Wirtschaft
Noch ist in Madrid und Rom nichts passiert: Die Nervosität an den Märkten flaut ab.
Noch ist in Madrid und Rom nichts passiert: Die Nervosität an den Märkten flaut ab.(Foto: picture alliance / dpa)

Kleines Plus im Dienstagshandel: Dax schließt erleichtert

Nach einem durchwachsenen Handelstag verabschieden sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt mit leichten Kursgewinnen in den Feierabend. Dax und Euro legen zu, auch die Börsen in Madrid und Mailand gehen nach dem tiefroten Wochenstart auf Erholungskurs.

Der deutsche Aktienmarkt hat nach seinem Kursrutsch zum Wochenauftakt am zweiten Handelstag der Woche moderat zugelegt. Positive Impulse lieferten die US-Börsen, die von Übernahmeplänen und guten Konjunkturdaten profitierten. Am Abend ging der Dax 0,35 Prozent höher bei 7664,66 Punkten aus dem Handel. Nachdem der Leitindex wegen der Sorgen über die politische Entwicklung in Spanien und Italien am Montag fast zweieinhalb Prozent abgegeben hatte, steht nun noch ein bescheidenes Plus seit Jahresbeginn von gut einem halben Prozent zu Buche. Der MDax verbesserte sich im Tagesvergleich um 0,64 Prozent auf 12.641,14 Punkte. Der TecDax gewann 0,26 Prozent auf 875,31 Punkte.

Die neuen politischen Sorgen in der Eurozone verhinderten indes größere Gewinne am deutschen Aktienmarkt. Mit den Korruptionsvorwürfen gegen die spanische Regierung und den guten Umfragewerten für Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi sorgten gleich zwei große Euro-Länder für politische Verunsicherung, kommentierte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank das Börsengeschehen. Experten rechnen mit einer schwierigen Regierungsbildung, wenn Berlusconis Partei bei den Ende Februar anstehenden Parlamentswahlen gut abschneiden sollte.

Insgesamt sieht der Chefanalyst Philippe Gijsels von BNP Paribas Fortis den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen weiterhin intakt. Die aktuelle Schwächephase sei lediglich eine Konsolidierung. Die Märkte nutzten die Probleme in Italien und Spanien als Ausrede. "Aber sie hätten auch andere Gründe finden können." Der Mailänder Leitindex MIB, der am Montag um 4,5 Prozent eingebrochen war, schloss 1,1 Prozent im Plus. Der spanische Ibex (Vortag: minus 3,8 Prozent) beendete den Tag 2,2 Prozent fester.

Sky führt den MDax an

Bei den deutschen Einzelwerten dominierten die Aktien der Munich Re die Gewinnerliste: Die Titel des Rückversicherers gewannen nach Zahlen und einer Hochstufung 3,89 Prozent auf 138,95 Euro, womit sie den Spitzenplatz im Dax belegten. Der Konzern hatte trotz immenser Schäden durch den Hurrikan "Sandy" im abgelaufenen Jahr einen überraschend hohen Milliardengewinn erzielt und die Dividende angehoben.

Die Aktien der Deutschen Börse zogen um 0,57 Prozent an. Der Börsenbetreiber hatte 2012 einen Gewinneinbruch erlitten, auf den er nun mit einem neuen Sparprogramm reagiert.

Im MDax rückten die Papiere von Kuka um 0,74 Prozent auf 30,00 Euro vor. Der Roboter- und Anlagenbauer hatte nach einem überraschend starken Schlussquartal seine Jahresziele übertroffen und neue Bestwerte aufgestellt. Von Händlern hieß es, Kuka habe mit seinen Zahlen über den Marktschätzungen gelegen.

Die Aktien des Aromen- und Duftstoffherstellers Symrise stiegen nach guten Zahlen des schweizerischen Wettbewerbers Givaudan um 2,08 Prozent. An der Indexspitze unter den Nebenwerten kletterten die Titel von Sky Deutschland um 3,88 Prozent. Der Bezahlsender hatte mit neuen Aktien frisches Geld eingesammelt.

Wirbel in der Chip-Branche

In London gehörten ARM zu den Spitzentiteln im Auswahl-Index FTSE. Die Papiere des britischen Chip-Designers stiegen um 4,4 Prozent. Das Unternehmen hatte bei Umsatz und Vorsteuer-Gewinn die Analystenerwartungen übertroffen. Von den Zahlen profitierten die Aktien der deutschen Chipkonzerne indes nicht. Infineon führten im Dax die Verliererliste mit einem Abschlag von 2,4 Prozent an, was Händler mit Gewinnmitnahmen begründeten.

Unter die Räder gerieten in Amsterdam die Anteilsscheine des Telekomkonzerns KPN, die mit einem Minus von bis zu 25 Prozent so stark einbrachen wie nie zuvor. Die E-Plus-Mutter kündigte eine Kapitalerhöhung von vier Milliarden Euro an und will damit ihr Wachstum ankurbeln. Die KPN-Aktie schloss 15,9 Prozent niedriger bei 3,45 Euro.

Der Eurostoxx50 schloss 0,99 Prozent höher bei 2651,21 Punkten. Der Londoner FTSE-Index und der Pariser CAC 40 legten ebenfalls zu. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 0,77 Prozent über seinem Schlusskurs vom Montag. Der breiter gefasste S&P 500 rückte 0,9 Prozent auf 1509 Zähler vor. Der Nasdaq kletterte um 0,9 Prozent auf 3160 Punkte.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,38 Prozent am Vortag auf 1,33 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 133,45 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,36 Prozent auf 142,22 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3537 (Montag: 1,3552) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7387 (0,7379) Euro.

Quelle: n-tv.de

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