Wirtschaft
Am Montag startet die Geldschwemme der EZB.
Am Montag startet die Geldschwemme der EZB.(Foto: dpa)

EZB startet Anleihekäufe: Dax nimmt Kurs auf 12.000 Punkte

Die Voraussetzungen für weitere Höhenflüge an der Börse sind gut. An Geld mangelt es nicht. Die EZB pumpt monatlich 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte. Mancher spricht bereits von einer "Jahrhundert-Rally". Auch in den USA ist das Thema Geldpolitik heiß.

Mit der Öffnung der Geldschleusen durch die EZB rückt die 12.000er Marke für den Dax in greifbare Nähe. "Noch in diesem Monat könnte es so weit sein. Die lockere EZB-Geldpolitik könnte sogar dazu führen, dass wir eine Jahrhundert-Rally sehen", sagt Finanzmarkt-Experte Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. In der alten Woche legte der Dax rund ein Prozent zu und verbuchte damit den achten Wochengewinn in Folge. Das ist die zweitlängste Serie seiner Geschichte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) pumpt ab Montag für mindestens eineinhalb Jahre monatlich 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte. Mit diesem sogenannten Quantitative Easing (QE) im Gesamtvolumen von rund einer Billion Euro will sie die schwächelnde Konjunktur der Euro-Zone ankurbeln und die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abwenden.

Anleihe-Renditen und Euro bleiben unter Druck

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Das mangelnde Angebot an Staatsanleihen vor allem aus den Kernländern wie Deutschland werde die Renditen dieser Papiere auf absehbare Zeit niedrig halten, prognostiziert Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Außerdem hielten sich Spekulationen auf eine Aufstockung von QE. Für andere Börsianer ist daher ein Rutsch der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen unter null Prozent nur eine Frage der Zeit. Bislang rentieren nur kürzerlaufende deutsche Papiere unterhalb dieser Marke.

Auch für den Euro gehe es weiter abwärts, betont Krämer. "Die durch Anleihekäufe in Umlauf gebrachte Liquidität sucht nach Anlagen. Wenn die Renditen im Inland bereits deutlich gesunken sind, nehmen Anleger höher verzinsliche Anlagen im Ausland ins Visier, was die Währungen dieser Länder aufwerten lässt." Aktuell ist die Gemeinschaftswährung mit knapp 1,10 Dollar so billig wie zuletzt vor elfeinhalb Jahren und nicht mehr weit entfernt von der Parität zur US-Valuta.

Konjunkturdaten aus USA und China

Auch in den USA dreht sich derzeit alles um das Thema Geldpolitik. Aus diesem Grund richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Einzelhandelsumsätze am Donnerstag und das von Reuters und der Universität von Michigan ermittelte Stimmungsbarometer der US-Verbraucher. Da der Konsum als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft gilt, erhoffen sich Börsianer von diesen Zahlen Hinweise auf den Zeitpunkt der geplanten US-Zinserhöhung.

Daneben gewährt auch die weltweite Nummer zwei China Einblicke in die Entwicklung ihrer Wirtschaft. Am Dienstag stehen die Zahlen zu den Verbraucherpreisen auf der Agenda. Einen Tag später werden die Daten zur Industrieproduktion veröffentlicht. "Gute Zahlen könnten eine Initialzündung für den Aktienmarkt sein", sagt Marcard-Experte Rahn.

Rückversicherer legen Zahlen vor

Auf Unternehmensseite stehen die Rückversicherer im Rampenlicht. Am Dienstag öffnet Hannover Rück die Bücher, einen Tag später folgt Rivale und weltweite Nummer eins der Branche: Münchener Rück. Für Donnerstag haben außerdem die beiden Dax-Firmen K+S und Lufthansa die Veröffentlichung von Geschäftszahlen angekündigt.

Quelle: n-tv.de

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