Wirtschaft
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Dow rutscht leicht ins Minus: Dax scheitert an der 12.000er Marke

Ein kleiner Gewinn bleibt beim Dax am Ende des Tages - die zuvor eroberte Marke von 12.000 Punkten kann der Index aber nicht halten. Zu sehr belastet die Griechenland-Krise - die guten US-Bilanzen helfen da auch nur bedingt weiter.

Die 12.000-Punkte-Marke war heute die Achse, um die der Dax mal nach oben, mal nach unten pendelte. Am Ende schloss der deutsche Leitindex nur knapp darunter, jedoch immer noch mit einem kleinen Gewinn. Die noch stärkeren Index-Aufschläge vom Vormittag waren wegen der Griechenland-Krise teilweise abgeschmolzen.

Unruhig ging es am griechischen Finanzmarkt zu. Mit der Finanznot Athens und der Spekulation um einen möglichen Exit aus dem Euro stiegen die Renditen zweijähriger griechischer Anleihen auf fast 30 Prozent. Darunter litten die Bankaktien. Die Kurse der griechischen Institute lagen zum Teil mehr als 5 Prozent im Minus.

Stützend für die Stimmung wirkten die US-Unternehmensergebnisse."Entweder werden sie positiv aufgenommen", sagte ein Händler zu den Kursgewinnen bei Verizon, IBM, United Internet oder Lockheed. Oder die Gewinne enttäuschten aufgrund des starken Dollar, so bei DuPont.

Etwas auf die Stimmung drückte hingegen der am Vormittag veröffentlichte und überraschend schwache ZEW-Index für Deutschland. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen sank im April um 1,5 auf 53,3 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner Umfrage unter 238 Anlegern und Analysten mitteilte. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs auf 55,3 Zähler gerechnet.

Im Fokus stand zudem die Berichtssaison für die ersten drei Monate des Jahres. SAP hat bereits als erster Dax-Konzern Zahlen vorgelegt.

Deutschland: SAP nach Zahlen gefragt

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Der Dax schloss 0,4 Prozent höher auf 11.940 Punkten. Der MDax legte um 0,9 Prozent zu auf 21.340 Punkte - sein Tageshoch lag mit 21.483 Punkten jedoch noch etwas höher. Nach oben ging es um 1,1 Prozent auch für den TecDax, der damit bei 1666 Zählern schloss. Der Euro-Stoxx-50 legte 0,1 Prozent auf 3722 Punkte zu.

SAP schlossen an der Dax-Spitze und legten um 2,3 Prozent zu. Der schwache Euro verhalf SAP im abgelaufenen Quartal zu einem Anstieg des operativen Gewinns. Die Kernzahlen hätten leicht über den Erwartungen gelegen, schrieb DZ Bank-Analyst Harald Schnitzer in einem Kommentar.

Hinten im Dax landeten Commerzbank, die 1,4 Prozent nachgeben. Auch Volkswagen sackten um 1,2 Prozent ab.

Die Aktie der Software AG legte um 3,8 Prozent zu. An der Börse wurde dazu auf die Vorlage der Quartalszahlen von IBM am Vorabend verwiesen. Laut den Analysten von Bryan Garnier war der Bereich Software bei IBM mit einem Minus von 2 Prozent nicht so stark geschrumpft wie befürchtet. Dies werteten sie als positives Zeichen auch für andere Software-Anbieter wie SAP und Software AG.

USA: Wallstreet ohne einheitlichen Trend

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Die US-Börsen fanden keine gemeinsame Richtung. Der Dow Jones pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 18.109 und einem Tief von 17.929 Punkten. Er schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 17.949 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,2 Prozent auf 2097 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte dagegen um 0,4 Prozent auf 5014 Stellen vor. 

Bei den Einzelwerten stehen die Aktien von Mylan im Fokus. Sie verteuern sich um fast neun Prozent, nachdem der israelische Generika-Hersteller Teva ein Übernahmeangebot von 82 Dollar je Aktie für den US-Rivalen vorlegte.

IBM-Papiere fallen um gut ein Prozent. Dem weltgrößten IT-Dienstleister bricht zwar weiter der Umsatz weg, die niedrigen Gewinnerwartungen wurden im abgelaufenen Quartal aber übertroffen. DuPont-Anteile verloren knapp drei Prozent. Der starke Dollar setzt dem Chemiekonzern allerdings zu und dürfte den Gewinn im Gesamtjahr deutlicher als bislang angenommen drücken.

Devisen: Griechenland-Sorgen drücken Euro

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Der Kurs des Euro ist wegen wachsender Sorgen um Griechenland unter Druck geraten.  Der Kurs des Euro, der im US-Handel zeitweise wieder kräftig zugelegt und ist bis auf 1,0781 Dollar gestiegen war, wurde zur Schlussglocke an der Wall Street bei 1,0735 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0700 Dollar festgesetzt.

"Vor allem die Sorgen um Griechenland lasten auf dem Euro", sagte Ralf Umlauf, Devisenexperte der Landesbank Hessen Thüringen (Helaba). Der Kurs der Gemeinschaftswährung könnte seiner Einschätzung nach bis auf 1,05 Dollar fallen. Spekulationen über ein mögliches Ende der Mitgliedschaft des Landes im Euroraum seien geschürt worden.

Rohstoffe: Öl geben nach

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Die Ölpreise gaben deutlich nach. Der Kontrakt-Wechsel bei WTI sorgte für eine erhöhte Volatilität. Der nun führende Juni-Kontrakt fiel zum Settlement um 2,2 Prozent auf 56,61 Dollar. Der Mai-Kontrakt endete mit einem Minus von 2 Prozent 55,26 Dollar. Für einen Barrel der Sorte Brent mussten 62,08 Dollar bezahlt werden, ein Rückgang um 2,2 Prozent. Es machten sich zudem Sorgen bezüglich der Nachhaltigkeit der jüngsten Aufwärtsbewegung breit.

Beobachter warnen jedoch davor, schon von einer Trendwende zu sprechen. Die Rohstoffexperten von der Commerzbank verweisen darauf, dass die Erholung vor allem auf den erwarteten Rückgang der US-Produktion zurückgehe. "Der jüngste Preisanstieg war somit größtenteils spekulativ getrieben."

Asien: Toyota legen mehr als zwei Prozent zu

Die Aktienmärkte in Fernost haben mehrheitlich zugelegt. Für Schwung sorgten Krediterleichterungen in China, die die Wirtschaft ankurbeln sollen. Die Sorge um die Konjunkturschwäche der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft trat damit vorübergehend in den Hintergrund. In Tokio sorgte zudem die Aussicht auf starke Quartalszahlen japanischer Firmen für Auftrieb.

Der Tokioter Leitindex Nikkei kletterte um 1,4 Prozent auf 19.909 Zähler. Unter den Einzelwerten stachen Toyota-Aktien hervor, die in Erwartung starker Umsatzzahlen in den USA mehr als zwei Prozent zulegten. Auch Nissan-Papiere lagen mehr als zwei Prozent im Plus. Panasonic-Aktien stiegen sogar 3,7 Prozent.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans tendierte knapp 0,4 Prozent fester. Die chinesischen Notenbank hatte am Sonntag entschieden, dass Geschäftsbanken des Landes künftig weniger Geld bei ihr vorhalten müssen und somit mehr Spielraum für die Vergabe neuer Kredite haben. Dadurch soll das Wachstum angeschoben werden.

Quelle: n-tv.de

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