Wirtschaft
Den Börsenbullen noch fest im Griff.
Den Börsenbullen noch fest im Griff.(Foto: REUTERS)

Siebte Woche mit Gewinn beendet: Dax schafft 11.400 Punkte

Die Börsenparty nimmt kein Ende. Anleger decken sich immer weiter mit Aktien ein. Diese Woche klettern die deutschen Schwergewichte noch einmal drei Prozent höher. Auch in der zweiten Reihe kennen die Kurse nur eine Richtung: nach oben.

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang noch einmal neue Maßstäbe gesetzt: Nach lustlosem Handelsverlauf schwang sich der deutsche Leitindex Dax doch noch um 0,66 Prozent höher auf einen Rekordwert von 11.401,66 Punkten.

Offenbar wollen immer mehr Anleger auf den Zug aufspringen, auch wenn der eine oder andere bei diesen ungewöhnlichen Kursanstiegen sicherlich schon Fracksausen bekommt. Markus Huber vom Londoner Broker Peregrine & Black begründete die Rally mit den jüngsten Entwicklungen in der Ostukraine und im griechischen Schuldendrama. Hier ist erst einmal Entspannung angesagt.

Auf Wochensicht schaffte das Börsenbarometer einen Zuwachs von über 3 Prozent - Es ist die siebte Gewinnwoche in Folge. Noch besser sehen die Monatsbilanz mit knapp plus 7 Prozent sowie das Jahressaldo mit einem Anstieg von mehr als 16 Prozent aus.

MDax erstmals über 20.000

Derr MDax steht dem Dax in nichts nach. Er sprang erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 20.000 Punkten. Der Index der mittelgroßen Werte verabschiedete sich mit Tagesgewinnen von 0,86 Prozent bei 20.092,01 Zählern. Dabei profitierte er besonders von positiven Nachrichten eines Index-Schwergewichts: Die Airbus-Titel gewannen nach der Bilanzvorlage über 7 Prozent.

Seit Jahresbeginn weist der MDax jetzt eine noch bessere Entwicklung als der Dax auf. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es vor dem Wochenende um 0,18 Prozent auf 1581,80 Punkte hoch.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,67 Prozent höher bei 3599,00 Zählern. In Paris und London zeigten sich die nationalen Indizes uneinheitlich, während der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende moderat nachgab.

Immer noch viel Cash

Seit der Ankündigung eines Wertpapierkaufprogramms durch die EZB haben die Zuflüsse an die europäischen Aktienmärkte immer neue Rekordniveaus erreicht. Offenbar sind die Cash-Quoten der professionellen Investoren immer noch vergleichsweise hoch. Das ergab auch die jüngste Fondsmanager-Umfrage von Merrill Lynch.

Die Suche nach Alternativen angesichts der aktuellen Niedrigzinsen dürfte die Anleger auch in den kommenden Monaten weiter zu den dividendenstarken Aktien treiben, glaubt Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. "Die Dax-Party könnte trotz allen Korrekturbedarfs noch längst nicht am Ende sein."

Partymuffel gab es zum Ende der Börsenwoche nur drei Titel: BASF Lufthansa und Infineon. BASF verloren 1,57 Prozent. Börsianer sprachen von einem verhaltenen Geschäftsausblick des Chemiekonzerns. Nach der starken Kursentwicklung im bisherigen Wochenverlauf machten die Anleger nun Kasse.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) litten ebenfalls unter vorsichtigen Zukunftserwartungen, drehten zum Schluss aber mit modraten 0,27 Prozent ins Plus. Der Autobauer erreiche mit der avisierten operativen Umsatzrendite zwischen 5,5 und 6,5 Prozent bei einer leichten Erlössteigerung gerade so das obere Ende der Markterwartungen, sagte ein Händler.

Airbus zieht steil nach oben

An die MDax-Spitze schossen die Papiere von Airbus mit einem Kurssprung von 7,17 Prozent. Bei den leidgeplagten Aktionären sorgten ein Rekordgewinn und die höchste Dividende in der Unternehmensgeschichte für Euphorie. Auch der Ausblick des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns erntete bei Analysten überwiegend Zustimmung.

Die Salzgitter-Aktien litten derweil unter einem enttäuschenden Ausblick des Stahlherstellers: Sie büßten am MDax-Ende 6,71 Prozent ein. Bei den Technologiewerten schafften die Nordex-Aktien Kursgewinne von 1,93 Prozent, nachdem der Windturbinen-Hersteller seinen Gewinn 2014 vervierfacht hatte.

US-Börsen tragen Rot

Chart

Die New Yorker Börsen spürten nichts von der Börsen-Euphorie in Europa. Nach durchwachsenen Konjunkturdaten gab die Wall Street moderat nach. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,45 Prozent nach auf 18.132 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 2104 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,5 Prozent auf 4963 Stellen.Die US-Wirtschaft war im vierten Quartal zwar schwächer gewachsen als zunächst errechnet, Bankvolkswirte hatten allerdings eine stärkere Absenkung der ersten Schätzung erwartet.

"Das starke Konsumwachstum und die über den Erwartungen liegende BIP-Wachstumsrate überzeugen", kommentierte Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba die Daten. Es bestehe kein Zweifel an der Fortsetzung des Wachstumstrends. Zudem war das von der Universität Michigan erhobene US-Verbrauchervertrauen im Februar nicht so stark gefallen wie befürchtet. Dagegen verschlechterte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Region Chicago im Februar stark. Der Frühindikator sank unter die sogenannte Expansionsschwelle von 50 Punkten und signalisiert damit eine wirtschaftliche Eintrübung.

Euro unter 1,12 Dollar

Der Dollar profitierte von den BIP-Daten. Für einen Euro wurden im späten US-Handel 1,1195 Dollar gezahlt - kaum weniger als am Donnerstagabend. Kurz vor der Veröffentlichung des BIP hatte die Gemeinschaftswährung im Tageshoch aber rund 1,1250 Dollar gekostet.

Nikkei auf 15-Jahreshoch

Die Aktienmärkte in Ostasien und Australien hatten am wie an den Vortagen wieder keine einheitliche Richtung gezeigt. In Sydney und Schanghai ging es mit den Indizes leicht nach oben, in Hongkong und Seoul dagegen leicht abwärts. Beim Nikkei-Index tat sich noch weniger. Er stieg um knapp 0,1 Prozent auf 18.797 Punkte und zeigte sich von einer Flut an Konjunkturdaten wenig beeindruckt.

Während die japanische Industrieproduktion im Januar mit 4 Prozent deutlich stärker gestiegen ist als erwartet und so stark, wie seit vier Jahren nicht mehr, enttäuschten die Ausgaben der Verbraucher. In der Konsequenz sanken auch die Umsätze im Einzelhandel im Jahresvergleich. Von der Preisfront kamen kaum Impulse. Mit einem Anstieg von 2,2 Prozent fielen die Kernverbraucherpreise in Japan fast exakt wie prognostiziert aus.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen