx50 auf

Die Anteilsscheine der Deutschen Telekom legten um 0,12 Prozent zu, obwohl der Konzern nun zwei Wochen länger als vorgesehen auf eine Entscheidung zur Fusion der Mobilfunktochter T-Mobile USA mit MetroPCS warten muss. Die MetroPCS-Aktionäre werden erst am 12. April abstimmen.

Im europäischen Umfeld hatten die Aktien von France Telecom nach einem positiven Analystenkommentar zeitweise kräftig zugelegt. Die Analysten lobten die bessere Kostenkontrolle des Konzerns. France Telecom könnte in den nächsten zehn Jahren zudem 6,5 Mrd. Euro an Fördermitteln zum Ausbau von Glasfasernetzen erhalten, hieß es in dem Kommentar. Sie stuften die Aktien hoch auf "Overweight" von "Underweight" und erhöhten das Kursziel auf 9,60 von 8,90 Euro.

Im MDax rückten die Aktien von EADS als bester Wert um 2,37 Prozent vor. Neben einem positiven Analystenkommentar verwiesen Händler auf die Aufnahme der Titel des Luft- und Raumfahrtkonzerns in den Eurostoxx50 am 18. März. Metro-Papiere sackten nach zahlreichen negativen Studien zur am Freitag angekündigten Dividendensenkung um mehr als sechs Prozent ab. Bereits am letzten Handelstag der Vorwoche hatten die Titel rund fünf Prozent verloren.

Das Bild an den übrigen Börsen Europas war am Montag uneinheitlich. Der Eurostoxx50 schloss 0,12 Prozent höher bei 2619,78 Punkten. In Paris ging es für den Cac 40 ging nach oben, während der "Footsie" in London sank. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 0,16 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,14 Prozent am Freitag auf 1,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 134,96 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,08 Prozent auf 145,49 Punkte ein.

Der Kurs des Euro sank bis zum Börsenschluss in Europa auf 1,2995 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3007 (Freitag: 1,3000) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7688 (0,7692) Euro.

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Quelle: n-tv.de