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6400 Punkte zurückerobertDax klettert aus dem Keller

22.05.2012, 18:00 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Mit dem Rückenwind guter US-Konjunkturdaten klettert der Dax wieder über die Marke von 6400 Punkten. Dafür sorgen vor allem Kursgewinne vor allem bei Aktien aus der Bau- und Autobranche. Noch deutlicher fallen die Zuwächse bei den Nebenwerten aus. Schlechte Nachrichten etwa aus Japan schieben Börsianer dagegen zur Seite.

Allen konjunkturellen Sorgen zum Trotz hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag seinen Erholungskurs fortgesetzt. Eindeutige Beweggründe dafür gabe es nicht, vielmehr sorgte eine Mischung mehrerer positiver Faktoren für positive Stimmung am Aktienmarkt. Insgesamt dünne Umsätze deuteten jedoch darauf hin, dass die Erholung auf dünnem Eis steht.

DaxDer Dax ging mit einem Kursplus von 1,7 Prozent bei 6435,60 Punkten aus dem Handel. Der MDax beendete den Handel mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 10.427,42 Punkten. Der TecDax kletterte um 1,5 Prozent auf 762,57 Punkte.

Auf fundamentaler Seite sorgten überraschend starke US-Immobiliendaten für eine positive Wendung. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen zum Vormonat um 3,4 Prozent, mehr als erwartet. Daneben schürt auch die Aussicht auf Wachstumsprogramme in China den Konjunkturoptimismus. Auch hofften Anleger im Vorfeld des EU-Sondergipfels am Mittwoch auf positive Ergebnisse. Zuguterletzt sprachen Börsianern zufolge auch charttechnische Gründe für eine anhaltende Erholung. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Japans durch die Ratingagentur Fitch sorgte dagegen nur zwischenzeitlich für lange Gesichter.

Nach Einschätzung von Marktexperte

Robert Halver von der Baader Bank sind immer mehr Börsianer der Meinung, dass die

Staaten der Euro-Zone nun bald weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Währungsraumes

vorlegen werden. Auf dem informellen Abendessen der EU-Staats- und Regierungschefs

am Mittwoch werde dahingehend jedoch wohl noch nichts geschehen. "Es ist aber

möglich, dass die Europäische Zentralbank stillschweigend zur Generalinstanz gemacht

wird, die für die Rettung der Euro-Zone zuständig ist." Eine stärkere Rolle

der EZB forderte auch die OECD in ihrem halbjährlichen Wirtschaftsausblick.

In Sachen Eurobonds wird

laut Halver am Mittwoch auf EU-Ebene aber wohl nichts entschieden, da die Positionen

in diesem Punkt zu weit auseinander liegen. Gemeinsame Anleihen aller Staaten der

Euro-Zone sind in den vergangenen Jahren mehrfach als Mittel zur Bewältigung der

Schuldenkrise ins Gespräch gebracht worden, sie werden von der Bundesregierung aber

abgelehnt. Aus Regierungskreisen in Berlin hieß es, dass die deutsche Haltung zu

Eurobonds gefestigt sei und sich auch im Juni nicht ändern werde. Für Ende Juni

ist ein offizieller EU-Gipfel angesetzt.

Konjunkturaktien gesucht

HeidelbergCement

legten vor diesen Hintergründen um 4,7 Prozent auf 36,87 Euro zu und gingen damit

als Tagessieger aus dem Handel. Für Daimler

ging es um 3,1 Prozent auf 38,36 Euro nach oben, Infineon verteuerten sich um 3,0 Prozent auf 6,52 Euro.

Schwächer als der Gesamtmarkt

zeigten sich hingegen Bayer, die um 0,6

Prozent auf 52,06 Euro anzogen. Das Medikament Nexavar hat sich in einer Lungenkrebs-Studie

zwar als Fehlschlag erwiesen, die Milliardenhoffnungen der Leverkusener ruhen aber

auf anderen Produkten.

Mit einem Plus von 0,9 Prozent

auf 15,41 Euro entwickelten sich auch ThyssenKrupp

unterdurchschnittlich. Die Wettbewerbshüter der EU wollen sich den Verkauf der Edelstahlsparte

an den finnischen Konzern Outokumpu genauer anschauen und kündigten eine vertiefte

Prüfung an.

Noch deutlicher fielen die Zuwächse in der zweiten Börsenreihe aus. Die Liste der stärksten Gewinner las sich wie ein "Who is who" heimischer Industrietitel. An der Spitze kletterten Gildemeister um 6,1 Prozent nach oben, für Dürr, Klöckner&Co., Kuka, Deutz, Leoni oder Continental ging es zwischen 5 und 6 Prozent aufwärts.

Papiere des Baukonzerns Hochtief stiegen um 4,1 Prozent. Die australische Tochter Leighton will mit einem Bündel von Maßnahmen die Probleme hinter sich lassen. Ein verschärftes Risikomanagement, ein neuer Verhaltenskodex und der Verkauf von Randgeschäften sollen wieder einen Gewinn ermöglichen.

Schwach entwickelten sich mit 0,7 Prozent Minus die Aktien des Handelskonzerns Metro. Der niederländische Finanzkonzern ING rechnet für das laufende Jahr mit anhaltend niedrigem Umsatz- und Ergebniswachstum sowie weiteren Restrukturierungen und Anpassungen im Geschäftsmodell. Die Analysten senkten das Kursziel für die Aktie um 8 auf 26 Euro.

Quelle: ntv.de, nne/DJ/dpa/rts