Wirtschaft
Rund 100 Punkte geht es nach unten für den Dax.
Rund 100 Punkte geht es nach unten für den Dax.
Freitag, 03. Juni 2016

Wall Street schließt schwächer: Dax rauscht nach US-Daten steil nach unten

Mit einem Schlag rund 100 Punkte nach unten geht es mit dem deutsche Leitindex am Nachmittag. Auslöser ist ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht. Und die Talfahrt am deutschen Markt geht weiter: Beim Dax gerät die 10.000er-Marke wieder in Gefahr.

Der Dax gerät nach sehr schwachen US-Arbeitsmarktdaten unter erheblichen Abgabedruck. Mit einem Mal geht es nach der Veröffentlichung der Zahlen um rund 100 Punkte steil nach unten. Den kurzen Ansatz einer Erholung bricht der deutsche Leitindex wieder ab und sinkt immer tiefer in Richtung 10.000-Punkte-Marke. Nach seinem Tageshoch bei fast 10.300 Punkten verliert er am Nachmittag 1,1 Prozent auf 10.079 Punkte.

Die US-Wirtschaft hat im Mai nur 38.000 neue Stellen geschaffen - die Prognose lag aber bei 158.000. Auch unter Herausrechnung möglicher Sonderfaktoren sei die Zahl sehr schlecht, heißt es im Handel. "Nicht mal ein Zauberer schafft es, diese Zahl gut erscheinen zu lassen", sagt Marktstrategin Quincy Krosby von Prudential Financial: "Für eine Fed, die offenbar die Zinsen anheben wollte, ist dies nicht hilfreich."

Für etwas Irritation sorgte auch der deutliche Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4,7 von 5 Prozent. Wie die Helaba anmerkt, ist dieser Rückgang vor allem auf die gesunkene Erwerbsquote zurückzuführen. Diese ist auf 62,2 Prozent gefallen und damit auf den niedrigsten Stand des Jahres. In den Jahren vor der Finanzkrise lag sie bei rund 66 Prozent.

Der Euro macht dagegen einen Satz nach oben und steigt um mehr als ein Cent auf 1,13185 Dollar. Eine Zinserhöhung in den USA im Juni sei vollständig vom Tisch, sagt eine Händlerin, und die Wahrscheinlichkeit eines Schrittes im Juli sei deutlich unter 50 Prozent gefallen. Vor den Daten lag die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juni/Juli bei immerhin rund 50 Prozent. Die vehemente Reaktion im Euro führt die Händlerin vor allem auf Shorteindeckungen zurück. Viele Anleger dürften von den Zahlen auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. Der Euro könnte bald über die Marke von 1,14 Dollar steigen - bei 1,15 Dollar sei aber der Deckel drauf.

Gesucht ist die Krisenwährung Gold. Der Preis für die Feinunze steigt um 26 Dollar auf 1239. Die Aussicht auf eine Zinserhöhung im Juni hatte das Edelmetall zuletzt belastet - genauso wie den Euro.

Frankfurt: Versorger dominieren den Dax

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Der Dax verbucht am Nachmittag ein Minus von 1,1 Prozent auf 10.079 Punkte. Für den Nebenwerte-Index MDax geht es ebenfalls 1,1 Prozent nach unten auf 20.479 Zähler. Ein Minus auch beim TecDax, der 0,8 Prozent auf 1684 Punkte abgibt. Sogar 1,3 Prozent verliert der Euro-Stoxx-50 auf 2993 Punkte.

Im Dax dominieren weiterhin die Versorger. "RWE profitiert von einer Kaufempfehlung und zieht Eon mit nach oben", so n-tv-Börsenexpertin Sabrina Marggraf. RWE liegen mit einem Plus von 5,7 Prozent an der Spitze, Eon verbuchen einen Zuwachs von 1,6 Prozent.

Im MDax ziehen Deutsche Euroshop um gut 2 Prozent an, Grund ist eine Kaufempfehlung der HSBC-Analysten. Deutsche Wohnen gewinnen 0,8 Prozent nach einer Hochstufung durch die Societe Generale.

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Auf der Verliererseite stehen Airbus. Sie geben um weitere 4,0 Prozent nach, nachdem nun die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA den Betrieb von Helikoptern des Typs AS332 L2 und EC225LP bis auf Weiteres untersagt hat. Am Donnerstag hatten zunächst die beiden weltgrößten Helikopterbetreiber alle Flüge mit dem auch als "Super Puma" bekannten Airbus-Modell ausgesetzt. Norwegische Ermittler hatten am Mittwoch mitgeteilt, sie hätten bei dem Airbus-Hubschrauber ein möglicherweise schwer erkennbares Problem gefunden, und die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA zum Handeln gedrängt. Im April hatte es ein Unglück mit dem Hubschrauber gegeben. Dabei waren alle Insassen ums Leben gekommen.

Steil abwärts geht es auch mit dem Kurs von Bilfinger. Die Aktie verliert 9,0 Prozent und gibt damit sämtliche Vortagesgewinne wieder ab. Börsianer sprechen von Ernüchterung, denn die gute Nachricht sein nun erst einmal durch und nun stehe vermutlich erst einmal eine Durststrecke an. Der Verkauf der "Sorgensparte" Power dürfte sich noch hinziehen. Im TecDax steigen Freenet mit einer Kaufempfehlung durch Warburg um 4,2 Prozent.

USA: Jobdaten belasten Wall Street

Die US-Börsen schlossen schwächer. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,2 Prozent auf 17.807 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,3 Prozent auf 2099 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,6 Prozent auf 4943 Zähler.

Unternehmensseitig standen Broadcom im Blick. Der Chiphersteller hat im zweiten Geschäftsquartal nicht so schlecht abgeschnitten wie befürchtet. Überdies gab das Unternehmen einen optimistischen Ausblick auf das laufende Quartal und erhöht die Quartalsdividende um 1 Cent auf 50 Cent. Die Aktie stieg mehr als 5 Prozent.

Gap gewannen rund 3 Prozent. Der Einzelhändler hat zwar über einen 5-prozentigen Umsatzrückgang in den vergangenen vier Wochen berichtet, die Analysten hatten aber befürchtet, dass es um über 7 Prozent zurückgeht.

Rohstoffe: Ölpreise geben nach

Am Ölmarkt zeigen sich die Preise im Rückwärtsgang. Das Barrel der global gehandelten Sorte Brent kostet mit 49,79 Dollar 25 Cent weniger als gestern Abend. Ein Barrel der US-Sorte WTI 34 Cent billiger auf 48,83 Euro.

Asien: Fast Retailing zieht Nikkei mit nach oben

Die Aktienmärkte in Fernost haben Gewinne verzeichnet. Gute Vorgaben aus den USA hoben die Stimmung, wie Händler sagten. Zugleich sei das Geschäft aber auch etwas durch das Warten auf den US-Arbeitsmarktberichts gedämpft worden. Die Daten sollen im Tagesverlauf veröffentlicht werden.

Der Tokioter Leitindex Nikkei mit seinen 225 führenden Werten schloss 0,5 Prozent höher bei 16.642 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte 0,6 Prozent zu.

Der japanische Markt wurde gestützt durch die Bekleidungskette Fast Retailing: Das Börsenschwergewicht fand wegen starker Absatzzahlen seiner Marke Uniqlo das Interesse der Investoren. In Tokio schossen die Papiere fast sieben Prozent in die Höhe.

Gut eineinhalb Prozent legten die Anteilsscheine des Airbag-Produzenten Takata zu. Der US-Konkurrent Key Safety Systems und seine neue Mutter, die chinesische Ningbo Joyson Electronic, wollen bei Takata investieren. Das hatte den Wert der Aktien zwischenzeitlich sogar bis zu zehn Prozent in die Höhe getrieben.

Abwärts ging es dagegen für den Kleinwagenhersteller Suzuki. Im Skandal um fehlerhafte Benzinverbrauchstests geriet der japanische Branchenvierte ins Visier des Verkehrsministeriums, das am Freitag Ermittler zur Razzia in die Konzernzentrale schickte. Suzuki-Papiere gaben gut ein Prozent nach.

Quelle: n-tv.de

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