Wirtschaft
Unendliche Geschichte: Die Griechen und das liebe Geld.
Unendliche Geschichte: Die Griechen und das liebe Geld.(Foto: AP)

Athener Bankenindex knickt ein: Dax schließt fester

Der Dax begrüßt die neuen Griechenlandhilfen mit einem Plus. Doch ein Teil der Verluste musste das Börsenbarometer wieder abgeben. Investoren hätten bereits früh darauf gesetzt, dass Griechenland eine weitere Hilfe erhält, erklären Händler die verhaltene Reaktion. An der Athener Börse ist die Freude auch nur kurz.

Die Einigung auf die dringend benötigten Finanzhilfen für Griechenland hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder auf das Parkett geholt. Einen Teil der morgendlichen Gewinne gab der Dax allerdings ab, lag zum Handelsschluss aber immer noch 0,5 Prozent im Plus bei 7332 Zählern. "Die Entscheidung war sehnsüchtig erwartet worden, das half dem Markt erstmal auf die Sprünge", sagte ein Händler am Morgen. Er bezweifelte aber, dass die Kursgewinne von Dauer sein dürften. Letztlich bleibe die Unsicherheit im Markt, ob Griechenland tatsächlich jemals von seinem Schuldenberg herunterkommen werde.

Die Euro-Finanzminister hatten sich in der Nacht auf die Auszahlung der nächsten Milliardenkredite verständigt und wollen die Schulden des Landes längerfristig mit einem Maßnahmenpaket um 40 Mrd. Euro senken. Die Schuldenquote soll nun bis zum Jahr 2020 auf 124 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.

In Athen brach der Bankenindex nach einem frühen Plus um 9,8 Prozent ein. Die Ankündigung eines Rückkaufs eigener Anleihen durch Griechenland belastete die Kurse der griechischen Banken stark. Zuvor hatte die Erleichterung über eine Rettung des Landes vor der Pleite den Index noch um bis zu 2,8 Prozent in die Höhe getrieben. "Wir haben etwas Luft zum Atmen bekommen - zumindest für einige Zeit", erklärte Takis Zamanis, Chefhändler bei Beta Securities. Auf der anderen Seite sei fraglich, wie die Konditionen für den Rückkauf gestaltet würden. "Es sieht so aus, als wären die Banken nicht besser dran", fügte Zamanis hinzu.

Europaweit im Fokus standen die Banken- und Versicherungswerte: Die europäischen Branchenindizes zogen um 0,6 beziehungsweise 0,3 Prozent an. Hierzulande gehörten Deutsche Bank und Commerzbank mit Aufschlägen von 2,3 und 1,7 Prozent zu den größten Gewinnern. Allianz schlossen 0,4 Prozent im Plus. "Allein die Tatsache, dass Griechenland wieder geholfen wird, hilft den Werten", sagte ein Händler. "Die Botschaft ist, wenn denen geholfen wird, dann wird auch den anderen geholfen und das sind gute Nachrichten für die Banken und Versicherer, die noch etliche Papiere aus Italien oder Spanien in ihren Depots liegen haben."

Analystenlob sorgte bei FMC und Fresenius für Zukäufe. Mutter und Tochter legten im Dax jeweils um fast drei Prozent zu und lagen damit an der Spitze der Gewinnerliste.

Die Lufthansa-Aktien verzeichneten als zweitschwächster Dax-Wert ein Minus von 0,69 Prozent, nachdem sie am Vortag noch an der Dax-Spitze gestanden hatten.

Im MDax ging es für die Titel von GSW Immobilien und Deutsche Wohnen nach einem positiven Analystenkommentar um 3,56 beziehungsweise 2,30 Prozent nach oben. Die Papiere von MAN verloren indes nach eher schwachen Daten zum europäischen Nutzfahrzeugmarkt 0,40 Prozent. Im TecDax legten die Papiere von Nordex nach einem Großauftrag für Windparks in Südafrika um 3,39 Prozent zu. Im frühen Geschäft hatte das Kursplus zeitweise rund sechs Prozent betragen. Laut Analyst Christoph Rodler von Warburg Research dürfte es Nordex nun gelingen, beim Auftragseingang 2012 den oberen Bereich der angepeilten Spanne von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro zu erreichen.

Quelle: n-tv.de

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