Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Gute Stimmung: Dax schließt freundlich

Kräftig nach oben geht es am deutschen Aktienmarkt. Den Auslöser für die neue Zuversicht unter den Investoren liefert die Europäische Zentralbank.

Starke Quartalsberichte sowie Hoffnungen auf weitere Konjunkturhilfen haben den deutschen Aktienmarkt kräftig hochgetrieben. Der unberechenbare Zickzack-Kurs der Vorwoche setze sich weiter fort, sagte ein Börsianer. "Anleger müssen zurzeit starke Nerven haben.

Nach einem deutlichen Rücksetzer zum Wochenstart legte der Dax am Dienstag wieder zu. Mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 8886 Punkte zum Handelsschluss machte er seine Vortagesverluste mehr als wett. Der MDax rückte um 2,3 Prozent auf 15.422 Punkte vor. Der TecDax gewann 2,51 Prozent auf 1189,08 Punkte.

Positive Dynamik kam vor allem nach Medienberichten zur Europäischen Zentralbank (EZB) in den Markt. Angeblich denkt diese nun auch über den Erwerb von Unternehmensanleihen nach. "Entsprechende Spekulationen sind durchaus glaubwürdig, da die zuletzt beschlossenen Maßnahmen der Notenbank keine ausreichende Wirkung entfalten dürften", sagte Esther Reichelt, Devisenexpertin von der Commerzbank. Die EZB hatte an diesem Montag mit dem Erwerb von Pfandbriefen begonnen. Käufe von Kreditverbriefungen (ABS) sollen demnächst folgen.

Geschäftszahlen von Wettbewerbern aus den USA brachten ebenfalls überwiegend Auftrieb. Die Infineon-Aktien etwa gewannen 2,7 Prozent und profitierten vom Bericht des US-Chipherstellers Texas Instruments. Dieser hatte dank einer guten Geschäftsentwicklung im Auto-, Kommunikations- und Industriebereich einen starken Quartalsumsatz gemeldet. "Texas Instruments sieht außerdem keine Nachfrageschwäche, erst recht nicht in China, und spricht von Lagerbeständen auf normalen Niveaus", sagte ein Analyst. Dies stehe ganz im Gegensatz zu den jüngsten Aussagen von Microchip Technology, die die Branche kräftig belastet hatten.

Den Kurssprung von 5,9 Prozent bei Dialog Semiconductor begründeten Experten mit starken Ergebnissen von Apple. Der deutsche Halbleiterspezialist gilt als Zulieferer des iPhone-Herstellers. Für die ebenfalls im TecDax notierten Titel des Laborausrüster Sartorius ging es nach der Bekanntgabe eigener Geschäftszahlen um 6,7 Prozent hoch. Ein Marktteilnehmer sprach von einem "exzellenten dritten Quartal".

Commerzbank legten um 4,8 Prozent zu. An der Börse wird davon ausgegangen, dass die Bank den Stresstest besteht. K+S profitierten von der Meldung, dass China im kommenden Jahr höhere Kali-Preise zahlt. Auch in Europa dürfte der Preis für eine Tonne Kali steigen, die Aktie des Düngemittelherstellers legte um 4,1 Prozent zu.

Gute Zahlen des US-Wettbewerbers Steel Dynamics halfen den deutschen Stahlproduzenten, ThyssenKrupp legten um 3,7 Prozent zu, Salzgitter um 4,6 Prozent.

Im SDax brachen dagegen die Papiere des Motorenherstellers Deutz nach gekappten Jahreszielen um 9,8 Prozent ein.

Quelle: n-tv.de

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