Wirtschaft
Video

Höhepunkt der Berichtssaison: Dax in den Startlöchern für Sommer-Rally

Die zahlreichen Quartalszahlen, die in der kommenden Woche anstehen, machen Hoffnung für den Dax. Die Prognosen sind gut und Sorgen um Griechenland treten in den Hintergrund. Viel hängt auch von den Signalen ab, die die Fed aussendet.

Getragen von einer Welle europäischer Firmenbilanzen könnte der Dax einen neuen Anlauf zu einer Sommerrallye nehmen. Anlagestrategen zufolge wäre bei überwiegend starken Geschäftszahlen ein Lauf Richtung 12.000 Punkten in der neuen Börsenwoche durchaus drin.

Chart

Das Zünglein an der Waage könnte allerdings US-Notenbank-Chefin Janet Yellen spielen. Und auch die Sorgen um China und Griechenland können Anleger noch nicht ganz abhaken. Zuletzt hatte der Dax einen Durchhänger: Am Freitag ging er bei 11.347 Punkten aus dem Handel und gab damit auf Wochensicht rund 2,8 Prozent ab. Auch die US-Börsen büßten zuletzt ein: Der Dow-Jones-Index verlor in der Woche 2,9 Prozent, der S&P wie auch die Nasdaq 2,3 Prozent.

Eine Zinserhöhung wird nach der Juli-Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) nach Meinung der meisten Marktteilnehmer am Mittwochabend zwar nicht verkündet werden. Es ist aber die letzte Zusammenkunft vor der September-Sitzung, bei der einige mit der Zinswende rechnen.

Chart

"Der Markt ist momentan sehr unentschieden, ob es auf September oder Dezember hinausläuft", sagt Stratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Sollte es konkrete Signale für den September-Termin geben, könne das dem Aktienmarkt einen Dämpfer versetzen. "Im Gegenzug wäre die Börsenampel bei Hinweisen auf eine spätere Anhebung wieder auf Grün."

Euro-Geschäftsklima belastet

Nach Ansicht der BayernLB wird die Fed keine konkreten Hinweise für einen Zinsschritt im September liefern, um ihren Handlungsspielraum zu wahren. Yellen werde die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt aber wohl erneut besser einschätzen und so die Erwartungen in Richtung einer ersten Leitzinsanhebung noch in diesem Jahr stärken.

Aufschluss darüber, ob die US-Wirtschaft höhere Zinsen schon verkraftet, werden auch die anstehenden Konjunkturdaten liefern. Trotz der Schwäche zum Jahresanfang sollte das Wachstum im zweiten Quartal nach Einschätzung der Commerzbank ordentlich sein. Am Donnerstag gibt es die erste Schätzung für die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes. Bereits am Montag steht der Auftragseingang langlebiger Güter für Juni an, Analysten erwarten ein solides Plus.

Im Euro-Raum dürfte die Griechenland-Krise die Stimmung in der Wirtschaft belastet haben. Beim Ifo-Geschäftsklimaindex am Montag rechnen Experten erneut mit einem kleinen Rückgang. Die Verhandlungen um das dritte Rettungspaket für Griechenland werden an den Börsen weltweit beäugt.

Kommende Woche will die Athener Börse entscheiden, ob der Handel nach mehr als drei Wochen wieder aufgenommen wird. Dann würden nach Einschätzung von Rahn vor allem griechische Bankenaktien unter die Räder kommen.

Chinas Turbulenzen sind noch nicht vorbei

Chart

Und auch die Turbulenzen am chinesischen Aktienmarkt scheinen noch nicht ausgestanden. Die Talfahrt an der Shanghaier Börse wurde dank massiver Stützungsmaßnahmen der Regierung vorerst gestoppt. Doch die Angst vor einer Konjunkturabschwächung im Reich der Mitte treibt Investoren weltweit um.

Hierzulande steht vor allem die auf Touren kommende Berichtssaison im Fokus. Zahlreiche deutsche, europäische und US-Unternehmen öffnen ihre Bücher: Bei der Deutschen Bank wird es am Donnerstag spannend. Der neue Chef John Cryan dürfte nach Meinung von Experten bei seinem ersten öffentlicher Auftritt einen Gewinnsprung präsentieren. Denn im Tagesgeschäft sollte sich das Institut wacker geschlagen haben. Und die noch immer schwelenden Rechtsstreitigkeiten haben vermutlich keinen Grund geboten, so viel mehr Geld zur Seite zu legen, dass es wehtut.

Chart

Bei der Lufthansa erwartet DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp am selben Tag dank fallender Ölpreise ein solides Quartal und eine Prognosebestätigung. Allerdings besteht das Risiko weiterer Pilotenstreiks mitten in der Feriensaison.

Ebenfalls am Donnerstag lassen sich unter anderem Siemens und Infineon in die Bücher schauen. Bereits am Mittwoch legen Bayer und VW ihre Zahlen vor. Bei Europas größtem Autobauer dürfte das China-Geschäft im Mittelpunkt stehen. In seinem wichtigsten Markt verkaufte der Konzern im ersten Halbjahr rund vier Prozent weniger.

In den USA stehen die Bilanzen von Facebook, Pfizer, Ford, Twitter und Exxon Mobil im Mittelpunkt.  

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen