Wirtschaft
Mittwoch, 25. April 2001

Konsolidierungsphase bei deutschen Aktien: Dax knapp behauptet

Der deutsche Aktienindex hat am Mittwoch kaum verändert mit 0,2 Prozent oder 9,38 Punkte unter dem Vortagesniveau geschlossen. Der Markt habe die Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag abgewartet. Nach den reduzierten Konjunkturprogrammen der EU sei es Zeit zu handeln, hieß es. Viele Marktteilnehmer gehen allerdings davon aus, dass die EZB die Zinsen nicht senken wird. Die Kursaufschläge blieben an diesem Mittwoch generell gering. Technologiewerte zeigten mit einem Plus von durchschnittlich 0,7 Prozent die beste Performance.

Nach Ansicht der Chartanalysten bewegt sich der Markt in einer sehr interessanten Bandbreite. Nach unten sollte der Bereich um die 6.070 Zähler nicht unterschritten werden, so die Experten. Sollte dies doch geschehen, wäre ein Rückschlag bis auf 5.800 Punkte innerhalb weniger Tage möglich, hieß es weiter. Für den Dax sei es wichtig innerhalb der nächsten Zeit die 6.200er-Marke nachhaltig zu überwinden. In der Folge könnte der Index einen Anlauf auf den Bereich von 6.400 bis 6.500 Zähler nehmen, was die Chance auf einen Bruch des langfristigen Abwärtstrend eröffnet.

Auf und Ab ging es bei den Papieren von DaimlerChrysler und Schering. Die Marktteilnehmer zeigten sich von den Zahlen, die der Autokonzern Daimler vorgelegte nicht sonderlich überrascht. Der Konzern hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen operativen Verlust von 0,6 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis, ist damit besser ausgefallen als von Marktteilnehmern erwartet.

Die Aktionäre von Schering können sich darüber freuen, dass der Pharmakonzern Gewinn und Umsatz im ersten Quartal 2001 kräftig steigern konnte. Wie das Unternehmen in Berlin bekannt gab, erreichte der Konzernumsatz mit knapp 1,16 Mrd. Euro gegenüber 1,04 Mrd. Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein Plus von 11 Prozent.

Einer der stärksten Verlierer unter den Dax-Werten waren BASF. Die Aktie litt unter den Zahlen des niederländischen Chemiekonzerns Akzo Nobel. Auch die revidierten Prognosen für 2001 haben nicht für Begeisterung gesorgt, so Marktteilnehmer.

Die Deutsche Telekom war einmal mehr dem Argwohn der Marktteilnehmer aufgrund ihrer Immobilienbewertung ausgesetzt. Gerüchte besagten, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestreite, eine Prüfung der Immobilienaktivitäten durchgeführt zu haben, wie von Ron Sommer angeführt. Zudem erlitt die Telekom eine Niederlage im Streit um die sogenannte letzte Meile und muß nun Fremdanbietern den direkten Zugang zu den Hausanschlüssen der Endkunden gewähren. Die Telekom-Papiere fielen um 1,4 Prozent auf 28,79 Euro.

Insgesamt scheint sich der deutsche Aktienmarkt zu stabilisieren. Die Analysten von M.M. Warburg gehen davon aus, dass der Verkaufsdruck aus dem Markt gewichen ist. Ein deutliches Zeichen für diese Einschätzung ist, dass sich der deutsche Markt von den US-Vorgaben zeitweise abkoppeln kann.

Quelle: n-tv.de

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