Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Mit Hängen und Würgen: Dax schafft kleines Plus

Der Kletterkurs am deutschen Aktienmarkt geht mit halber Kraft weiter. Die Leichtigkeit der vergangenen Monate hat der Markt zwar verloren, doch die Marke von 8000 Punkten bleibt fest im Blick. Sowohl in der ersten als auch den hinteren Börsenreihen schießen jedoch einige Titel mit Kursverlusten quer.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Tag vor der viel beachteten Sitzung der wichtigsten US-Notenbanker ein kleines Kursplus herausgearbeitet. Weiter wollten sich Anleger nicht aus dem Fenster lehnen, um im Falle böser Überraschungen aus Washington nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Der Dax beendete den Dienstagshandel mit einem Kursplus von 0,2 Prozent bei 7848,57 Punkten. Für den MDax ging es um 0,5 Prozent runter auf 12.697,39 Punkte. Der TecDax schloss 1,5 Prozent im Minus bei 875,16 Punkten.

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Skurrilerweise waren es ausgerechnet überraschend negative Konjunkturdaten aus den USA, die dem Markt nach einem überwiegend schwachen Handel den nötigen Schwung für Kursgewinne gaben. Das Verbrauchervertrauen war im Januar unerwartet eingebrochen, was manche Anleger in der Erwartung bestärkte, dass die US-Notenbanker vorerst keine Zügelung ihrer ultralockeren Geldpolitik beschließen wird. Für die Versorgung der Finanzmärkte mit billigem Geld bedeutet das grünes Licht, was insbesondere auch bei Aktien zu steigenden Kursen führt.

Neben den großen geldpolitischen und volkswirtschaftlichen Fragen sorgten auch einige handfeste Unternehmensmeldungen für Kursbewegungen. Im Dax rutschten die Papiere von Bayer nach einer Reihe negativer Impulse um 2,8 Prozent Minus ans Indexende. Zum einen stuften die Analysten von Barclays die Papiere von "Equal Weight" auf "Underweight" herunter. Darüber hinaus wird Bayer in den USA verklagt. Ihm wird vorgeworfen, nicht ausreichend vor gesundheitliche Risiken bei Nutzung der Hormonspirale Mirena gewarnt zu haben.  Wegen des hohen Gewichts von Bayer im Dax zog das Kursminus der Papiere den ganzen Index kräftig nach unten.

Schwach präsentierten sich auch Aktien von Infineon. Der Chipkonzern rutschte mit 2,5 Prozent deutlich ab. Am Donnerstag wird das Unternehmen seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal veröffentlichen.

Am anderen Indexende markierten ThyssenKrupp mit 2,7 Prozent Kursplus die Dax-Spitze. Börsianer begründeten dies mit neuer Fantasie für den Verkauf der Werke in Brasilien und den USA. Einem lokalen Zeitungsbericht zufolge leiht sich der brasilianische Stahlkonzern CSN umgerechnet rund 1,5 Mrd. Euro für den Erwerb. Titel der Stahlbranche profitierten zudem von einem positiven Ausblick von Posco. Südkoreas Stahlgigant rechnet im ersten Quartal 2013 mit besseren Ergebnissen als im Schlussquartal 2012. Für Salzgitter ging es um im MDax 1,3 Prozent nach oben, Stahlhändler Klöckner & Co zog um 3,2 Prozent an.

Nach Zahlen rutschten die Aktien der Software AG im TecDax um 17 Prozent ab. Bei Deutschlands zweitgrößtem Softwareanbieter sind Umsatz und Gewinn im vierten Quartal leicht zurückgegangen. Hohe Investitionen und der Umbau des Beratungsgeschäfts wurden zur Belastung.

Quelle: n-tv.de

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