Wirtschaft
Am Ende einer negativen Woche doch noch ein Tagesplus.
Am Ende einer negativen Woche doch noch ein Tagesplus.(Foto: Reuters)

Jobdaten lassen Raum für Spekulationen: Dax landet im Plus

Der deutsche Aktienmarkt beendet seine Verlustserie. Rückenwind gibt die spürbare Erholung am US-Arbeitsmarkt. Selbst die Aussicht auf ein rasches Ende der großen Geldschwemme lässt bei Anlegern keine schlechte Laune aufkommen.

Die deutschen Standardwerte haben auf die positiven US-Arbeitsmarktdaten mit Kursanstiegen reagiert. 

Nachdem der Dax zunächst bis unter 9100 Punkte runterrauschte, zog er danach sukzessive an bis auf 9172 Zähler. Bilanz am Ende der Handelswoche: knapp ein Prozent Plus. Damit hat der Dax fast ein Drittel seiner Wochenverluste wettgemacht.

Der MDax gewann 0,6 Prozent auf 15.955 Punkte, der TecDax legte 1,2 Prozent zu auf 1131 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog 0,9 Prozent auf 2979 Zähler an.

Dass das Kursplus nicht höher ausfiel, führten Marktbeobachter auf Äußerungen von Jon Hilsenrath zurück, der als inoffizielles Sprachrohr der Fed gilt. Der Korrespondent des "Wall Street Journal" interpretierte die US-Arbeitsmarktdaten dahingehend, dass die Fed das Anleihekaufprogramm im Dezember oder im Januar drosseln werde. "Die Diskussion ist nicht zu Ende, sie ist weiter voll im Gange", so ein Händler.

Gut, aber nicht zu gut

Die jüngsten Jobdaten aus den USA zeigen, der US-Arbeitsmarkt hat sich im November spürbar erholt: Der Stellenzuwachs in den USA fällt üppiger als erwartet aus, allerdings waren an den Märkten im Vorfeld teils noch höhere Schätzungen in Umlauf. Die Arbeitslosenrate lag gleichzeitig mit 7,0 Prozent deutlich niedriger als mit 7,2 Prozent erwartet. Die US-Notenbank Fed orientiert sich vor allem an dieser Zahl. Insofern dürfte die Diskussion über eine baldige Drosselung der Anleihenkäufe durch die Federal Reserve jetzt an Intensität gewinnen.

"Die Zahlen zeigen, dass die Erholung des Arbeitsmarktes fortschreitet", erklärte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Die Wahrscheinlichkeit einer Drosselung der Anleihekäufe noch vor dem Frühjahr 2014 nehme damit zu.

An den Devisenmärkten profitierte der Dollar von den Daten. Er kletterte zum Yen auf 102,75 Yen von 102,25 Yen kurz vor Veröffentlichung der Daten. Der Euro rutschte zeitweise auf 1,3636 Dollar ab, notierte nach wenigen Minuten aber wieder bei 1,3660 Dollar und damit da, wo er schon vor Veröffentlichung der Daten gelegen hatte.

Wann ist Schluss mit dem Billiggeld?

Nach seinem rasanten Anstieg seit Anfang September hatte der deutsche Leitindex in dieser Woche einen Korrekturkurs eingeschlagen. Ein Grund für die Kursabschläge waren die wieder aufgeflammten Sorgen über eine Drosselung der Billiggeldpolitik der US-Notenbank aufgrund positiver Rückmeldungen von der Konjunkturfront - das, was den Markt am Ende der Handelswoche angetrieben hat.

Eine "nachhaltige" Erholung des Jobmarktes ist für die obersten Notenbanker Voraussetzung für eine Straffung der US-Geldpolitik. Bislang pumpt die Notenbank Fed 85 Milliarden Dollar monatlich in die Finanzmärkte.

Die Einschätzungen, wann das Ende des Billiggeldes eingeläutet wird, gehen weit auseinander. Die frühesten Prognosen gehen davon aus, dass der Einstieg in den Exit aus der ultalockeren Geldpolitik noch Dezember ausgerufen wird. "Die Chancen stehen 50 zu 50, dass die Fed schon im Dezember mit der Drosselung der Wertpapierkäufe beginnt oder weiter abwartet, um sicher zu gehen, dass die jüngste Entwicklung auch nachhaltig ist", sagte Shane Oliver, Chef-Volkswirt von AMP Capital. In den vergangenen Tagen hatten US-Daten einen stärkeren Trend für den Arbeitsmarkt der größten Volkswirtschaft der Welt angedeutet.

Bei den Einzeltiteln gewannen Metro 0,6 Prozent. Ein Händler erwartete aber Belastungen für den Aktienkurs, weil die EU Ermittlungen wegen des Verdachts unerlaubter Absprachen zur Behinderung von Internetverkäufen aufgenommen hat. Wie eine Sprecherin der Elektronikkette Media-Saturn bestätigte, bekam die Metro-Tochter Besuch von Ermittlern. Das Unternehmen kooperiere "vollständig" mit den Behörden, hieß es dazu.

Gegen den Trend rutschten Hochtief um 2,8 Prozent ab. Die Analysten der UBS hatten die Titel des Baukonzerns zum Verkauf empfohlen.

Sky kauft bei Constantin Medien ein

Constantin Medien sprangen nach einem umfangreichen Deal mit Sky Deutschland nach oben. Die Papiere notierten 17,3 Prozent über dem Xetra-Schluss von 1,509 Euro. Der Bezahlsender steigt beim TV-Sender Sport1 ein und übernimmt gut ein Viertel der Anteile der Tochter des Medien- und Filmkonzerns. Zugleich kauft Sky die Produktionsfirma Plazamedia - insgesamt lässt sich der Sender das Geschäft 57,5 Millionen Euro kosten. Analyst Harald Heider von der DZ Bank kommentierte, selbst bei konservativer Schätzung des Werts der Sport1-Anteile sei Constantin günstig bewertet.

Quelle: n-tv.de

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