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Dünne Umsätze: Dax lässt sich von US-Börsen ziehen

Am Markt beginnt die neue Woche ruhig. Die Indizes können sich nach den Verlusten zuletzt etwas stabilisieren. Im späten Handel aber ziehen die Kurse an - den Startschuss gibt die Wall Street.

Die anhaltende Rekordjagd an den US-Börsen hat den deutschen Aktienmarkt aus seiner Lethargie befreit und für Aufschläge zu Beginn der neuen Handelswoche gesorgt. Am Ende eines impulsarmen Tages ging der Leitindex Dax 0,6 Prozent fester bei 9352 Punkten aus dem Handel. Der MDax stieg um 0,7 Prozent auf 16.326 Zähler. Der TecDax kletterte sogar 1,5 Prozent auf 1276 Stellen. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 erhöhte sich um 1,0 Prozent auf 3095 Punkte.

Händler spekulieren bereits über eine Jahresend-Rally. Bislang fehlten dazu aber noch die "entscheidenden Impulse", sagte ein Händler. Die großen Themen, die EZB-Sitzung sowie die US-Arbeitsmarktdaten, wurden bereits verdaut. Auch die Berichtssaison in Europa hat ihren Höhepunkt hinter sich. So sorgten zunächst Umstufungen der Analysten für Bewegung.

Gestützt würden die Kurse von der Hoffnung auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Ankurbelung der Konjunktur, schrieb Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black in einem Kommentar. Die wiederaufgeflammten Kämpfe in der Ost-Ukraine dämpften die Stimmung allerdings. Andere Börsianer verwiesen auf die schwachen chinesischen Konjunkturdaten. Die vergleichsweise niedrige Inflation deute auf eine Abkühlung der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaft hin.

Lanxess-Chef erfreut Investoren

Im Dax erhöhten sich Lanxess um 3,0 Prozent. Aktienkäufe von Vorstandschef Matthias Zachert treiben den Kurs. Laut Mitteilung vom Freitag hat Zachert 5400 Papiere erworben. Anleger werten derartige Aktionen als Vertrauensbeweis des Management in das Unternehmen. Lufthansa stiegen 2,4 Prozent. K+S zogen 1,4 Prozent an. Siemens legten trotz Abstufung 0,6 Prozent zu.

Verluste musste einzig ein Trio hinnehmen: Die rote Laterne hielten dabei Commerzbank mit einem Abschlag von 2,4 Prozent. Deutsche Bank verbilligten sich um 0,5 Prozent. Die 30 weltgrößten Banken sollen sich nach den Vorstellungen des von den wichtigsten 20 Industrie- und Schwellenländern eingesetzten Finanzstabilitätsrats (FSB) einen deutlich höheren Risikopuffer zulegen. Dazwischen schoben sich Henkel, die 0,8 Prozent verloren. Der Konsumgüter-Riese wird in der Woche noch Zahlen vorlegen.

Analysten-Feuerwerk für Zalando

In der zweiten Reihe starteten Wincor durch und zogen 5,1 Prozent an. Der Geldautomaten-Hersteller will deutlich mehr Dividende zahlen. Die Zahlen sind nach Einschätzung eines Händlers leicht über den Erwartungen ausgefallen. Aareal Bank gewannen 4,2 Prozent. Die Analysten von Equinet rechneten bei der Vorlage des Zwischenberichts am morgigen Dienstag mit starken Zahlen. Auch eine leichte Anhebung des Gewinnsziels für 2014 sei möglich. Kabel Deutschland erhöhten sich nach Zahlen um 1,7 Prozent. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal mehr Internet- und Telefondienstleistungen als im Vorjahr verkauft.

Im TecDax kletterten LPKF um 7,4 Prozent. Jenoptik erhöhten sich um 5,6 Prozent. Telefonica stiegen 1,7 Prozent. Die Geschäftszahlen werden in einer ersten Einschätzung positiv gewertet. Die Synergien durch die Übernahme von E-Plus wirkten sich langsam positiv aus, heißt es. QSC drehten noch ins Minus und gaben 0,2 Prozent ab. Der Telekom-Anbieter setzt nach einem unerwartet schwachen Geschäftsverlauf den Rotstift an. Die Dividende soll indes konstant bleiben.

Goldman macht Rocket zur Rakete

Einstufungen von Analysten hagelte es am Morgen zudem für Zalando. Mit Kaufen oder Übergewichten haben die Analysten von Citigroup, Credit Suisse, Morgan Stanley und Jefferies die Aktie aufgenommen. Für die Kollegen der Deutschen Bank ist die Aktie dagegen nur eine Halteposition. Das Papier kam nach einem Plus von zwischenzeitlich fast sechs Prozent wieder deutlich zurück und schloss kurz über dem Eröffnungskurs.

Biotest handelten im Plus, nachdem das Unternehmen positive Phase-III-Studiendaten für das Hepatitis-C-Medikament Civacir veröffentlicht hat. "Der Spitzenumsatz wird mit bis zu 100 Millionen Euro angesetzt, also mit rund einem Fünftel des Jahresumsatzes von Biotest", sagt der Händler. Die guten Ergebnisse zur Wirksamkeit aus vorläufigen, bereits im September veröffentlichten Daten hätten sich bestätigt.

Außerhalb der Indizes sorgte Rocket Internet für Furore: Die Aktien der Online-Holding legten mehr als zwölf Prozent auf ein Rekordhoch von 48,50 Euro zu. Goldman Sachs hatte die Bewertung der Papiere mit "Conviction Buy" aufgenommen. Die Aktien waren Anfang Oktober mit 42,50 Euro an die Börse gekommen und hatten danach kräftig Federn lassen müssen. Am 8. Oktober hatten sie mit 31,13 Euro den bislang niedrigsten Kurs erreicht.

Quelle: n-tv.de

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