Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Griechenland und Billig-Öl belasten: Dax kommt nicht aus dem Minus

Ein trübes Bild liefert der deutsche Leitindex am letzten Handelstag des Jahres ab: Der Dax schließt das Jahr im roten Bereich ab. Schwachen Vorgaben drücken die Kurse.

Nach schlechten Vorgaben aus Übersee beendet der deutsche Aktienmarkt den letzten Handelstag des Jahres mit Verlusten. Sowohl an der Wall Street als auch an den meisten asiatischen Börsen hatte sich die Stimmung kurz vor Silvester eingetrübt.

Der Dax verlor im bereits um 14 Uhr beendeten Handel 1,2 Prozent auf 9805 Punkte. Damit blieb für das ganze Jahr 2014 ein vergleichsweise mageres Plus von 2,6 Prozent. Das Jahr 2013 hatte der deutsche Leitindex mit einem Gewinn von mehr als 25 Prozent abgeschlossen. Einem Händler zufolge haben die politisch unsichere Lage in Griechenland und der wieder stärker fallende Ölpreis die Kurse belastet. Es herrsche eine gewisse Vorsicht bei den Anlegern vor, sagte IG-Marktstratege Stan Shamu. Die hatten sich zuletzt immer wieder um ein Wiederaufflammen der Krise in dem von der Pleite bedrohten Griechenland gesorgt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 0,5 Prozent auf 16.934 Zähler. Der TecDax der Technologiewerte büßte 0,1 Prozent auf 1371 Punkte ein.

Ausstieg aus South-Stream belasten BASF

Unter den Einzelwerten gehörten BASF-Aktien mit einem Verlust von 1,4 Prozent zu den schwächsten Dax-Titeln. Der Chemiekonzern verkauft seinen 15-Prozent-Anteil am Erdgasprojekt South Stream an den russischen Gazprom-Konzern. Die abgeschwächte Geschäftsbeziehung zu dem Gas-Riesen sei strategisch negativ für BASF, sagte ein Händler. Immerhin erhielten die Ludwigshafener aber ihr investiertes Kapital zurück - schließlich habe BASF zu einem früheren Zeitpunkt das geplante Engagement an South Stream auf 2 Milliarden Euro beziffert.

Die Papiere von Daimler, BMW und Volkswagen verbilligen sich zwischen 1,0 und 1,5 Prozent. Börsianer verweisen auf die Warnung des weltgrößten Automobilherstellers Toyota, das diesjährige Absatzziel für den chinesischen Markt zu verfehlen. Es würde ihn nicht wundern, ähnliche Aussagen demnächst auch von BMW und anderen Wettbewerbern zu hören, sagt ein Händler.

Gewinner waren dagegen die Aktien von Lufthansa, die 1,4 Prozent zulegen. Dahinter steckte wohl der weitere Fall der Ölpreise: "Der Ölpreis ist seit Börsenschluss am Montag um weitere zwei Dollar abgebröckelt, das sorgt noch einmal für Käufe", sagte ein Händler.

Der mutmaßliche Absturz eines Air-Asia-Flugzeugs in Südostasien sorgte wie bereits am Vortag für Abgaben bei den Aktien der Allianz, die um 1,3 Prozent absacken. Die Allianz ist nach eigenen Angaben wichtigster Rückversicherer der Airbus-Maschine, deren Absturzstelle nun vermutlich gefunden wurde. Die Papiere des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus schlossen mit einem Minus von 1,6 Prozent weit hinten im MDax.

Quelle: n-tv.de

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