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Die Ner
Die Ner(Foto: picture alliance / dpa)

Wechselspiel von Erholung und Verkauf: Dax verharrt im Korrekturmodus

Die Gemengelage bleibt unverändert: Die Aktienmärkte kommen daher weiter von ihren Höchstständen zurück. Der Leitindex setzt nochmals zurück - im Vergleich zu Japan zudem sehr moderat.

Die Sorgen vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung sorge weiter für Nervosität an den Märkten. Nach einem "schwarzen Dienstag" in Tokio sowie düsteren Vorgaben aus den USA gaben auch in Europa die Verkäufer weiter den Ton an. Allerdings stemmte sich der Markt gegen allzu große verlust.

Letztlich büßte der Dax 0,6 Prozent auf 9128 Punkte ein. Am Mittag war er bis auf 9.071 Punkten herunter gerauscht und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang November. Der MDax hielt sich stabil mit plus 0,1 Prozent bei 16.033 Stellen. Der TecDax büßte 0,8 Prozent auf 1203 Zähler ein. Für den Eurostoxx50 ging es um 0,1 Prozent nach unten auf 2962 Punkte - das lag aber nur an den Bankaktien, deren Branchenindex kräftig zulegte, getrieben unter anderem von starken Kursaufschlägen der schweizerischen Großbank UBS.

Alles wartet auf die EZB

Anleger müssen sich laut Händlern auch weiterhin auf ein Wechselbad aus kurzen Erholungs-Rallys und Verkaufswellen einstellen. "Der Kurswechsel in der US-Geldpolitik und die Folgen bleiben ganz klar das bestimmende Thema an den Märkten", sagte Jens Klatt, Analyst von Daily FX.

Auch die Deutsche Asset & Wealth Management, die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, ist vorsichtig. Zwar bleibt das Haus in der strategischen Einschätzung zuversichtlich für den deutschen Aktienmarkt. Allerdings könne es bei Unternehmen, die stark in den Schwellenländern engagiert sind, zu einem Rückgang der Gewinne kommen, befürchtet Asoka Wöhrmann, Chefanlagestratege des Hauses. "Deshalb haben wir auch unsere Einschätzung für deutsche Aktien und den Industrie-Sektor auf neutral zurückgenommen", ergänzte er.

Kurzfristig könnten die Europäische Zentralbank am Donnerstag und besonders positive Signale vom US-Arbeitsmarkt die Marktteilnehmer beruhigen. Schon am Mittwoch liefert der ADP-Arbeitsmarktbericht eine erste Indikation für den großen Januar-Bericht am Freitag. Sollte dieser allerdings enttäuschen, sei sehr schnell wieder mit einem Lauf des Dax in Richtung des zumindest psychologisch wichtigen 9.000-Punkte-Niveaus zu rechnen, sagte Klatt.

Marktexperten warnen davor, die Kursverluste zu dramatisieren. Eine Crash-Gefahr sehen viele nicht. Die Börsenindizes Dax und MDax hätten sich seit dem Jahr 2009 mindestens verdreifacht. "Insofern wäre auch eine ausgedehnte Korrektur keine Katastrophe, sie wäre sogar gesund. Es besteht für Anleger Grund zur Absicherung und zur Vorsicht, aber keinesfalls Grund zur Panik", sagt Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research.

Wenige Gewinner in den Indizes

Im Bankensektor sorgte unter anderem das Ergebnis der UBS für eine vergleichsweise gute Stimmung. Die Großbank kommt mit ihrem Umbau weiter voran und schreibt wieder schwarze Zahlen. In der Investmentbank fuhren die Schweizer einen Gewinn ein und die Vermögensverwaltung profitierte besonders von den Superreichen, die ihr Geld verstärkt zur UBS brachten. Die Aktionäre können sich über eine unerwartet hohe Dividende freuen. Der Kurs gewann 5,4 Prozent, auch die Kurse vieler anderer Branchentitel legten deutlich zu. Der Branchenindex der Banken stieg um 1,1 Prozent.

Neben der Steilvorlage der UBS stützte auch der für viele Marktteilnehmer überraschende Zinsrückgang an den Anleihenmärkten die Kurse der Banken. Einige Banken der Eurozone haben laut Händlern Staatsbonds im zweistelligen Milliarden-Volumen in der Bilanz stehen. "Der Kursanstieg führt zu Vermögenszuwachs", so ein Händler.

Im Dax gewannen Adidas 1,8 Prozent. HeidelbergCement verteuerten sich um 1,7 Prozent. Allianz zogen um 0,9 Prozent an.

Allerdings schlossen die meisten Werte erneut schwächer. Das größte Minus müssen BASF hinnehmen, die 1,8 Prozent zurücksetzten. Merck verloren 1,8 Prozent. Telekom sanken um 1,5 Prozent. Munich Re verbilligen sich um 1,0 Prozent. Der Rückversicherer habe eine starke Gesamtjahresbilanz vorgelegt, schrieb DZ Bank-Analyst Thorsten Wenzel in einem Kommentar. Die angekündigte Anhebung der Dividende sei ein Zeichen für die Zuversicht des Managements in die Geschäftsaussichten. Außerdem sei der Prämien-Rückgang bei neu verhandelten Verträgen vergleichsweise gering ausgefallen.

Volkswagen verbilligten sich um 1,1 Prozent. Der Wolfsburger Autobauer hatte am Vorabend einen knapp 20-prozentigen Einbruch bei den US-Absatzes bekanntgegeben.

Hinter der ersten Reihe verhalf eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank den Aktien von Sky Deutschland im MDax an die Spitze. Die Analysten begründeten ihre Anlageempfehlung mit der Einführung der Online-Videothek Snap. Während diese 2014 und 2015 das Ergebnis von Sky noch belasten dürfte, sei danach mit einem positiven Beitrag zu rechnen, hieß es in der Studie. Sky-Aktien erhöhten sich um 3,8 Prozent. Osram stiegen um 3,3 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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