Wirtschaft
Aktienmarkt steht unter Abgabedruck.
Aktienmarkt steht unter Abgabedruck.(Foto: REUTERS)

Leitindex heftet sich an US-Aktienmarkt: Dax schließt erneut schwächer

Ohne große Nachrichten bleibt Platz für Spekulationen: Die vage Aussicht auf ein Ende der Fed-Anleihenkäufe drückt die Stimmung der Händler. Selbst eine Flut an Zahlen aus der zweiten Reihe kann dies nicht in den Hintergrund drängen. Die Blicke richten sich auf die Fed-Vertreter.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Tag ohne die ganz großen Nachrichten uneinheitlich geschlossen. Über dem Handel lastete einmal mehr die Unsicherheit über das Ende des billigen Geldes der US-Notenbank. Aussagen zweier Fed-Vertreter machen den Ausstieg aus den Wertpapierkäufen in nur wenigen Wochen denkbar.

Daneben kamen gute Daten von der deutschen Konjunktur und der europäischen Wirtschaft. Laut Ifo-Institut stieg das Wirtschaftsklima in der Eurozone auf das höchste Niveau seit dem dritten Quartal 2011. Vor allem die besseren Erwartungen für die nächsten sechs Monatezogen an.

Auf dem Parkett standen diesmal die zweite Reihe im Blick. Hatten am Vortag noch vier Dax-Unternehmen über das abgelaufene Quartal berichtet, zogen nun etliche MDax-Firmen nach. Am Nachmittag belasteten dann die Verluste der Wall Street.

In dieser Gemengelage büßte der Leitindex Dax am Ende 0,5 Prozent auf 8260 Punkte ein. Der MDax geht nahezu unverändert mit 14.608 Zählern aus dem Handel. Dagegen legte der TecDax 0,5 Prozent bei 1015 Stellen zu. Der Euro-Stoxx-50 schließt beinahe unverändert bei 2791 Stellen. Fundamentale Gründe für die Kursverluste des Dax sah Marktanalyst Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke & Co nicht. Die Quartalsberichte der deutschen Unternehmen seien nicht gerade schlecht gewesen. Aktuell folge der Dax eher dem US-Aktienmarkt, der am Mittwoch erneut unter Druck stand.

Beiersdorf unter Druck

Im Dax verbuchten Beiersdorf mit einem Anschlag von 3,2 Prozent auf 68,23 Euro die größten Verluste. Laut Quartalszahlen zahlen sich Konzernumbau und Neuausrichtung für den Konsumgüterkonzern aus. Allerdings ließen sich nicht alle Analysten überzeugen. Zudem sehen zahlreiche Experten die Aktie als zu hoch bewertet an. Deutsche Börse geben 2,4 Prozent nach. Lufthansa sanken um 1,9 Prozent. Merck verlieren am Tag nach ihrer Zahlenpräsentation 1,8 Prozent.

Wieder Boden unter die Füße bekamen K + S. Nach dem Kursrutsch der vergangenen Tage legten die Papiere 6,7 Prozent auf 16,98 Euro zu. Für Hoffnung sorgte eine Meldung, wonach Uralkali eine Rückkehr zur Kooperation mit der weißrussischen BPC erwägen soll. Zuvor hatte das Ausscheren aus dieser Allianz für den Kurseinbruch der Kali-Aktien gesorgt. Fresenius Medical Care stiegen um 2,3 Prozent. Commerzbank verteuerten sich um 1,9 Prozent auf 6,62 Euro. Der Aufsichtsrat hat die Reduzierung des Verstands um zwei Posten beschlossen. Die beiden Energietitel RWE und Eon machen einen Teil der Vortagsverluste wieder wett.

Zahlenflut in der zweiten Reihe

In der zweiten Reihe machen erwartungsgemäß die Zahlen die Kurse. Allerdings mussten ElringKlinger mit einem Minus von 5,7 Prozent die meisten Federn lassen. Brenntag verbilligten sich letztlich um 3,0 Prozent auf 119,20 Euro und kamen damit wieder etwas zurück. Der Chemiedistributeur leidet weiter unter der Wirtschaftsschwäche. Zusätzlich wird der Gewinn in diesem Jahr von einer Kartellstrafe belastet. TUI ermäßigen sich um 1,5 Prozent auf 9,70 Euro. Wegen des scharfen Wettbewerbs hat die Tochter Hapag-Lloyd die angekündigten Frachtratenerhöhungen im zweiten Quartal nicht am Markt durchsetzen können.

Gesucht waren am anderen Ende allen voran Klöckner + Co. Die Papiere verteuern sich kräftig um 9,0 Prozent auf 10,22 Euro. Der Stahlhändler reduzierte dank seines Sparprogramms im zweiten Quartal den Nettoverlust und senkte nun auch offiziell seine Prognose für das Gesamtjahr.

Hannover Rück zogen um 4,0 Prozent auf 58,79 Euro an. Die Zweitquartalszahlen seien insgesamt etwas besser als erwartet ausgefallen, sagt equinet. Damit liege der Konzern gut auf Kurs, um seine Jahreszielsetzung zu erreichen. Kepler Cheuvreux moniert etwas das hinter den Erwartungen gebliebene Kapitalanlageergebnis. Das aber werde von einem guten operativen Geschäft und einer niedrigen Schadenkostenquote kompensiert.

Symrise legten 3,9 Prozent zu. Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise hat seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2013 kletterte der Gewinn unterm Strich um zwölf Prozent. Kuka erhöhten sich um 2,4 Prozent, ebenfalls nach Zahlen. Axel Springer kletterten nach ihrem Quartalsbericht 2,2 Prozent. "Vor allem das traditionelle Mediengeschäft hat hier besser als erwartet abgeschnitten", sagt Harald Heider von der DZ Bank zu den Quartalszahlen des Medienkonzerns.

Fraport verteuerten sich um 2,0 Prozent. Die Ergebnisse für das zweite Quartal haben über den Erwartungen gelegen, meinen die Analysten von equinet. Dies sei auf Umsatzsteigerungen im internationalen Flughafengeschäft und auf die höhere Profitabilität im Flugbetrieb zurückzuführen.

Xing gewinnt zweistellig

Im TecDax setzten Xing ihren Höhenflug fort. Einen Tag nach starken Zahlen gewinnen die Papiere zweistellig. Wenige Stunden vor Handelsschluss beträgt das Plus weitere 10,8 Prozent auf 69,91 Euro. "Das Sentiment für Social Media hat sich deutlich verbessert", sagt Marcus Silbe, Analyst bei Close Brothers Seydler. Dazu hätten unter anderem die Zahlen der US-Wettbewerbers LinkedIn gesorgt. "Sowohl bei LinkedIn als auch bei Xing ist momentan zu sehen, welche Dynamik das Wachstum im Internet erreichen kann", sagt er weiter. Die Commerzbank hebt das Kursziel an. Nach Einschätzung der Analysten dürfte das EBITDA zwischen 2014 und 2016 zwischen 9 und 13 Prozent steigen.

Freenet erhöhten sich ebenfalls nach Zahlen 2,8 Prozent auf 18,19 Euro. Der Telekombetreiber hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient und umgesetzt als vom Markt erwartet. Neben den Zahlen wertet Karsten Oblinger von der DZ Bank die Verlängerung des Vertrags mit Media Saturn als positive Nachrichten.

Billiger waren am Ende des Tages Carl Zeiss Meditec, die 2,1 Prozent nachgaben. Morphosys fielen um 1,7 Prozent. LPKF verloren 1,5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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