Wirtschaft
Donnerstag, 10. Mai 2001

EZB senkt die Zinsen: Dax motiviert

Die überraschende Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) und eine feste Tendenz an den US-Börsen hatten eine belebende Wirkung auf den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag.

Im frühen Handel hatte der Index noch leicht schwächer tendiert, die Marktteilnehmer hielten sich sehr zurück. Allgemein war kein Zinsschritt der EZB erwartet worden. Am Nachmittag machte sich die positive Entwicklung an den US-Börsen unterstützend am Markt bemerkbar. Der Dax stabilisierte sich auf dem höheren Niveau.

Einen voltilen Verlauf wiesen die Papiere der Deutschen Lufthansa auf. Der aktuelle Streiktag war bereits eingepreist worden, so Händlern. Sollte jedoch in absehbarer Zeit keine Einigung möglich sei, dürfte nicht nur der Ruf und das operative Ergebnis der Fluggesellschaft leiden, sondern auch der Kurs weiter nachgeben.

Zu den Gewinnern gehörten die Anteilsscheine von BMW. Der Münchener Automobilkonzern hatte seinen Quartalsbericht vorgelegt, wonach Umsatz und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gesteigert worden sind.

Ebenfalls gefragt waren Technologiewerte. Vom Parkett hieß es, nach den jüngsten Kursanstiegen seien die High-Tech-Werte wieder kursgünstig. SAP, Epcos und Infineon kletterten ebenso wie Siemens. Siemens hat aufgrund der Flaute im Telekom-Sektor den Abbau von mehreren tausend Arbeitsplätzen angekündigt. Betroffen sind die Bereiche Information and Communication Mobile (ICM) und Information and Communication Networks (ICN). Auch bei der Commerzbank gibt es Neuigkeiten. Das Bankhaus hat nach einem Verlust im vierten Quartal 2000 im ersten Quartal diesen Jahres wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Im Vergleich zum ersten Quartal 2000 sei das Ergebnis jedoch um rund 50 Prozent geschrumpft. Ein Händler vermutet hinter den Aktionen den Versuch von Siemens, eine höheren Sharholder-Value zu schaffen.

Die Aktien der Deutschen Telekom konnten 1,45 Prozent auf 26,58 Euro zulegen. Die Ankündigung der British Telecom, den eigenen Konzern aufspalten zu wollen, habe Investoren veranlasst, ihre BT-Anteilscheine in Telekom-Papiere umzutauschen, berichteten Händler.

Quelle: n-tv.de

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