Wirtschaft
Mittwoch, 09. Mai 2001

Warten auf Greenspan?: Dax ohne Inspiration

Der Deutsche Aktienindex tendierte im Handelsverlauf am Mittwoch in Richtung der 6.000er-Marke, konnte jedoch nach einem Tagestief bei 6.025 Zählern wieder nach oben drehen. Zeitweise gab es unter den 30 Dax-Werten nur noch vier Gewinner, wobei sich keine bevorzugte Branche herauskristallisierte. Ähnlich sieht es auf der Verliererseite aus. Zu den Verlierern gehören adidas, Deutsche Lufthansa, Infineon und die HypoVereinsbank. Der Handel verlief lustlos und in ruhigen Bahnen, hieß es von Händlern. Bis zur Zinsentscheidung in den USA am 15. Mai wird sich an dieser Situation auch nichts ändern, hieß es weiter.

Den Kursverlust bei der Lufthansa führen Marktteilnehmer auf die gescheiterten Tarifverhandlungen zwischen der Fluggesellschaft und der Pilotenvereinigung Cockpit zurück. Der Markt erwartet einen Streik, so Händler. Bei Infineon belasteten die Quartalszahlen von Cisco Systems und National Semiconductor, die die gesamte Technologie-Branche nach unten zogen.

Keine Reaktion rief bisher eine Neueinstufung der Papiere von E.ON durch die Investmentbank UBS Warburg hervor. Die Bewertung für den Düsseldorfer Konzern wird mit „Buy“ und einem Kursziel auf zwölf Monate von 67 Euro aufgenommen. UBS Warburg hatte die Bewertung für E.ON während der Beratung für die Powergen-Übernahme ausgesetzt.

Im Fokus der M.M.Warburg Analysten stehen die Papiere der Preussag. Der Wert befindet sich wieder in einer beachtenswerten markttechnischen Ausgangslage, so die Experten. Preussag biete eine zehn Prozent Tradingmöglichkeit, mit der Option auf mehr. Der Stop Loss auf Schlusskursbasis wird mit 34,70 Euro angegeben.

Die Abgaben bei den Papieren der Deutschen Telekom sind nach Händlerangaben auf eine größere Platzierung von Aktien durch die Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) zurückzuführen. Sonera hatte das Finanzinstitut beauftragt, seine 3,3 Mio. Aktien des US-Mobilfunkanbieters Voicestream zu verkaufen, um mit dem Erlös von 360 Mio. Euro seine UMTS-Schulden abzubauen. Nach Angaben aus Finanzkreisen wurden diese Aktien umgetauscht und in Form von zehn Mio. Telekom-Aktien an Investoren verkauft. Die DKW erklärte, die Aktien seien trotz der schwachen Verfassung der Telekomtitel am Mittwoch ohne große Prpbleme platziert worden.

Quelle: n-tv.de

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