Wirtschaft
Aus New York und Tokio kommt nicht viel Gutes.
Aus New York und Tokio kommt nicht viel Gutes.(Foto: REUTERS)

Kursrakete Zooplus: Dax rettet sich ins Plus

Aufwärtstrend in der zweiten Tageshälfte: Der deutsche Markt müht sich nach Beginn in der Verlustzone doch noch ins Plus. Die Zinspolitik der Fed sowie maue Vorgaben belasteten. Zudem machen etliche Anleger Kasse.

Nach einem erneut äußerst volatilen Handel hat der deutsche Aktienmarkt uneinheitlich geschlossen. Unterschiedliche Interpretationen der Fed-Zinsentscheidung sowie ein wieder fallenden Ölpreis sorgten für Unsicherheit. Doch die Aussicht auf milliardenschwere Anleihekäufe durch die EZB sorgte im weiteren Verlauf für eine Erholung.

Der Dax legte letztlich 0,3 Prozent auf 10.738 Punkte zu. Der MDax fiel dagegen um 0,4 Prozent auf 18.654 Stellen zurück. Der TecDax verlor 0,7 Prozent auf 1488 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 kletterte um 0,3 Prozent auf 3371 Punkte. Aus der positiven Konjunktureinschätzung der Fed schlossen Anleger, dass die Notenbank noch in diesem Jahr die Zinsen anheben könnte. Die Währungshüter betonten allerdings, dass sie keine Eile hätten.

In Griechenland hielt indes der Abverkauf bei Staatsanleihen unvermindert an. Dabei ist weiterhin zu erkennen, dass die Renditen im kurzen bis mittleren Laufzeitenbereich stärker anziehen als bei den langen Laufzeiten. Händler weisen immer wieder darauf hin, dass der Markt für griechische Staatsanleihen nicht besonders liquide sei und es daher auch schnell zu Verzerrungen bei der Preisfeststellung komme.

Deutsche Bank verdient unerwartet viel

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Im Dax zogen Deutsche Bank 2,6 Prozent an. Robuste Geschäfte im Investmentbanking und geringere Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten haben dem Finanzinstitut zu überraschend starken Zahlen verholfen. "Es gibt positive Zeichen für eine Trendwende", sagte Heino Ruland von Ruland Research.

Infineon profitierten ausweislich ihrer Zahlen vom schwachen Euro und stiegen um 1,5 Prozent. Die DZ-Bank nahm den Chip-Hersteller auf die Liste für eine mögliche Hochstufung. "Zahlen und Ausblick sind besser als erwartet", hieß es. Eon erhöhten sich um 1,3 Prozent. Der Energiekonzern will Insidern zufolge sein Wasserkraftwerk in Italien verkaufen. Der Preis könne mindestens eine Milliarde Euro betragen. Zudem stünden in dem Land das Vertriebsgeschäft sowie Wind- und Solaranlagen zum Verkauf. K+S stiegen im Sog guter Zahlen des Konkurrenten Potash um 0,8 Prozent

Anleger machen Kasse

Am anderen Ende gaben ThyssenKrupp 1,7 Prozent nach. Gedrückt wurde die Stimmung der Branche von einer Gewinnwarnung durch Nippon Steel. Zudem hatte das Papier zuletzt gut zugelegt, so dass Anleger nun Gewinne einstrichen. Ähnlich ergeht es beiden Fresenius-Werten. Hier seien Kursziele erreicht oder Allzeithochs markiert worden, hieß es.

Unter den Verlierern finden sich erneut auch Siemens, die weitere 1,5 Prozent verlieren. Nach dem satten Aufschlag am Vortag machten Anleger zudem bei Lanxess Kasse - dadurch ging es um 1,0 Prozent zurück.

In der zweiten Reihe verloren Gerry Weber 2,9 Prozent. Zwar loben Experten die Bruttomarge. "Am Markt ist sicher der eine oder andere enttäuscht, dass Gerry Weber zum Jahresauftakt und zum weiteren Jahresverlauf nichts hat verlauten lassen", hieß es. Wacker Chemie sanken 2,3 Prozent. Gea büßten 1,8 Prozent. Laut Händlern lasteten gleich mehrere Abstufungen auf dem Kurs.

Zooplus erklimmen Allzeit-Hoch

Gesucht waren DMG Mori Seiki, die sich um 2,9 Prozent verteuerten. Auf den Werkzeugmschinen-Hersteller hat der US-Hedgefonds Elliott ein Auge geworfen. "Wir haben eine Stimmrechtsmitteilung von Elliott erhalten und prüfen sie derzeit", sagte eine Konzernsprecherin. Über die Höhe des Elliott-Anteils machte sie keine Angaben sondern verwies darauf, dass die erste Meldeschwelle bei drei Prozent liegt. Hugo Boss zogen nach einer Hochstufung 1,4 Prozent an.

Im TecDax setzte sich Siechtum von SMA Solar fort. Für das Papier ging es um weitere 4,3 Prozent hinab. Jenoptik verbilligten sich um 1,8 Prozent. Die DZ-Bank sah keine größeren Überraschungen im Geschäftsbericht. Und so machten Anleger Kasse. Qiagen verloren 1,5 Prozent. Deutschlands größten Biotechkonzern hat sich nach einem schwierigen Geschäftsjahr vorsichtige Jahresziele gesetzt.

Im SDax sprangen Zooplus nach Umsatzzahlen um 12,2 Prozent. Damit setzte sich die Jagd nach immer neuen Rekordständen der Aktie fort. "Die Wachstumsstory bleibt inakt", hieß es bei Baader. SGL Carbon sinken um 4,0 Prozent. der Graphithersteller rechnet für das vergangene Jahr erneut mit tiefroten Zahlen.

Quelle: n-tv.de

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