Wirtschaft
Eine zypriotische Zwei-Euro. Die Euro-Finanzminister wollen sich in Dublin auf das - nun im Detail ausgearbeitete - Hilfsprogramm für Zypern einigen.
Eine zypriotische Zwei-Euro. Die Euro-Finanzminister wollen sich in Dublin auf das - nun im Detail ausgearbeitete - Hilfsprogramm für Zypern einigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Scharfe Bewegung nach unten: Dax knickt weg

Die Kurse geben zum Wochenausklang deutlich nach. Händler verweisen zur Begründung auf die finanziellen Lücken in Zypern und maue Konjunkturdaten aus den USA. Alle Hoffnung ruht nun auf China.

Die Verunsicherung um den Finanzbedarf Zyperns hat am letzten Handelstag der Woche heftige Gewinnmitnahmen an den europäischen Märkten ausgelöst. Zwar hat die EU das Rettungspaket durchgewunken, die finanziellen Lücken in Zypern werden aber deshalb nicht geschlossen.

Der Dax notierte am Ende 1,6 Prozent tiefer bei 7744 Zählern. Der MDax fiel um 0,6 Prozent auf 13.307 Punkte und der TecDax büßte knapp 1,0 Prozent auf 929 Punkte ein.

Ein Händler sprach am Nachmittag von einem "Déja-vu" angesichts des plötzlichen Rücksetzers. "Am vergangenen Freitag fast genau um diese Uhrzeit ist der Dax auch durch 7.800 Punkte gerutscht", sagte der Händler.

Das Abgleiten unter die Marke von 7800 Punkten habe offenbar Anschlussverkäufe ausgelöst, begründete ein anderer Händler den plötzlichen Kursrutsch. Der EuroStoxx50 verlor am Ende 1,5 Prozent auf 2633 Punkte.

Zypernkrise bleibt ungelöst

Der Finanzbedarf Zyperns liegt mit 23 Mrd. Euro rund sechs Mrd. über dem bisher angenommenen Betrag. Die Schuldenprobleme der Mittelmeerinsel standen beim Treffen der Finanzminister in Dublin auf der Agenda. Der Index für die Banken der Euro-Zone verlor 2,7 Prozent, er hatte in dieser Woche allerdings über sieben Prozent zugelegt.

Auch die Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen fielen enttäuschend aus, sie sind im März um 0,4 Prozent gefallen. Nun ruht die Hoffnung auf China: Die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft veröffentlicht am Montag Zahlen zum Wirtschaftswachstum. Sollte die chinesische Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen, könnte das die exportabhängigen Werte am deutschen Markt stabilisieren.

Gold im freien Fall

Die schwachen US-Daten stützten den Euro, der zum Handelsschluss an den Aktienmärkten wieder bei knapp 1,31 Dollar und damit deutlich über Tagestief handelte. Deutsche Staatsanleihen profitierten von ihrem Ruf als sichere Häfen, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel um 5 Basispunkte auf 1,25 Prozent.

Seinem Ruf als sicherer Hafen weiterhin nicht gerecht wurde das Gold, das mit den fallenden Preisen in den USA erstmals seit Juli 2011 unter 1.500 Dollar je Feinunze gerutscht ist. "Anleger ziehen die Reißleine", sagte ein Händler.

Verkaufsempfehlung drückt K+S

Verlierer Nummer eins waren die Titel des Düngemittelherstellers K+S: Mit einem Minus von 3,9 Prozent auf 34,27 Euro litten sie unter einer Verkaufsempfehlung der Deutschen Bank.

Die Aktien der Deutschen Bank gerieten in den Strudel der Zypernkrise und gaben 3,6 Prozent ab. Schwach tendierten auch die Aktien der Autohersteller und ihrer Zulieferer: VW kamen um 3,3 Prozent zurück, und Continental verloren 3,5 Prozent.

"Die Autotitel haben in den vergangenen Tagen schon häufiger etwas auf die Mütze bekommen und vor dem Wochenende legen sich die Anleger solche Papiere bestimmt nicht mehr ins Depot", sagte ein Händler. Für die Autobauer gebe es eben immer weniger Wachstumsmärkte, das mache sich auch beim Aktienkurs bemerkbar.

Gut im Markt lagen eher konjunkturunabhängige Titel: Deutsche Telekom notierten unverändert, als einzige Dax-Aktie im Plus schloss Fresenius mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent auf 98,54 Euro. In der zweiten Reihe stiegen Dürr mit einer Kaufempfehlung der UBS um 3,9 Prozent auf 87,40 Euro.

Quelle: n-tv.de

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