Wirtschaft
Stachelig: Die Anleger zeigen sich heute eher zugeknöpft.
Stachelig: Die Anleger zeigen sich heute eher zugeknöpft.(Foto: dpa)

Schwierige Richtungssuche: Dax kriecht seitwärts

Ernüchternde Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und eine maue Auktion italienischer Staatspapiere lassen den Dax nicht hochkommen. Der US-Etatstreit tut sein Übriges. Da zeigen sich M- und TecDax deutlich unbeeindruckter.

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Der Dax verabschiedete sich kaum verändert aus der Handelswoche. Der deutsche Leitindex setzte damit seine Konsolidierung nach den Rekordhochs der vergangenen Woche fort und schloss mit einem minimalen Minus von 0,03 Prozent bei 8661 Punkten. Die seit Tagen sichtbare Seitwärtsbewegung des Leitindex dokumentiert die Wochenbilanz: Im Vergleich zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag, verlor der Dax lediglich 0,16 Prozent. Die breiter gefassten Indizes bestätigten dagegen ihre jüngste Aufwärtsbewegung: Der MDax gewann am Freitag 0,24 Prozent auf 15 077,81 Punkte und der TecDax stieg um 0,75 Prozent auf 1087,69 Punkte.

Beim Geschäftsklimaindex in der Eurozone hatten die Märkte mehr erwartet: Das Konjunkturbarometer hat sich im September nur leicht auf minus 0,20 von zuvor minus 0,22 Punkte verbessert. Volkswirte hatte eine stärkere Aufhellung auf minus 0,10 vorausgesagt. Daneben belastet der Haushaltsstreit in den USA. Nach wie vor zeichnet sich keine Lösung zwischen Demokraten und Republikanern ab.

Italien musste bei einer Auktion von Staatsanleihen zum Teil etwas höhere Zinsen zahlen. Die Investoren sorgen sich um die politische Stabilität des Landes, nachdem Parteikollegen von Silvio Berlusconi aus Protest von ihren Abgeordnetenposten zurückgetreten sind. Damit wollen sie den Druck auf die Regierung Letta erhöhen, um einen Ausschluss Berlusconis aus dem Senat nach der Verurteilung wegen Steuerbetrugs zu verhindern.

Für zehnjährige Anleihen musste der Staat 4,50 Prozent zahlen nach 4,46 Prozent bei der vorigen Auktion im August. Für die Rendite italienischer Benchmarkanleihen zehnjähriger Laufzeit geht es am Sekundärmarkt nach der Auktion um 7 Basispunkte auf 4,40 Prozent nach oben. Dagegen fällt die entsprechende deutsche Rendite um 3 Basispunkte auf 1,79 Prozent.

Am Devisenmarkt notierte der Euro wenig verändert um das Niveau von 1,35 zum Dollar. Einerseits sind die politischen Spannungen in Italien negativ für die Einheitswährung. Andererseits wird der Euro vom Haushaltsstreit in den USA gestützt. Der US-Kongress muss bis Ende September einen neuen Haushalt verabschieden, sonst wird der Staat seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr vollständig nachkommen können. Daneben gilt es, die Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen Dollar bis zum 17. Oktober anzuheben.

Überraschend gute Quartalszahlen des US-Sportartikelherstellers Nike verliehen der Aktie des deutschen Wettbewerbers Adidas ein wenig Rückenwind. Die Aktie stieg um 0,9 Prozent, nachdem Nike nachbörslich in den USA sogar um über 6 Prozent nach oben geschnellt waren. Adidas hatte erst in der Vorwoche seine Prognose kassiert und dies mit negativen Währungseinflüssen erklärt. Dies dürfte nun aber bereits eingepreist sein, so ein Händler.

HeidelbergCement fielen um 1,8 Prozent. Analysten hatten die Titel auf "Neutral" von "Overweight" heruntergestuft und das Kursziel auf 61 von 64 Euro gesenkt.

Größter Verlierer waren aber die Titel von K+S mit minus 3,5 Prozent. Die Aktien schwanken weiter zwischen Hoffen und Bangen mit dem Blick auf den Kali-Markt.

Bester Wert im MDax waren Aareal Bank ohne Nachrichten mit plus 2,2 Prozent. Im TecDax schnellten Nordex-Titel um 4,2 Prozent nach oben. Der Windkraftanlagenbauer liefert 18 Großturbinen für einen Windpark der Essener Steag in Brandenburg, was die Aktie mit dem höchsten Stand seit Januar 2010 quittierte.

Die Aktien von QSC setzten ihren Höhenflug im Technologieindex TecDax am Vormittag fort. Sie stiegen um bis zu 6,7 Prozent und waren mit 4,23 Euro so teuer wie zuletzt im August 2007. Binnen drei Handelstagen haben die Papiere damit gut 17 Prozent zugelegt. Gegen Mittag gaben die Titel einen guten Teil ihrer Gewinne wieder ab, zum Xetra-Schluss blieb ein Plus von 2,2 Prozent übrig. Ein QSC-Sprecher begründete den Kurssprung mit dem gestiegenen Interesse institutioneller Anleger. In dieser Woche habe QSC sein neues Geschäftsmodell auf zwei Investorenkonferenzen präsentiert. Die Firma konzentriert sich mittlerweile auf Geschäftskunden, denen sie zunehmend IT-Lösungen wie Speicherdienste in Rechenzentren anbieten.

Quelle: n-tv.de

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