Wirtschaft
Jeder hofft auf einen dicken Happen.
Jeder hofft auf einen dicken Happen.(Foto: REUTEERS)

Notenbanken machen Kurse: Dax muss schwer schlucken

Die Enttäuschung über die EZB-Entscheidungen wird nachhallen. Nach Mario Draghi muss Fed-Chefin Janet Yellen nun bald ihre Ansage machen. Die Erwartungen hängen hoch.

Die geplatzten Hoffnungen auf eine monatliche Aufstockung der Anleihenkäufe im Euroraum dürften den Dax auch in der neuen Woche belasten. Nach der aus Marktsicht eher enttäuschenden Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) könnte am deutschen Aktienmarkt erst einmal eine Verschnaufpause anstehen, prognostizierte Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. In der abgelaufenen Woche verlor der Dax bis Freitagmittag fast fünf Prozent auf 10.735 Punkte - seit Mitte Oktober war er um mehr als 15 Prozent in die Höhe geschossen.

EZB-Chef Mario Draghi hatte die Märkte am Donnerstag kräftig durchgerüttelt: Das Anleihenkaufprogramm zur Ankurbelung der Konjunktur soll zwar um sechs Monate bis mindestens März 2017 verlängert werden. Doch Investoren hatten mit umfassenderen Schritten - wie etwa einem höheren monatlichen Kaufvolumen - gerechnet. Der Dax rauschte daraufhin um 3,6 Prozent nach unten.

"Der Markt hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Zentralbanken nur noch Euphorie auslösen, wenn ihre Maßnahmen deutlich über den Erwartungen liegen. Fortgesetzte geldpolitische Expansion allein reicht nicht mehr aus", urteilten die Analysten der Metzler Bank.

US-Zinswende naht

Neben der EZB wird aber auch die amerikanische Notenbank Gesprächsthema Nummer eins unter den Anlegern bleiben. Unter Börsianern gilt als sicher, dass US-Notenbankchefin Janet Yellen Mitte Dezember erstmals seit fast zehn die Zinsen erhöht. Unklar ist allerdings, wie schnell die Fed danach die geldpolitischen Zügel anzieht.

Die Entscheidung hängt vor allem vom Wirtschaftswachstum und der Inflation ab. Aus diesem Grund warten Anleger gespannt auf den Freitag, wenn die US-Einzelhandelspreise und die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht werden. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Unterdessen verkürzt die Bank von England (BoE) Investoren die Wartezeit bis zur Fed-Sitzung. Am Donnerstag berät sie über die britische Geldpolitik. Eine Serie enttäuschender Konjunkturdaten dämpfte zuletzt die Spekulationen auf eine baldige Straffung der Geldpolitik.

Fasst China wieder Tritt?

Ihren Blick dürften die Investoren in der neuen Woche auch gen Osten richten. China veröffentlicht am Dienstag Zahlen zum Außenhandel und tags darauf Inflationsdaten. Börsianer hoffen auf Hinweise, ob die Maßnahmen der Pekinger Regierung zur Unterstützung der heimischen Konjunktur greifen.

Spuren könnte das nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch bei den Rohstoffen hinterlassen. Für Kupfer oder Rohöl ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der weltweit größte Abnehmer.

Quelle: n-tv.de

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