Wirtschaft
Schlechte Werte aus New York schickten den Dax am Nachmittag zu Boden.
Schlechte Werte aus New York schickten den Dax am Nachmittag zu Boden.(Foto: picture alliance / dpa)

Wall Street belastet: Dax schließt deutlich angeschlagen

Die schwache Eröffnung der New Yorker Börse verpasst dem Dax einen herben Dämpfer - am Ende geben die Kurse deutlich nach. Gewinner gibt es nur noch eine Handvoll. Europas Konjunkturschwäche belastet den deutschen Leitindex zusätzlich.

Die Delle im Kurs des deutschen Leitindex bildete sich am Nachmittag aus - nach Eröffnung der Wall Street. Mit ihr sank der Dax nach anfänglichem hin und her schließlich deutlich ins Minus. Ausschlaggebend war wohl die schwache Entwicklung der Kurse in New York, die von Beginn an nachgaben. Die gesenkte Wachstumsprognose für Europa durch die EU-Kommission tat ihr Übriges.

Am Ende schloss der Dax mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 9166 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab um 0,8 Prozent nach auf 16.023 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte um 0,6 Prozent ein auf 1242 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,5 Prozent.

Vor den großen Themen der Woche ging die Börse bereits am Vormittag zunächst in Deckung. Die Hoffnungen richteten sich klar auf das Handeln der Europäischen Zentralbank, die sich am Donnerstag trifft. Auch wenn diesmal noch keine Beschlüsse erwartet wurden, erhoffte sich die Börse doch mögliche Hinweise von EZB-Chef Mario Draghi.

Die Möglichkeit von Staatsanleihekäufen dürfte nach Einschätzung von Johannes Mayr, Volkswirt bei der BayernLB, zumindest verbal weiter gespielt werden. Er geht davon aus, dass zunächst Unternehmensanleihen und auch unbesicherte Bankanleihen in das Kaufprogramm aufgenommen werden. Die Ausweitung des Kaufprogrammes dürfte im Dezember beschlossen werden. Den Abschluss der ereignisreichen Woche markiert dann der Arbeitsmarktbericht aus den USA am Freitag.

Ihren Fokus richteten die Investoren heute auch auf die Bilanzen zahlreicher Unternehmen. Aus dem Dax warteten vier Großkonzerne mit Geschäftszahlen auf: BMW, Continental sowie Fresenius und deren Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC).

Fresenius enttäuschen nicht - die Aktien schon

Als leicht über den Erwartungen liegend beschrieben Händler in einer ersten Einschätzung die Quartalszahlen von FMC und Fresenius. Beide Konzerne hatten den Ausblick bestätigt. Dennoch verloren die Aktien von FMC 0,3 Prozent, Fresenius gingen um 0,6 Prozent zurück. Laut einem Händler war es zu Gewinnmitnahmen gekommen.

Die Zahlen von BMW wurden in einer ersten Einschätzung aus dem Handel als "positiv" eingestuft. "Das Ebit ist 10 Prozent oberhalb der Markterwartung ausgefallen", sagte ein Händler. Zudem liege die Ebit-Marge im Segment Automobile per September bei 10,2 Prozent und damit oberhalb des Unternehmensziels von 8 bis 10 Prozent. Dennoch verlor das Papier deutlich um 2,8 Prozent auf 82,89 Euro - es stand damit auf dem vorletzten Platz in der Dax-Rangliste. Schlechter schnitten nur die Papiere der Commerzbank ab, die um 2,9 Prozent nachgaben.

Die Zahlen von Continental beinhalteten für die Bullen und die Bären unter den Anlegern gute Argumente. Die Bären verwiesen auf die eher schwache Ergebnisentwicklung mit den einmaligen Aufwendungen in der Sparte Powertrain verweisen. Das Argument der Bullen war klar die Entwicklung beim Free Cashflow, nachdem das Unternehmen den 2014er Ausblick hierfür auf 1,8 Millionen nach zuvor 1,5 Milliarden Euro angehoben hat. Die Bullen setzten sich am Ende durch: Die Aktie schloss mit einem Plus von 0,2 Prozent.

Bei den Beiersdorf-Aktionären drückte ein überraschend schwacher Umsatzanstieg des Konkurrenten L'Oréal auf die Stimmung. Die Papiere des Nivea-Herstellers fielen um 1,1 Prozent. Spitzenreiter im Dax waren die Aktien von Lufthansa - die Fluglinie profitiert von derzeit rapide sinkenden Ölpreisen und die Titel stiegen gegen den Trend deutlich um 2,0 Prozent.

Nivea-Hersteller Beiersdorf von Konkurrenz belastet

Mit Blick auf Hugo Boss sprach ein Händler vom Scheitern "an den hoch gesteckten Zielen". Das Unternehmen hatte mit der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal das währungsbereinigte Umsatzwachstum sowie das operative Ergebnis nach unten angepasst. "Da wird die Börse auf dem falschen Fuß erwischt", sagte ein anderer Händler über das MDax-Unternehmen. Wahrer könnte es kaum sein: Der Titel gab um 5,0 Prozent auf 99,85 Euro nach - im Tagesverlauf war der Wert zwischenzeitlich auf 98,03 Euro gesunken. 

Unter Druck kam die Aktien von Pfeiffer Vacuum, die um 5,5 Prozent einbrach. Der im TecDax vertretene Hersteller von Vakuumpumpen hat das Umsatzziel für dieses Jahr gesenkt und trennt sich von seiner Finanzchefin.

Quelle: n-tv.de

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