Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Gigaset starten durch: Dax rückt ein Stückchen vor

Wenig Bewegung am Aktienmarkt: Der Leitindex Dax pendelt in einer engen Spanne. Nach oben misslingt ein Ausbruch. Die US-Börsen tragen den Leitindex einmal mehr in die Gewinnzone. Interessantes spielt sich in den hinteren Reihen ab.

Der deutsche Aktienmarkt hat sich sklavisch an die US-Vorgaben gehängt. Bis zur Öffnung der Wall Street handelte der Markt mit leichten Aufschlägen. Mit Beginn des US-Handels und dem dort zunächst schwächeren Verlauf, gab auch das deutsche Börsenbarometer nach. Das Dow & Co später leicht ins Plus drehten, beendete auch der Dax den Tag in der Gewinnzone.

Am Ende rückte der deutsche Leitindex Dax 0,2 Prozent auf 9369 Punkte vor. Im Handelsverlauf war er an der 9400er Marke gescheitert. Der MDax schob sich um 0,1 Prozent auf 16.342 Zähler vor. Der TecDax gewann dagegen 0,4 Prozent auf 1281 Stellen. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 stieg um 0,3 Prozent auf 3104 Punkte.

Dass der Dax verwundbar bleibe, hätten die Verluste am Nachmittag gezeigt, nachdem die US-Indizes knapp im Minus eröffnet hätten, sagte Andreas Paciorek, Analyst bei CMC Markets. Im Blickpunkt standen die etliche Quartalsberichte. Zudem wagte sich mit Hella ein Unternehmen neu aufs Parkett. Der Hersteller von Auto-Scheinwerfern verkaufte seine Papiere aus der letzten Angebotstranche zu je 26,50 Euro.

Henkel ziehen im Dax davon

Chart

Im Dax legten Henkel einen Start-Ziel-Sieg hin und verteuerten sich um 4,8 Prozent. Der Konsumgüter-Hersteller hatte einen Gewinn über Markterwartungen bekanntgegeben und seine Margenziele leicht angehoben. Telekom erhöhten sich im Sog solider Zahlen des Konkurrenten Vodafone um 2,2 Prozent. Lufthansa stiegen 1,2 Prozent. Grund sind solide Auslastungszahlen sowie die niedrigen Ölpreise. Allerdings gehöre Lufthansa hier nicht zu den ganz großen Gewinnern, weil das Unternehmen im Vergleich zu anderen Fluggesellschaften ein stärkeres Hedging betreibe, heißt es.

Unter Druck standen Daimler, die 0,8 Prozent verloren. Continental gaben ebenfalls 0,8 Prozent nach.

In der zweiten Reihe kletterten Hochtief 2,9 Prozent. Die Quartalsergebnisse lägen durchweg leicht über den Prognosen, sagte ein Händler. Aus Sicht von Equinet-Analyst Ingbert Faust fiel der Bericht auf den ersten Blick aber eher gemischt aus. Wegen der Dekonsolidierungs- und anderer Einmaleffekte seien die Zahlen erst einmal schwer zu interpretieren, schrieb der Experte. Gerresheimer verteuerten sich um 2,7 Prozent.

Bitter verlief der Tag für die Kion-Aktionäre. Das Papier brach um 7,3 Prozent ein. Die US-Großbank Goldman Sachs und der Finanzinvestor KKR warfen weitere Anteile an dem Gabelstapler-Hersteller auf den Markt. Wincor ermäßigten sich um 4,9 Prozent. Leoni fielen um 3,2 Prozent. Aareal Bank büßten 0,7 Prozent ein. Der Immobilienfinanzierer hatte seine Gewinnprognose angehoben - und deswegen lange im Plus gehandelt. Allerdings hatte der Kurs schon am Vortag ordentlich zugelegt.

Im TecDax zogen MorphoSys 0,8 Prozent an und erklommen ein 14-Jahres-Hoch. "Damit setzt sich die Hausse fort", sagte eine technische Analystin. Der Healthcare-Bereich sei weiterhin in einer guten technischen Verfassung. Der Biotech-Bereich sei einer der Favoriten, vor allem wegen der Hoffnung auf neue Medikamente. Bei MorphoSys hat der Gewinn in den ersten neun Monaten zwar einige Marktteilnehmer enttäuscht. Der Rückgang lag aber daran, dass die Kosten für Forschung und Entwicklung deutlich stiegen.

Jenoptik fielen vor Zahlen um 1,3 Prozent zurück. "Die Anleger sind nach der Aufholjagd vorsichtig", sagte ein Händler. Der Kurs hat sich in den vergangenen Wochen um gut 20 Prozent erholt, nachdem er zuvor unter einer Gewinnwarnung gelitten hatte. "Sollte Jenoptik am Mittwoch positiv überraschen, dürfte der Kurs wieder steigen."

Gigaset und Rocket gefragt

Der Automobilzulieferer Hella hat ein erfolgreiches Börsendebüt geschafft. Die Aktie ist mit einem ersten Kurs von 27,50 Euro an der Börse in Frankfurt gestartet. Das sind rund 3,8 Prozent mehr als der Preis, zu dem Altaktionäre zuletzt Anteile abgegeben haben. Dann aber pendelt sich der Kurs ein. Das Unternehmen, das Scheinwerfer und Fahrassistenztechnik herstellt, hatte Ende Oktober seinen Börsengang angekündigt. Am Ende schloss das Papier aber über dem Ausgabepreis.

Ordentlich Musik ist aber in den kleineren Titeln: Ermuntert von einem Anstieg des operativen Gewinns steigen Anleger wieder bei Gigaset ein. Die Aktien des Herstellers von Schnurlos-Telefonen kletterten um fast 20 Prozent. Gigaset steigerte das operative Ergebnis den Angaben zufolge im dritten Quartal von 3,8 Millionen auf 4,4 Millionen Euro. Der Netto-Verlust habe sich auf deutlich verringert. Gigaset bekräftigte außerdem den Ausblick für das Gesamtjahr.

Eine Kursrally legen derweil auch Rocket Internet hin. Mit einem Gewinn von zwischenzeitlich fünf Prozent auf das neue Börsenhoch von 50,40 Euro handelt die Aktie des Startup-Finanzierers nun um fast 20 Prozent über dem Ausgabepreis. "Die Kaufempfehlung von Goldman Sachs wirkt auch heute noch als Kursmotor", sagt ein Händler. Die US-Bank hatte die Aktie am Montag auf eine Empfehlungsliste genommen und ein Kursziel von 69 Euro ausgerufen. Am Montag veröffentlicht Rocket Internet erstmals seit dem Börsengang Geschäftsergebnisse.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen