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Geschafft!
Geschafft!(Foto: picture alliance / dpa)

RWE und K+S laufen vorneweg: Dax schiebt sich ins Plus

Nach einem schwachen Auftakt lassen sich die Aktienanleger doch noch von steigenden Kursen an der Wall Street locken. Schub kam unter anderem von dem überraschend deutlichen Anstieg des Umsatzes im US-Einzelhandel.

Der deutsche Aktienmarkt hat im Schlussspurt doch nocoh den grünen Bereich erreicht. Dem schwachen Auftakt mit einem Tagestief bei 9382 Punkten folgte dank erfreulicher Konjunkturdaten die Erholung. Der gestrige Ausverkauf an den US-Börsen habe einige "Schnäppchenjäger" angelockt, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner.

Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex Dax 0,3 Prozent höher bei 9540 Zählern. Für den MDax ging es dagegen um 0,3 Prozent abwärts auf 16.707 Punkte. Der TecDax notierte nahezu unverändert bei 1226 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schaffte ein Plus von 0,2 Prozent auf 3119.

Positive Unterstützung gab es aus Europa und den USA: Die Industrieproduktion in der Eurozone ist im November so stark gewachsen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.  In den USA sind derweil die Einzelhandelsumsätze im Dezember stärker als erwartet gestiegen.

In Paris kletterte der Auswahlindex CAC40 um 0,3 Prozent. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte fast gleichzeitig mit dem Anstieg der Kurse in New York erhebliche Kürzungen der Staatsausgaben und Steuersenkungen für Unternehmen angekündigt. "So etwas schadet dem Sentiment natürlich nicht, das hat auch geholfen", sagte ein Händler.

An der Wall Street führte der Nasdaq-Composite zum Handelsschluss in Europa mit einem Plus von 1,3 Prozent die Indizes an.

Goldman Sachs: Der frühe Bremsklotz

Im frühen Geschäft hatten die Nachwehen des schwachen US-Arbeitsmarktberichts vom Freitag und Kommentare der US-Notenbank für Verluste gesorgt. Für Verstimmung sorgte auch, dass mit Goldman Sachs ein namhafter und oft marktbewegender Akteur die US-Börsen mittlerweile für zu hoch bewertet ("lofty") hält. "Die Bewertung des S&P-500-Index ist für nahezu jede Bewertungskennziffer hoch", befand David Kostin, Aktienstratege bei der US-Bank.

Ende des Jahres sehen die Analysten von Goldman Sachs den S&P-500-Index bei 1900 Punkten. Dies wäre ein Aufwärtspotenzial von gerade einmal vier Prozent. Damit sehen viele Investoren das Risiko nicht adäquat bewertet und kehren dem Aktienmarkt erst einmal den Rücken.

US-Banken öffnen Bücher

Für die weitere Entwicklung dürfte nun der Verlauf der gerade begonnenen Berichtssaison in den USA entscheidend werden. Die Großbanken JP Morgan und Wells Fargo haben mit ihren Zwischenberichten die Anleger nicht ganz überzeugt.

JP Morgan, die größte US-Bank, die den Bilanzreigen der US-Kreditinstitute eröffnete, hat im vierten Quartal netto sieben Prozent weniger verdient. Wells Fargo verbesserte ihren Gewinn dagegen um elf Prozent.

RWE und K+S geben den Takt vor

Tagesgewinner im Dax war die Aktie von RWE, für die es 5 Prozent nach oben ging. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass das Land Hessen RWE wegen der forcierten Stilllegung des AKW Biblis nach dem Reaktorunfall in Fukushima Schadensersatz in einer möglicherweise dreistelligen Millionenhöhe zahlen muss. Ein Analyst schätzt den positiven Einmaleffekt auf 200 Millionen Euro.

Für K+S-Papiere ging es 4,9 Prozent nach oben. "Der Nachrichtenfluss rund um die Aktie und um den Sektor hat sich zuletzt verbessert", sagte ein Händler. Insbesondere mehrten sich die Anzeichen für eine Stabilisierung der Kalipreise. Die NordLB hatte zu Wochenbeginn eine Kaufempfehlung für die Aktie ausgesprochen.

Commerzbank und VW sind die Schlusslichter

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien der Commerzbank. Den Titeln machten Gewinnmitnahmen zu schaffen. Sie gaben 2,2 Prozent ab, nachdem sie am Vortag 5,5 Prozent gewonnen hatten.

Volkswagen rutschten nach einem negativen Kommentar der UBS 2,3 Prozent ins Minus. Analysten hatten die Titel auf "Sell" von "Neutral" heruntergestuft. 

Infineon verloren nach einer Abstufung auf "Neutral" von "Kaufen" durch Goldman Sachs 1,3 Prozent.

Celesio im Fokus

Im MDax stürzten Celesio ab: Nach der gescheiterten Übernahme durch den US-Konzern McKesson fielen die Aktien um 4,4 Prozent auf 23,^10 Euro. McKesson gelang es nicht wie gefordert, mindestens 75 Prozent der Aktienanteile von den Celesio-Aktionären einzusammeln.

Quelle: n-tv.de

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