Wirtschaft
Zäher Handel in Frankfurt.
Zäher Handel in Frankfurt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zahlreiche Hindernisse: Dax schleppt sich ins Plus

Der deutsche Aktienmarkt bewegt sich am Mittwoch wenig. Die Anleger reagieren auf enttäuschende Zahlen von Daimler und Münchener Rück. Die US-Konjunkturdaten sind uneinheitlich.

Mit Enttäuschung aufgenommene Zahlen der Münchener Rück und des Autobauers Daimler haben den Dax am Mittwoch ausgebremst. Dass der Leitindex nicht ins Minus rutschte, verhinderte vor allem das deutliche Kursplus des Dax-Schwergewichts Siemens.

Konjunkturdaten aus den USA fielen uneinheitlich aus. So war die dortige Beschäftigung im Privatsektor im April zwar etwas stärker als erwartet gestiegen. Belastet durch den strengen Winter hatte sich aber das US-Wachstum im ersten Quartal deutlich abgeschwächt. Der Aufschwung in den Vereinigten Staaten bleibt nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) dennoch insgesamt intakt. Die US-Notenbank Fed äußerte sich erst nach Handelsschluss zu ihrem weiteren Vorgehen hinsichtlich des Aufkaufs von Anleihen.

Der Dax stieg minimal um 0,2 Prozent und schloss bei 9603 Punkten. Der MDax verlor 0,5 Prozent auf 16.082 Zähler. Der TecDax gewann 0,5 Prozent und wies 1228 Punkte auf.

Die Münchener Rück erwartet angesichts niedrigerer Zinsen und wegen des scharfen Wettbewerbs um Kunden einen Gewinnrückgang im Auftaktquartal, die Aktien gaben mehr als zwei Prozent nach. Daimler konnte trotz einer Verdopplung des Konzernergebnisses in den ersten drei Monaten nicht punkten, die Aktie verlor 2,1 Prozent. "Die Zahlen sehen auf den zweiten Blick nicht mehr so gut aus, weil nur die Finanzsparte positiv überraschte, während das Lkw- und Pkw-Geschäft mehr oder weniger nur wie erwartet ausfielen", sagte ein Händler.

Siemens verteuerten sich um 0,9 Prozent. Die Anleger reagierten laut Händlern mit Erleichterung darauf, dass das Unternehmen im Ringen um den französischen Industrie-Konzern Alstom ins Hintertreffen geraten und ein teurer Bieterwettstreit weniger wahrscheinlich geworden ist. Das Kaufangebot von General Electric
(GE) von 12,35 Milliarden Euro für die Energietechnik-Sparte von Alstom soll bis Ende Mai geprüft werden.

Nach oben ging es im Dax neben Siemens auch für die Aktien von K+S, die nach starken Zahlen der norwegischen Yara um 2,6 Prozent  stiegen. Yara kletterten um bis zu 8,8 Prozent auf ein 14-Monats-Hoch von 290 Kronen. Der Düngemittelhersteller hatte im ersten Quartal einen operativen Gewinn von 3,83 (Prognose: 3,22) Milliarden Kronen (463 Millionen Euro) verbucht.

Eon verbilligten sich um 0,9 Prozent. Der Energiekonzern sucht angesichts stark geschrumpfter Gewinne in der Stromerzeugung seine Zukunft als Dienstleister mit Strom- und Wärmesparangeboten. Im ersten Quartal seien 17.000 Kunden neu hinzugewonnen worden, sagte Firmenchef Johannes Teyssen auf der Hauptversammlung in Essen. Bei der klassischen Stromerzeugung sei die Lage dagegen wegen des deutlich gefallenen Börsenstrompreises nach wie vor kritisch. Besserung ist laut Teyssen nicht in Sicht. Eon habe bereits für ein Viertel der konventionellen Kraftwerke die Stilllegung beschlossen. Der Konzern rechnet für 2014 weiter mit einem auf 1,5 bis 1,9 Milliarden geschrumpften bereinigten Konzernüberschuss (2013: 2,2 Milliarden Euro). Die Dividende soll von 1,10 Euro auf 60 Cent fallen.

Der Rational-Kurs brach im MDax um 11,7 Prozent ein. Der Großküchenausrüster verbuchte zum Jahresauftakt ein überraschendes Gewinnminus.

Auch Osram standen auf den Verkaufszetteln und verbilligten sich um 9,0 Prozent. Der rasant schrumpfende Markt für herkömmliche Glühlampen macht dem Leuchtmittel-Hersteller zu schaffen. "Umsatz und Erträge lagen unter den Erwartungen", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Negativ seien außerdem die skeptischen Aussagen von Osram zum Umsatzziel.

Quelle: n-tv.de

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